Samstag, 5. März 2011

Mark Twain als guter Amerikaner

Mark Twain

Mark Twain war Amerikas größter Schriftsteller. Seine Leser feierten ihn hymnisch wie einen Rockstar. Er galt als Humorist, aber den imperialen Größenwahn seiner Zeit attackierte er grimmig.

Er war die Stimme Amerikas, dessen Wahrnehmung des Landes viele Leser von ihm bezogen. Und er als den Amerikanern kräftig die Leviten. - Amerika könnte ihn heute, 100 Jahre nach seinem Tod, gut gebrauchen. Er wäre Balsam auf Amerikans Seele.

Samuel Langhorne Clemens (1835 bis 1910), bekannter unter dem Namen Mark Twain, ein Kenner von Welt und Spezialist übrigens auch für Zeitreisen, würde das aktuelle Geschehen auf seiner Zeitreise süffisant und spöttisch kommentieren.

Die Nation, deren Aufstieg Mark Twain begleitet hat, durch Goldrausch, Rassismus und Bürgerkrieg, durch die industrielle Revolution hin zu immensem Reichtum und imperialer Geltung, diese Nation scheint verwundet und aus den Fugen. Was würde der scharfzüngige Humorist wohl heute zu ihrem Abstieg sagen?

Eines ist sicher, er würde sich einmischen, pointiert, nach der Devise seines Bewunderers George Bernard Shaw, der sagte: "Die Wahrheit zu erzählen, das ist der größte Witz in der Welt."

Mark Twain war der Shakespeare Amerikas, ein eigener Kosmos. Ralph Waldo Emerson - verweht. Walt Whitman - allenfalls ein Comeback für die Beatniks in den Sixties. Herman Melville, erst Jahrzehnte nach seinem Tod gewürdigt. Mark Twain blieb ein Schriftsteller von Rang, denn er war nie wirklich weg.

Die gute Seele Amerikas sagte von sich empathisch: "Ich bin kein Amerikaner - ich bin der Amerikaner." Tatsächlich, er war die amerikanische Stimme schlechthin, mal prahlerisch, dann verzweifelt, ein echter Unternehmertyp. Er hätte heute weider seinen Spass mit seinen Amerikanern und diese wohl auch mit ihm.

Weblinks:

Der gute Amerikaner - www. spiegel.de

Mark Twain-Biografie - www.die-biografien.de

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