Donnerstag, 20. September 2018

Theodor Fontane 120. Todestag

Theodor Fontane starb vor 120 Jahren am 20. September 1898 in Berlin.

Fontane war ein deutscher Schriftsteller, Journalist und Apotheker.


Theodor Fontane wurde am 30. Dezember 1819 in Neuruppin geboren.



In dem Roman plätschert wie bei Stifter alles seicht dahin, der gesellschaftliche Wandel blitzt gelegentlich durch, insgesamt aber heißt es leben und leben lassen. Aber gerade weil es so leicht plätschert, ist das Buch eine Erholung, wenn man sich eingelesen hat und den Stil aushalten kann.


Literatur:

Der Stechlin
Der Stechlin
von Theodor Fontane

Der Stechlin Taschenbuch
Der Stechlin
von Theodor Fontane Taschenbuch


Weblinks:

Theodor Fontane -Biografie - www.die-biografien.de

Theodor Fontane-Zitate - www.die-zitate.de

Samstag, 15. September 2018

»Frankenstein oder Der moderne Prometheus« von Mary Shelley vor 200 Jahren erschienen

Frankenstein

»Frankenstein oder Der moderne Prometheus« ist ein Roman von Mary Shelley, der im Jahr 1818 erstmals anonym veröffentlicht wurde und als ihr wichtigstes Werk gilt. Er erzählt die Geschichte des jungen Schweizers Viktor Frankenstein, der an der damals berühmten Universität Ingolstadt einen künstlichen Menschen erschafft.

Victor Frankenstein stammt aus Genf, und hat ein Studium der Naturwissenschaften in Ingolstadt absolviert. Während seines Studiums befasste er sich zunehmend mit der menschlichen Materie und schafft sich selbst einen Menschen, den er eigenhändig zum Leben erweckt. Als dieses Wesen erwacht, ist Frankenstein jedoch so erschrocken von dessen Gestalt, dass er schlagartig die Flucht ergreift.

Nachfolgend beginnt Frankensteins erschaffenes Monster, welches im Roman stets als Unhold oder dämonische Kreatur bezeichnet wird, nicht nur Frankensteins Familie zu ermorden, sondern auch später dessen besten Freund. Der Unhold und sein Schöpfer treffen aufeinander, und Victor erfährt, dass die Kreatur ursprünglich einen guten Willen hatte und nur bösartig geworden ist, weil die Gesellschaft ihn zu einem bösen Wesen gemacht hat. Von den Menschen die er (über lange Zeit) gesehen und beobachtet hatte, wurde er genau so zurückgestoßen, wie einst von Frankenstein selbst'aus diesem Grund hat er seinem Schöpfer Rache geschworen.


Viktor Frankenstein erzählt dem Leiter einer Forschungsexpedition, zugleich Eigner des Schiffes, das ihn in der Arktis rettet, seine Geschichte. Der Roman wird so zu einem Lehrstück, gibt Frankenstein doch deutlich zu verstehen, dass seine Erzählung auch eine Warnung an den Zuhörer und damit auch die Leser sein soll: Er warnt vor einer entgrenzten menschlichen Vernunft, die sich selbst zu Gott macht und sich anmaßt, lebendige Materie zu schaffen. Die Figur des Viktor Frankenstein ähnelt damit sowohl dem 'literarischen' Faust als auch dem Prometheus aus der griechischen Mythologie.

Frankenstein

Die Handlung wird durch eine Mischung aus Briefroman und klassischer Ich-Erzählsituation vermittelt. Stilistisch gewinnt der Roman gerade durch den berichthaften Erzählstil an Authentizität, sodass man selbst glaubt, dass man eine Mitschrift einer Erzählung liest. Gerade die Verschachtelung der verschiedenen Erzählebenen, machen den Roman lesenswert.

2015 wählten 82 internationale Literaturkritiker und -wissenschaftler den Roman zu einem der bedeutendsten britischen Romane.

Literatur:

»Frankenstein oder Der moderne Prometheus«
Frankenstein oder Der moderne Prometheus
von Mary Shelley

Sonntag, 9. September 2018

Clemens Brentano 240. Geburtstag

Clemens Brentano

Clemens Brentano wurde vor 240 Jahren am 9. September 1778 in Ehrenbreitstein oberhalb von Koblenz geboren. Clemens Brentano war ein deutscher Schriftsteller und neben Achim von Arnim der Hauptvertreter der sogenannten Heidelberger Romantik - auch Hochromantik genannt.

Nach dem Scheitern einer kaufmännischen Lehre 1795–1796 in Langensalza studierte er ab dem 19. Mai 1797 in Halle Bergwissenschaften und wechselte am 5. Juni 1798 zum Medizinstudium an die Universität Jena. Statt sein Studium abzuschließen, widmete er sich aber immer mehr seinen literarischen Neigungen.

In Jena lernte er die Vertreter der Weimarer Klassik Christoph Martin Wieland, Johann Gottfried von Herder, Johann Wolfgang von Goethe und der Frühromantik Friedrich Schlegel, Johann Gottlieb Fichte und Ludwig Tieck kennen. Letztere ist ab 1800 in Jena personell nahezu vollständig vertreten.

Von ihren Werken und literaturtheoretischen Schriften ließ Brentano sich zu seinen ersten Werken anregen, vor allem zu dem Roman Godwi, in dem auch einige der bekanntesten Gedichte Brentanos enthalten sind (Zu Bacharach am Rheine, Sprich aus der Ferne, Ein Fischer saß im Kahne).

1801 in Göttingen, wo er als Student der Philosophie eingeschrieben war, lernte er Ludwig Achim von Arnim kennen, mit dem ihn bald eine enge Freundschaft verband und mit dem er 1802 eine Reise auf dem Rhein unternahm. In den nächsten Jahren wohnte er bis 1811 immer wieder über längere Zeiträume hinweg mit Arnim zusammen.

Brentano war ein begeisterter Liedersammler, welchen die Lieder des Volkstones besonders interessierten. Er veröffentlichte zusammen mit Ludwig Achim von Arnim die Volksliedersammlung« »Des Knaben Wunderhorn, eine Liedersammlung in drei Bänden. Auf der Rheinreise der Freunde Achim von Arnim und Clemens Brentano im Juli 1802 entstanden die ersten Ansätze zu der bedeutendsten Liedersammlung der deutschen Romantik, die von 1805 bis 1808 in mehreren Bänden erstmals erschien.

So eindrucksvoll war der Ton seiner Gedichte, dass dieser mehr als 120 Jahre lang maßgebend wurde für die deutsche Literatur.

Brentano har daneben auch ein umfangreiches Werk religiöser Literatur vorgelegt, wahrscheinlich die berühmtesten Andachtsbücher der Welt, übersetzt in viele Sprachen.

"Alles, was zwischen unserm Auge und einem entfernten zu Sehenden
als Mittler steht, uns den entfernten Gegenstand nähert, ihm aber
zugleich etwas von dem Seinigen mitgiebt, ist romantisch."

Die letzten Lebensjahre Brentanos waren von Schwermut geprägt. Er starb 1842, im Alter von 63 Jahren in Aschaffenburg im Hause seines Bruders Christian. Er ist auf dem dortigen Altstadtfriedhof beigesetzt.

Weblinks:

Romantik - wortwuchs.net

Heidelberger Romantik - wortwuchs.net

Samstag, 8. September 2018

»Selige Zeiten, brüchige Welt« von Robert Menasse

Robert Menasse hat ein Faible für Literaur, in der Philosophie als Grundierung eingebunden ist und in der über ein philosophisches Leben erzählt wird.

Menasse erzählt in »Selige Zeiten, brüchige Welt« von den Nöten seines Protagonisten Leo Singer, als Philosoph durch’s Leben zu gehen. Zusammen mit seinen Eltern aus dem brasilianischen Exil nach Wien zurückgekehrt, ist der junge Philisophiestudent zunächst finanziell abhängig vom Elternhaus. Mit dem Traum, eine Fortsetzung von Hegels berühmtem Werk »Phänomenologie des Geistes« zu schreiben und dem Anspruch, durch die Beschreibung der Welt die Welt zu verändern, studiert er in Wien und lernt bald Judith kennen, mit der er sein Leben lang verbunden sein sollte.

Judith ist der Mittelpunkt in Roberts Leben. Mit Judith verbindet ihn eine Hassliebe. Er braucht sie als Inspiration für seine Essays. Sie dient ihm dabei als Projektion seiner Gedanken. Judiths Wesen bleibt in der Darstellung schleierhaft. Die Beziehung zwischen den beiden wird kompliziert. Viel Kopf, wenig Herz. Die Beschäftigung mit seinem Werk lassen Leo nur wenig Raum, z.B. für eine Reiseerfahrung nach Venedig und Eifersucht. Mit dem Tod des Vaters wird Leo von dem Zwang befreit, für seinen Lebensunterhalt selbst zu sorgen. Was für eine Arbeit könnte er auch tun, um nicht für immer unzufrieden zu sein – außer als Lehrender seines eigenen Werkes.

"Leo hatte immer davon geträumt, ein bedeutender Mann zu werden, der in die Geschichte eingreife, die Welt verändere, und kaum hatte er diesen kindlichen Traum aufgegeben, erlangte er völlig unvorbereitet eine öffentliche Bedeutung.".

Das Erbe des Vaters verschlägt ihn zurück nach Brasilien, wo er eine neue Existenz aufbaut - und doch nicht, denn er nimmt sich selbst mit. Durch die Militärdiktatur um seine Universitätskarriere gebracht, lebt er als Schützling eines alten Bekannten, Kunstsammler Löwinger und ehemaliger Bankier seines Zeichens. Mit der Nachricht über Judiths Tod, die – wie sich später herausstellte – fingiert war, gelingt es dem mittlerweile ewigen Studenten Leo, zu arbeiten. Denn auch nach den vielen Jahren ist noch immer kein Werk entstanden, außer einem kurzen Aufsatz über Sittlichkeit und Bildung. Voraussetzung zum Arbeiten scheint für ihn der permanente Zustand der Sehnsucht zu sein.

Nach einem Wiedersehen mit Judith in Brasilien ziehen die beiden nach langem Zögern ihrerseits zusammen. Doch der Zustand der Zweisamkeit dauert nur sechs Wochen an, dann lebt Judith wieder allein. Von nun an zergeht Leo in dem Bestreben, für perfekte Arbeitsbedingungen zu sorgen. Es gelingt ihm nicht. Er kommt mit seinem geplanten Hauptwerk nicht voran und verzettelt sich immer wieder. Am Ende „rettet“ er sein Werk, das Judith anhand mündlicher Vorträge Leos heimlich niedergeschrieben hat.


Literatur:

Selige Zeiten, brüchige Welt

Selige Zeiten, brüchige Welt

Montag, 3. September 2018

»Amras« von Thomas Bernhard

Amras
Amras

»Amras« ist die erste große Erzählung von Thomas Bernhard aus dem Jahr 1964 und für ihn das Buch, das 1964 erschien das Buch, das er Zeit seines Lebens am meisten geschätzt hat. Der Titel bezieht sich auf den Innsbrucker Stadtteil Amras. Thomas Bernhards »Amras« ist nach einem Innsbrucker Stadtteil benannt.

Thomas Bernhards düsterer Roman »Amras« ist ein modernes Stück Literatur, das den Fragmentcharakter zum Prinzip erhoben hat.

Werk steht in romantischen Tradition. Verwandschaft mit dem Dichter Novalis.
Der Turm in Amras Romantische Aspekte im Werk Thomas Bernhards.

»Das Wesen der Krankheit ist so dunkel als das Wesen des Lebens.« Dieses Zitat von Novalis steht als Motto über der 1964 geschriebenen Erzählung Thomas Bernhards.

Beschrieben wird die letzte Phase im Auflösungsprozeß einer Familie, Ursache und Wirkung eines allmählichen Niedergangs, der auf ebenso geheimnisvolle wie bestimmte Weise mit der Landschaft im Zusammenhang steht. Die Tragödie erfüllt sich an zwei letzten Überlebenden, einem Brüderpaar.

Das in Zuneigung und Abneigung ambivalente, durch Krankheit sich mehr und mehr verschärfende Verhältnis der Brüder zueinander bildet ein Spannungsfeld, in dem Leben und Tod, Geist und Natur, die Finsternis und die Hellhörigkeit des Schmerzes einander begegnen, sich verbinden, sich spiegeln.

Ein gleichsam durch den Fleischwolf des 20. Jahrhunderts gedrehter Novalis lässt hier grüßen - die Krankheit und der Wahnsinn, die fiktive "Tiroler Epilespsie" der selbstverständlich suizidalen Brüder geben dem Text seinen zerhackten Rhythmus vor, der die romantische Tradition gleichzeitig aufgreift und aus sich heraus eliminiert.

"Ich könnte auf dem Papier jemand umbringen". Der Schriftsteller Thomas Bernhard über Wirkung und Öffentlichkeit seiner Texte


Literatur:

Amras
Amras
von Thomas Bernhard


Weblinks:

http://www.literaturkritik.de/public/rezension.php?rez_id=9129
Thomas Bernhards "Amras"

http://www.suhrkamp.de/buecher/amras-thomas_bernhard_38006.html
Thomas Bernhard Amras
Romantische Aspekte im Werk Thomas Bernhards


Thomas Bernhard

Freitag, 31. August 2018

»Ein einunddreißigster August« von Christian Morgenstern

Das war der letzte leuchtende August:
Der Sommer gipfelte in diesem Tage.
Und Glück erklang wie eine Seegrundsage
in den Vinetatiefen unsrer Brust.

Ein leises fernes Läuten kam gegangen -
und welche wollten selbst die Türme sehn,
in denen unsres Glückes Glocken schwangen:
so klar liess Flut und Himmel sie verstehn.

Der Tag versank. Mit ihm Vinetas Stunde.
Septembrisch ward die Welt, das Herz, das Glück.
Ein Rausch nur wie von Tönen blieb zurück
und schwärmt noch über dem verschwiegnen Grunde.

»Ein einunddreißigster August«, Christian Morgenstern (1871-1914)

Samstag, 25. August 2018

»Schloß Gripsholm« von Kurt Tucholsky


Im Jahr 1929 verbrachte Tucholsky mit seiner damaligen Lebensgefährtin Lisa Matthias den Sommerurlaub nahe Schloß Gripsholm in Schweden. Der Aufenthalt inspirierte ihn zu der »Sommergeschichte« des Ich-Erzählers und Schriftstellers Peter, der mit seiner Geliebten Lydia einen mehrwöchigen Urlaub auf Schloß Gripsholm verbringt.

»Schloß Gripsholm. Eine Sommergeschichte« lautet der Titel einer Erzählung, die Kurt Tucholsky im Jahre 1931 veröffentlichte. Der episodenhafte Roman erzählt die heiter-melancholische Liebesgeschichte, zählt zu den bekanntesten Werken des Autors und wurde zu einem großen Publikumserfolg. Kurt Tucholskys Roman erzählt die Geschichte um den Sommerurlaub eines unkonventionellen Liebespaars.



Schloß Gripsholm: Eine Sommergeschichte

»Schloss Gripsholm« ist eigentlich auf Bitten seines Verlegers zustande gekommen, denn eine nette kleine Liebesgeschichte möchte der Verleger Ernst Rowohlt gern von Tucholsky haben und dieser kommt im Sommer 1931 der Bitte des Verlegers nach.

Der Roman beginnt mit einem fiktiven Briefwechsel, in dem der Verleger Ernst Rowohlt seinem Autor nahe legt, eine kleine Liebes- oder Sommergeschichte zu schreiben, welche die Leute »ihrer Freundin schenken können«. Danach setzt die eigentliche Handlung ein – der Schweden-Urlaub des Ich-Erzählers Peter und seiner Freundin, der Sekretärin Lydia. Die beiden mieten sich in einem Anbau von Schloss Gripsholm bei Mariefried ein. Dort verleben sie heiter verliebte Tage, mokieren sich über konservative Touristen und lassen die Seele baumeln. Sie genießen ihre freie Zeit und streifen in Wanderungen durch die Gegend.

Zwischenzeitlich bekommen sie Besuch, zunächst von Peters Freund Karlchen, dann von Lydias Freundin Billie, woraus sich eine Nacht zu dritt entwickelt. Auf einem ihrer Spaziergänge lernen Peter und Lydia die kleine, tief verstörte Ada kennen, die im nahen Kinderheim wohnt und unter der tyrannischen Direktorin leidet. Die beiden setzen sich dafür ein, dass die Kleine wieder zu ihrer Mutter nach Zürich zurückkehren kann, und nehmen sie bei ihrer Abreise mit.

Kurt Tucholsky, ein Meister der schreibenden Zunft, erzählt seine Urlaubsgeschichte über eine Sommerliebe in Schweden mit großer Leichtigkeit, verlässt jedoch vielfach das vorherrschende Genre des unterhaltsamen Reise- bzw. Liebesromans. Die eingestreuten Reflexionen über das Wesen der Liebe oder die Unmöglichkeit, einer Urlaubsidylle Dauer zu geben, verleihen dem Roman melancholische Züge.

Ein herrlich geschriebener leichter Roman, der doch viel sprachlichen Witz und auch immer wieder zynische Anklänge und kritische Untertöne hat. Selten zwar, aber unvermittelt und dadurch umso überraschender bricht sich seine Bitterkeit an den scheinbar unverbesserlichen Schwächen der Menschheit Bahn. Um sich gleich darauf mit Humor an die eigene Menschlichkeit zu erinnern. Der Roman entlässt den Leser auch nicht ohne Nachdenklichkeit, enthält er doch auch einige zeitkritische Bezüge.

Mit leichter Hand entwarf Kurt Tucholsky eine launige Romanze zwischen zwei sachlichen Menschen. In seiner unnachahmlichen Mischung aus schnoddriger Zärtlichkeit, leiser Melancholie und fröhlich-ausgelassener Sprachakrobatik bietet dieser Roman ein Lesevergnügen ersten Ranges.

Schloss Gripsholm wurde 1537 erbaut, an der Stelle einer Burg aus dem Jahr 1380. Es liegt am Ufer des Mälarsee, in der Nähe des wunderschönen Orts Mariefred. Bauherr war Gustav I. Wasa.

Literatur:

Schloß Gripsholm: Eine Sommergeschichte
Schloß Gripsholm: Eine Sommergeschichte
von Kurt Tucholsky

Schloss Gripshojm Rezension
Schloss Gripsholm Rezension
von Joachim Weiser

Weblink:

Schloss Gripsholm - Wikipedia.org