Samstag, 17. August 2019

Jonathan Franzen 60. Geburtstag

Jonathan Franzen

Jonathan Franzen wurde vor 60 Jahren am 17. August 1959 in Western Springs in Illinois geboren. Jonathan Franzen wuchs in einer Vorstadt von St. Louis auf.

Jonathan Franzen ist ein Autor, der sich die Freiheit herausnimmt, sich Zeit zu lassen, und das merkt man auch diesem Roman im positivsten Sinne an. Seit seinem Sensationserfolg Korrekturen 2001 hat der 51-jährige Autor mit Freiheit gerade einmal seinen vierten Roman vorgelegt.

1988 veröffentlichte er den Roman »Die 27ste Stadt«, 1992 »Strong Motion«. Für seinen dritten Roman und sensationellen Erfolg "»Die Korrekturen« erhielt er 2001 den »National Book Award« verliehen. Schon vorher hat ihn die Zeitschrift »The New Yorker« unter die "Twenty Writers for the 21st Century" gerechnet.

Franzen erhielt für seinen Weltbestseller »Die Korrekturen« 2001 den National Book Award. Er veröffentlichte außerdem die Romane »Die 27ste Stadt«, »Schweres Beben«, »Freiheit« und »Unschuld«, das autobiographische Buch »Die Unruhezone«, die Essay-Sammlungen «Anleitung zum Alleinsein» und «Weiter weg» sowie „Das Kraus-Projekt“.

Er ist Mitglied der amerikanischen »Academy of Arts and Letters«, der »Berliner Akademie der Künste« und des französischen »Ordre des Arts et des Lettres«. 2013 wurde ihm für sein Gesamtwerk der WELT-Literaturpreis verliehen, 2015 erhielt er für seinen Einsatz zum Schutz der Wildvögel den EuroNatur-Preis.

Jonathan Franzen lebt heute in New York und in Santa Cruz, Kalifornien.

Mittwoch, 31. Juli 2019

Antoine de Saint-Exupéry 75. Todestag

Antoine de Saint-Exupéry

Antoine de Saint-Exupéry war ein französischer Schriftsteller und Flieger des 20. Jahrhunderts. Antoine de Saint-Exupéry gilt als leidenschaftlicher Flieger. Er war schon in jungen Jahren ein begeisterter Flieger. Mit 21 Jahren wurde er Pilot. Er flog als Berufspilot Postflugzeuge auf Langstrecken bis nach Afrika und Südamerika. Seit dem 31. Juli 1944 gilt der begeisterte Flieger nach einem Aufklärungsflug als vermisst.

Antoine de Saint-Exupéry verlor früh den Vater und wurde von der Mutter auf dem Schloss de La Mole erzogen. Er war Schüler in einem Jesuitenkolleg, später Architekturstudent in Paris, Soldat bei der Luftwaffe, Handelsvertreter.

In den zwanziger Jahren wurde er Flieger und flog die Strecke Toulouse-Casablanca-Dakar. Von 1927 bis 29 war er Direktor des Flugplatzes Cap Juby/Rio de Oro, 1929 wurde er Direktor der Aeroposta Argentina in Buenos Aires.

1934 erfolgte sein Eintritt in die Air France. Längeres Krankenlager nach einem Flugzeugunfall. Nach Ausbruch des Zweiten Weltkrieges wurde er eingezogen meldete er sich Pilot bei einem Aufklärungsgeschwader. Antoine de Saint-Exupéry war ein bekennender Pazifist, für den der Krieg eine Krankheit bedeutete.

Über das Fliegen kam Antoine de Saint-Exupéry zur Schriftstellerei. Er beschäftigte sich mit existentiellen Themen des menschlichen Daseins. Zentrale Themen waren Freundschaft, Einsamkeit, Krieg und die Wüste.
Seine Erlebnisse und Erfahrungen als Verantwortlicher für die ersten, trotz aller Gefahren pflichtgemäß durchgeführten Nachtflüge verarbeitete er zu dem Roman »Nachtflug« (1931), der den tödlichen letzten Flug eines Piloten ins Zentrum stellt. Mit diesem Buch gelang ihn der Durchbruch als Autor.


Zu seinen bekanntesten Werken gehören »Der Flieger« (1926), »Nachtflug« (1931), »Wind, Sand und Sterne« (1939), »Der Flug nach Arras« (1942), »Der kleine Prinz« (1943). Schon 1936 begann Saint-Exupéry mit dem lyrisch-erzählerischem Werk »Citadelle« - »Die Stadt in der Wüste«, das jedoch unvollendet blieb. Sein berühmtestes Werk ist das Kinderbuch »Der kleine Prinz«, in dem er die Welt aus der Sicht eines Kindes betrachtet.

Am 31. Juli 1944 startete der Flieger morgens zu seinem planmäßig letzten Aufklärungsflug in Richtung Südfrankreich, kehrte aber nicht zurück und blieb verschollen. Der begeisterte und leidenschaftliche Pilot starb infolge eines Abschusses durch einen deutschen Jagdflieger über dem Mittelmeer nahe Korsika.

Der Schöpfer des "Kleinen Prinzen", der Schriftsteller und Pilot Antoine de Saint-Exupéry, stürzte bei einem Aufklärungsflug im Mittelmeer ab. Es wird angenommen, dass sein Flugzeug von einem deutschen Aufklärungsflugzeug abgeschossen wurde.

Weblinks:

Antoine de Saint-Exupéry-Biografie - Biografien-Portal - www.die-biografien.de

Antoine de Saint-Exupéry-Zitate - Zitate-Portal - www.die-zitate.de

Freitag, 26. Juli 2019

Aldous Huxley 125. Geburtstag

Aldous Huxley

Aldous Huxley wurde vor 125 Jahren am 26. Juli 1894 Godalming in der Grafschaft Surrey geboren. Aldous Huxley war ein berühmter britischer Schriftsteller des 20. Jahrhunderts.

Er studierte Englisch in Oxford. Eine wissenschaftliche Karriere oder die Teilnahme am Ersten Weltkrieg waren ihm jedoch nicht möglich. Nicht zuletzt deshalb wandte er sich dem Schreiben zu.

Im Alter von 20 Jahren machte Huxley die Schriftstellerei zu seinem Beruf. Seine Romane erzählen von einer Entmenschlichung der Gesellschaft durch wissenschaftlichen Fortschritt, z. B. »Schöne Neue Welt« - gleichzeitig schrieb er auch über pazifistische Themen.

1916 erschien sein erster Gedichtband, 1921 der erste Roman. In den 1930er-Jahren bereiste Huxley Europa und ließ sich u. a. länger in Italien nieder, wo er sein berühmtes Buch »Schöne neue Welt« schrieb.

Er beschäftigte sich mit der Entwicklung der Industrie-Gesellschaft zum Totalitarismus und schrieb darüber seine visionären Zukunftsromane.

Schöne neue Welt

In seinem berühmtesten Werk, dem Zukunftsroman »Schöne neue Welt« (1932) in dem die Züchtung perfekter Untertanen in einer totalitären Diktatur der Zukunft ausgemalt wird, entwarft er ein düsteres Bild der Entwicklung der Industriegesellschaft.

Industrielle Gesellschaften, die zum Selbstzweck-Kapitalismus ausarten, landen fast unausweichlich im Totalitarismus. Dort sind die Menscshen den Maschinen unterworfen.

1937 zog Huxley in die USA nach Kalifornien. Hier setzt seine zweite Schaffensphase ein, die geprägt war von einer neuen Hinwendung zum Menschen. Der dezidierte Kritiker und scharfzüngige Zyniker lernte 1938 Jiddu Krishnamurti kennen.

Er wandte sich den großen Weisheitslehren der Welt zu und entdeckte in ihnen ein Band,welches sich am ehesten mit dem Begriff Mystik definieren lässt.

1939 brachte Aldous Huxley den Roman »After Many A Summer« über den amerikanischen Zeitungsverleger und Medienmogul Randolph Hearst heraus.

Aldous Huxley starb am 22. November 1963 Los Angeles.

Mittwoch, 17. Juli 2019

Andrea Camilleri gestorben


Andrea Camilleri ist tot. Der 93-Jährige starb am Mittwoch im Krankenhaus in Rom. Andrea Camilleri war ein erfolgreicher Drehbuchautor, Theater- und Fernsehregisseur und Schriftsteller und einer der meistgelesenen Autoren Italiens.

1942 begann der in Agrigent aufgewachsene Camilleri für Theater und Rundfunk als Regisseur zu arbeiten. Er machte sich damit verdient, Werke von August Strindberg, Samuel Beckett, Eugène Ionesco und T. S. Eliot in Italien einzuführen.

Bekannt geworden ist Andrea Camilleri, durch seine Bestsellerkrimis um den Commissario Montalbano. Er hat mehr als 100 Bücher geschrieben, schaffte aber erst mit fast 70 Jahren mit seinen "Montalbano"-Krimis den Durchbruch. Die Bücher wurden 1994 zuerst in Italien veröffentlicht und dann in 30 Sprachen übersetzt.

In seine Romanen ging es immer wieder um Korruption und Kriminalität. Doch sein Werk hat noch eine ganze Reihe anderer Facetten. In vielen weiteren Romanen und Erzählungen beeindruckt er seine Leser, erscheinen sie nun in historischem oder kriminalistischem Gewand.


Außerdem hat Camilleri Gedichte und Essays verfasst sowie als Regisseur und Universitätsdozent gearbeitet. Fast immer präsent ist dabei ein verbindendes Element: Camilleris Heimat Sizilien. Auch wenn er in Rom gelebt hat, ist der dreifache Vater seinen sizilianischen Wurzeln immer treu geblieben und holt sich die Inspiration für seine Werke immer wieder auch bei Spaziergängen durch seinen Geburtsort und Zweitwohnsitz Porto Empedocle.

Mit seiner Romanfigur Commsissrio Montalbano begeisterte er Millionen Leser weltweit. Der Commissario hat ihn ihn unsterblich gemacht. Italien ist um den Schöpfer des Commissario Montalbano ärmer geworden.

Andrea Camilleri wurde am 6. September 1925 in Porto Empedocle auf Sizilien geboren.

Weblink:

Andrea Camilleri gestorben - Erfinder des Commissario Mmontalban - www.nzz.ch/feuilleton

Literatur:

Mein Ein und Alles
Mein Ein und Alles
von Andrea Camilleri


Samstag, 13. Juli 2019

»Herz der Finsternis« von Joseph Conrad vor 120 Jahren erschienen

Herz der Finsternis

»Herz der Finsternis« von Joseph Conrad ist vor 120 Jahren im Jahr 1899 erschienen.

Der Abenteuerroman »Herz der Finsternis« von Joseph Conrad erzählt die Geschichte von Kapitän Marlowe, der sich auf die Suche nach dem rätselhaften und grausamen Elfenbeinhändler Kurtz ins dunkle Afrika aufmacht. Auf der nächtlich an der Themsemündung in Gravesend stillliegenden Seeyacht Nellie erzählt der ehemalige Seemann Marlow seinen vier Freunden, die das Band der See eint, eine Episode aus seinem Leben.

Er beschreibt seine Sehnsucht, die letzten weißen Flecken des Globus kennenzulernen, und wie sie nach einigen Mühen dazu führte, dass er Flusskapitän wurde. Der Leser kann unschwer erkennen, dass die Geschichte am Kongo zu Zeiten des Kongo-Freistaats spielt. Marlow, der den Indischen Ozean, den Pazifik, das Gelbe Meer bereits kennt, reist also entlang der Küste eines ihm unverständlichen Afrika zur Mündung des großen Stroms und übernimmt, flussaufwärts oberhalb der Stromschnellen, seinen Flussdampfer, der zwischenzeitlich auf Grund gelaufen und leckgeschlagen ist.

Dort, in der Hauptstation der Kolonialgesellschaft, die die Schätze der einzelnen Agenten im Dschungel sammelt und weiterverschickt, stellt er während der drei Monate, die er zur Reparatur des Schiffes benötigt, die „unerhörteste Schlamperei“ fest. Er stört sich auch daran, dass die Kolonialisten den Einheimischen ihre unsinnigen Regeln brutal aufzwängen.

Marlowe hört von Kurtz, dem erfolgreichen Leiter der äußersten Station, der „mehr Elfenbein gesammelt, eingetauscht, erschwindelt oder gestohlen hatte, als alle die anderen Agenten zusammen“, zugleich sich aber auch in Europa einen Namen gemacht hatte und „so reich begabt war und dass von allen seinen Gaben die vorherrschende, die, die sich unaufhörlich bestätigte, seine Rednergabe war, seine Worte – die Gabe des Ausdrucks, die verblüffende, erleuchtende …“.

Diesem Stationsleiter Kurtz, der sich bereits seit einem Jahr nicht mehr gemeldet hat – stattdessen schickte er seinen Gehilfen mit dem Elfenbein – gilt die 800 Meilen lange Fahrt flussaufwärts. Der Direktor der Station, eine Handvoll seiner weißen Gehilfen und etwa zwanzig Schwarze, die Marlow als Kannibalen bezeichnet, begeben sich auf die Reise.

Dort angekommen stößt der junge Mann auf ein groteskes Tollhaus der Kolonialisierung, unorganisierte Lager, skurrile Landsmänner, die nichts tun als Intrigen gegeneinander zu schmieden, unsinnige Arbeiten und vor allem auf leidende unterdrückte Eingeborene. Marlowe, ein rationaler, realistischer Mann reagiert darauf mit Unverständnis und Ironie.

Beeindruckt von der Größe, der Ursprünglichkeit und der Gewalt des Urwaldes macht er sich trotzdem auf in die Tiefen der Wildnis um den geheimnisvollen Kurtz zu finden, der sich hier sowohl mit seinem äußerst erfolgreichen Elfenbeinhandel, als auch mit seiner Abgeschiedenheit einen Namen gemacht hat. Doch was er findet ist ein Mensch, dem das Gefühl für Menschlichkeit abhanden gekommen ist.

Im Sterben des ehemaligen Stationsleiters scheint sich für diesen das ganze Leben zur Essenz zu verdichten, eine nie gesehene Abfolge von Zügen wechselt über sein Gesicht, bevor er seine letzten Worte haucht: „Das Grauen! Das Grauen!“ Nach dem Tode Kurtz’, der auf einer Flussinsel beerdigt wird, fällt auch Marlow in die schwere Krankheit auf der Schwelle zum Tod und kommt erst wieder im Land seiner Auftraggeber zu vollem Bewusstsein – er meint, die Stadt erinnere an ein weiß getünchtes Grab.

»Herz der Finsternis« berichtet von den teuflischen Schattenseiten der europäischen Zivilisation ebenso wie von den düsteren Untiefen der menschlichen Seele. In seinem suggestiven, symbolisch verdichteten Meisterwerk zeigt Joseph Conrad (1857–1924), welch geringen Widerstand die Kultur, jener Kern westlichen Selbstverständnisses, dem Absturz in die Barbarei entgegenzusetzen vermag.

Literatur:

Herz der Finsternis
»Herz der Finsternis«
von Joseph Conrad

Weblink:

Joseph Conrad-Biografie - www.die-biografien.de

Samstag, 6. Juli 2019

»Menu surprise: Der elfte Fall für Bruno, Chef de police« von Martin Walker

Martin Walker

Martin Walker, geboren 1947 in Schottland, ist Schriftsteller, Historiker und politischer Journalist. Er lebt in Washington und im Périgord und war 25 Jahre lang bei der britischen Tageszeitung »The Guardian« tätig.
Mit »Menu surprise« hat Martin Walker den elften Fall für Bruno, den örtlichen Chef de police, vorgelegt. Der Titel »Menu surprise ist eine Anspielgung an die vielfältige Küche und das kriminalistische Menue des Autors.

Im Jahr 1999 ließ Martin Walker sich mit seiner Familie in einem kleinen Ort im Périgord nieder. Dort spielen seine erfolgreichen Kriminalfälle rund um den Dorfpolizisten Bruno.

Bruno steht dieses Mal vor einer ungewohnten Herausforderung: Er soll in Pamelas Kochschule Feriengästen lokale Geheimrezepte beibringen. Die Messer sind gewetzt, die frischen Zutaten bereit, doch die prominenteste Kursteilnehmerin fehlt: die junge Frau eines britischen Geheimdienstoffiziers, die sich auf Empfehlung ihrer Familie im Périgord erholen wollte. Bruno spürt sie auf - in einem vermeintlichen Liebesnest, das jedoch bald zum Schauplatz eines Doppelmords wird.

Bruno erfährt, dass eine der Kurteilnehmerinnen von Pamelas Kochkurs vermisst wird. Der Dorfpolizist möchte bitte nachsehen, was da los ist. Diese harmlose Nachfrage weitet sich auf ernste Ermittlungen im Fall mit zwei Toten, die weite Kreise nach sich ziehen und Kompetenzen des einfachen Dorfpolizisten Bruno deutlich übersteigen.


Bei Martin Walker ist die Rezeptur in seinen Romanen fein verteilt. Im Roman fließt wenig Blut, es geschehen wenige Morde, dafür ein charaktervoller und genußfreudiger Dorfpolizist und dazwischen gibt es schöne Kochrezepte aus der französischen Küche, welche in diesem Roman besonders betont werden.

Seine - fast schon obligate - Hommage an die Kochkunst: Bruno teilt seine Geheimnisse in Sachen Kochen mit den Teilnehmern des Kochkurses und mit den Lesern. Der leidenschaftliche Koch kocht auch für seine Gäste.


"Bruno würde den Teilnehmern beibringen, wie pâté de foie gras zuzubereiten war und wie sich aus einer einzigen Ente fünf verschiedene Gerichte zaubern lassen. Als einer der anderen Kursleiter wollte der Baron zeigen, wie man einen Gänsehals füllt und was sonst noch in ein klassisches cassoulet nach Art des Périgord gehörte."


Isabell ist wieder die Frau seines Lebens bei Bruno, die Geschichte hält sich sehr im Rahmen. Viel Raum nimmt eine Nebengeschichte um die schwangere Rugbyspielerin, die in die Nationalmannschaft aufgenommen werden soll. Die Frage, ob sie ihre Schwangerschaft abbricht, um sportlich weiter zu kommen, beschäftigt Bruno, Fabiola, die Spielerin selbst und paar andere Figuren so ziemlich bis zum Schluss.

Der Geheimdienst ist dieses Mal durch die junge Frau eines britischen Geheimdienstoffiziers in den Fall involiert. Die Presse spielt eine eher negative Rolle, da sie einiges ausplappert, was so manche Figuren in Gefahr bringt.

Der vorliegende Fall des Kommissars erscheint an sich nicht so besonders, aber dadurch, dass die schöne, gemütliche Seite deutlich im Vordergrund steht, kann man das Geheimdienstgeplapper gut wegstecken.

Am Ende darf Bruno im mehr oder minder spektakulären Einsatz seine Beförderung nochmals unter Beweis stellen. Am Ende ist alles geklärt und die Motive sind freigelegt.

Wer gerne Kriminalromane liest, ein Gefühl für Südfrankreich und seine Lebensart entwickelt hat, dazu gerne kocht und nach guten Inspirationen für einfachen, schmackhaften Gerichten sucht, der ist mit den Krimis von Maritn Walker sehr gut bedient. - Voila, une Mene surprise. Bon appetit!

Literatur:

Menu surprise: Der elfte Fall für Bruno, Chef de police
Menu surprise: Der elfte Fall für Bruno, Chef de police
von Martin Walker

Weblink:

»Menu surprise« von Martin Walker - Youtube

Samstag, 29. Juni 2019

»Westend« von Martin Mosebach


»Westend« ist ein vor beinahe dreißig Jahren weitgehend unbeachtet erschienen Roman von Martin Mosebach, der jetzt neu zu entdecken ist. Ein fabelhaftes Epos über die Verwandlung einer städtischen Gesellschaft in den Aufbaujahren der Bundesrepublik und ein Hauptwerk Martin Mosebachs.

»Westend« spielt in dem in der Gründerzeit erbauten Frankfurter Stadtteil, der zwischen Palmengarten und der Alten Oper liegt. Es ist nicht das Westend der 68er, sondern das sich verändernde Wohnviertel der Nachkriegszeit. Milieu

Eduard Has sieht sich als Glückskind: Der Krieg hat seine Heimatstadt Frankfurt zwar gründlich zerstört, aber das eröffnet der eigenen Immobilienfirma ungeahnte Chancen. Seinen Erfolg adelt er mit einer stattlichen Sammlung des eben noch verfemten Expressionismus, neben die kühl-elegante Ehefrau tritt eine sinnliche Geliebte, die Tochter Lilly betet er an. Warum nur kann das Leben nicht ewig so weitergehen?


Im Geist der großen europäischen Gesellschaftsromane ist in »Westend« der eigentliche Gegenstand die Stadt Frankfurt mit ihren Bürgern aller Schichten. Eine ganze Epoche deutscher Nachkriegsgeschichte wird im Schicksal der Figuren lebendig: Spekulanten und Kunsthändler, Müllsammler, Hausmeister und Putzfrauen, die letzten Vertreter Altfrankfurter Bürgerlichkeit und ein jugendliches Liebespaar, das an den Sünden der Väter trägt und sie zu überwinden lernt. Ein fulminantes Epos über die Verwandlung einer städtischen Gesellschaft in den Aufbaujahren der Bundesrepublik.

So fließt auch jede Menge Lokalkolorit in den Roman. Man merkt, dass Mosebach hier über ein Milieu schreibt, das er genau kennt und liebt.

Literatur:

Westend
Westend
von Martin Mosebach

342313240X