Donnerstag, 29. Dezember 2016

Rainer Maria Rilke 90. Todestag

Rainer Maria Rilke

Rainer Maria Rilkes 90. Todestag jährt sich am 29. Dezember. Rilke starb am 29. Dezember 1926 nach langer Krankheit in Val Mont bei Montreux. Er war ein rastloser und reisender Dichter.

Nach einer erzwungenen Militärerziehung wurde Rilke 1896 Student, zuerst in Prag, dann in München und Berlin, weniger studierend als dichtend. Rilke ging im Jahre 1896 als Student der Philosophie nach München. Ein Jahr später lernte er die 36-jährige Lou Andreas-Salome kennen. Die kurze Ehe mit der Bildhauerin Clara Westhoff in Worpswede löste er 1902 auf. Danach ging auf Reisen quer durch Europa und bereiste Italien, Skandinavien und Frankreich.

In Paris schloß er Bekanntschaft mit dem Bildhauer und Künstler Auguste Rodin und wurde dessen Privatsekretär. Bereits nach acht Monaten kam es aber zum Bruch. Es folgten unstete Jahre des Reisens mit Stationen in verschiedenen Städten Europas.


Rilke reiste während seiner Pariser Jahre viel. Ab 1903 hielt er sich zum Beispiel häufig in Italien auf. In Viareggio, einem italienischen Badeort, schrieb er das „Stundenbuch“. Unter anderem fuhr er von September 1903 bis Juni 1904 gemeinsam mit Clara nach Rom.

Von 1906 bis 1908 besuchte er mehrmals die Insel Capri. 1904 reiste er nach Schweden und Dänemark. Nach einem weiteren Rombesuch fuhr er in den Ort Duino an die Adria. Dort wurde er von der Fürstin Marie von Thurn und Taxis auf ihrem Schloss empfangen. Zwischen Rilke und der Fürstin entstand eine lebenslange Freundschaft.

Nach seinem Entschluß zur Berufslosigkeit und zu einem reinen Dichterdasein war Rilke zu jedem Verzicht bereit, wenn es dem Werk galt. Er opferte sein Leben seiner Kunst und gewann Unsterblichkeit, indem er unerreichte Sprach- und Kunstwerke schuf.

Im Ersten Weltkrieg war er zur österreichischen Armee eingezogen, wurde aber aufgrund seiner kränklichen Konstitution in das Wiener Kriegsarchiv versetzt.

1925 reiste Rilke nochmals nach Paris, wo er als Dichter und Literat gefeiert wurde. Doch eine Krankheit beendete den Aufenthalt in Paris. 1926 verschlimmerte sich sein gesundheitlicher Zustand merklich. Rilke blieb von nun an in der Schweiz und kam im Dezember in ein Sanatorium in Val-Mont.

Wie auch in den intellektuellen Romanen zeitgenössischer Künstler, wie z.B. Robert Musil, findet man in Rilkes Werken viele essayistische Absätze vor, verflochten mit überreichen Handlungen, dramatischen Szenen und kontemplativen Passagen, die von dem menschlichen Dasein, der Kunst, Politik und Geschichte handeln wie das für Dostojewskis Romane charakteristisch war.

Rainer Maria Rilke starb am 29. Dezember 1926 an Leukämie. Am 2. Januar 1927 wurde der Dichter in Raron im Kanton Wallis beigesetzt. Sein Grabspruch, den er sich selbst gewünscht hat, lautet: “Rose, oh reiner Widerspruch, Lust, Niemandes Schlaf zu sein unter soviel Lidern“.

Rainer Maria Rilke wurde am 4. Dezember 1875 in Prag als Sohn eines Prager Beamten geboren.

Literatur:

Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge
Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge
von Rainer Maria Rilke

Gedichte:

Die schönsten Gedichte - Rainer Maria Rilke
Die schönsten Gedichtee
von Rainer Maria Rilke

Die schönsten Gedichte
Die schönsten Gedichte
von Rainer Maria Rilke


Weblinks:

Rainer Maria Rilke - www.rilke.de

Rainer Maria Rilke - www.literaturatlas.de


Blog-Artikel:

Heimito von Doderer 60. Todestag

»Jewgeni Onegin« von Alexander Puschkin

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Hans Fallada 70. Todestag

Georg Trakl 130. Geburtstag





Dienstag, 27. Dezember 2016

Carl Zuckmayer 120. Geburtstag


Carl Zuckmayer

Am 27. Dezember wäre Carl Zuckmayer 120 Jahre alt geworden. Carl Zuckmayer wurde am 27. Dezember 1896 in Nackenheim, Rheinhessen geboren. Carl Zuckmayer war ein bedeutender deutscher Schriftsteller, Dramatiker und Bühnenautor in der Mitte des 20. Jahrhunderts.

Zuckmayer meldete sich im August 1914 als Kriegsfreiwilliger an die Front. Aus seinen Erfahrungen als Offizier an der Westfront wurde er militanter Kriegsgegner.


Der fröhliche Weinberg

Der literarische Durchbruch gelang dem Rheinhessen Zuckmayer im Dezember 1925 mit der weinseligen Komödie »Der fröhliche Weinberg«. Sie führte vor allem wegen der parodistischen Darstellung eines Korpsstudenten zu zahlreichen Skandalen, wurde aber dennoch das meistgespielte Theaterstück in den 1920er Jahren.

Anfang der 1920 er Jahre zog es ihn anch Berlin. Berlin war sein berufliches Zentrum, in dem alle seine Uraufführungen und Proben stattfanden. Aber schreiben konnte nur auf dem Lande. Von seinen Tantiemen kaufte sich Zuckmayer 1926 ein Haus in Henndorf bei Salzburg, wo er nun überwiegend lebte, obwohl Berlin weiterhin sein berufliches Zentrum blieb.


In Berlin feierte er 1927 mit der Uraufführung des »Schinderhannes« im Lessing-Theater den nächsten Theatererfolg. 1928 folgte die Uraufführung von »Katharina Knie«.

Seinen größten Erfolg in den Jahren der Weimarer Republik hatte er 1931 mit der Komödie »Der Hauptmann von Köpenick. Ein deutsches Märchen«.


Der Hauptmann von Köpenick

1931 wurde das satirische Stück von Carl Zuckmayer im Deutschen Theater Berlin uraufgeführt. 160.000 Mark an Tantiemen (damals das Lebenseinkommen eines Schwerstarbeiters) trug sie ihm allein im ersten Jahr nach der Uraufführung ein, aber auch den Hass der Nationalsozialisten, denen die anti-militaristische Tendenz des Stücks zuwider war.

Nach dem Anschluss Österreichs 1938 sah sich Zuckmayer nun doch zur Flucht gezwungen, zuerst in die Schweiz, dann in die USA, wo er in Hollywood als Drehbuchautor arbeitete. Da er sich dort jedoch in seiner Existenz als Künstler bedroht sah, pachtete er ab 1940 eine Farm in Vermont, die er bis Kriegsende in der Emigration bewirtschaftete.

Ein Jahr nach Kriegsende, 1946, kehrte Zuckmayer als ziviler Kulturbeauftragter des amerikanischen Kriegsministeriums erstmals nach Europa zurück.

Carl Zuckmayer

Des Teufels General

Nach dem Krieg feierte Zuckmayer als Dramatiker grosse Erfolge auf der Bühne. Sein größter Nachkriegserfolg war Stück »Des Teufels General« - ein Fliegerdrama als Parabel auf den Untergang des Nationalsozialismus. Das Drama bezieht sich auf den Tod des Fliegerasses Ernst Udet im Jahr 1941 in Russland.

Das im Dezember 1946 in Zürich uraufgeführtes Stück »Des Teufels General« war sein größter Nachkriegserfolg auf dem westdeutschen Theater. Allein in der Spielzeit 1948/49 wurde es 2.069 Mal gespielt.

Mit Dramen wie »Der Gesang im Feuerofen« (1950) über Widerstand und Kollaboration in Frankreich während des Zweiten Weltkriegs und »Das kalte Licht« (1955) über einen Fall von Atomspionage war Zuckmayer im Westen auch in den 1950er Jahren der erfolgreichste deutsche Dramatiker. Zahlreiche seiner Werke wurde in den 50er Jahren verfilmt, u. a. durch Helmut Käutner.

Mit Beginn der 1960er Jahre sank das Interesse an seinen Stücken rapide, weil ihr formaler Traditionalismus nicht mehr dem Zeitgeschmack von Regisseuren und Intendanten entsprach.

Zuckmayer, der im Januar 1946 die von ihm drei Jahre zuvor beantragte amerikanische Staatsbürgerschaft erhielt, behielt seinen Wohnsitz im abgelegenen Woodstock (Vermont) bis 1957. Einen Antrag auf Wiedereinbürgerung in Deutschland zu stellen, lehnte er ab. 1957 übersiedelte wieder nach Europa und zog in die Schweiz. Dort erwarb der Rückkehrer in Saas-Fee im Kanton Wallis ein Haus. 1966 wurde er Schweizer Staatsbürger.


Als wärs ein Stück von mir

In diesem Jahr veröffentlichte er auch seine Autobiographie »Als wär’s ein Stück von mir« - ein Klassiker unter den Künsterbiografien, - die ein Bestseller wurde und sich bis heute weit über eine Million Mal verkaufte.

Zu seinen bekanntesten Werken gehören »Der fröhliche Weinberg« (1925), »Der Schinderhannes« (1927), »Der Hauptmann von Köpenick« (1931) und »Des Teufels General« (1946).

Carl Zuckmayer war Zeitzeuge und Chronist eines bewegten Jahrhunderts, dessen Geschehnisse er in vielen Werken festhielt.

Er war ein Schriftsteller, der die Deutschen in ihrem Wesen durchschaute, aber immer auch an die Deutschen glaubte.

Carl Zuckmayer starb am 18. Januar 1977 in seiner schweizer Wahlheimat Visp.

Weblink:

Carl Zuckmayer-Biografie - www.die-biografien.de

Carl Zuckmayer-Zitate - Zitate-Portal - www.die-zitate.de

Literatur:

Als wärs ein Stück von mir
Als wärs ein Stück von mir
von Carl Zuckmayer

Der fröhliche Weinberg
Der fröhliche Weinberg
von Carl Zuckmayer

Montag, 26. Dezember 2016

Robert Walser 60. Todestag

Robert Walser

Robert Walsers 60. Todestag jährt sich am 25. Dezember. Walser starb am 25. Dezember 1956 nahe Herisau im Kanton Appenzell auf einem winterlichen Spaziergang im Schnee. Robert Walser war ein deutsch-schweizerischer Schriftsteller.

Robert Walser gehört wohl zu den schillerndsten Persönlichkeiten der deutschsprachigen Literatur: Der 1878 geborene Schriftsteller lehnte den bürgerlichen Leistungs- und Erfolgsbegriff seiner Zeit gänzlich ab, lebte in selbstgewählter Armut und verbrachte das letzte Drittel seines Lebens in einer Nervenheilanstalt. Zu Lebzeiten fanden v.a. seine feuilletonistischen Beiträge einige Anerkennung und selbst Kafka und Hesse konnten sich für Walsers Werk begeistern; nach Walsers Tod 1956 geriet es jedoch beinahe in Vergessenheit.

Nach seiner Schulzeit absolvierte er eine Banklehre und arbeitete als Commis in verschiedenen Banken und Versicherungen in Zürich. Seine ersten Gedichte, die 1898 erschienen, ließen ihn rasch zu einem Geheimtip werden und verschafften ihm den Zugang zu literarischen Kreisen. Nach Erscheinen seines ersten Buches Fritz Kochers Aufsätze folgte er 1905 seinem Bruder Karl nach Berlin, der dort als Maler und Bühnenbildner den Durchbruch erzielt hatte. In rascher Folge publizierte Walser nun seine drei Romane Geschwister Tanner (1907), Der Gehülfe (1908) und Jakob von Gunten (1909).

Infolge einer psychischen Krise geriet Walser Anfang 1929 gegen seinen Willen in die Psychiatrie, deren Rahmen er nie mehr verlassen konnte. 1933 von der Berner Klinik Waldau nach Herisau verlegt, gab er das Schreiben vollständig auf und lebte dort noch 24 Jahre als vergessener anonymer Patient.

"Er hat in seinen Büchern mehr Dichtertum, als einige Dutzend Preisträger zusammen.", sagte Albin Zollinger ber ihn.


"Er hat in seinen Büchern mehr Dichtertum, als einige Dutzend Preisträger zusammen."

Albin Zollinger

Walser debütierte mit Gedichten - viele davon erschienen 1909 in dem von Karl Walser illustrierten Band »Gedichte«. Erst später sollte er sich der Prosa zuwenden.

Walser geriet in dieser Zeit, auch da er durch den Krieg von Deutschland weitgehend abgeschnitten war, in die Isolation. Zudem konnte er als freier Schriftsteller, obwohl er eifrig produzierte, kaum leben. Anfang 1921 zog Walser deshalb nach Bern, wo er für einige Monate eine Stellung als Bibliothekar im Staatsarchiv annahm. In Bern lebte er sehr zurückgezogen und wohnte in möblierten Zimmern, die er häufig wechselte.

Walsers Werk lässt sich in vier Epochen unterteilen: die frühen Werke, die im Umfeld von Jugendstil und Ästhetizismus standen; die vergleichsweise realistischen Werke der Berliner Zeit, in der sämtliche zu Lebzeiten Walsers veröffentlichten Romane entstanden; die vordergründig stark auf Heimatkunst und Schweizer Sujets zurückgreifenden Schriften der Bieler Zeit; und die immer abstrakter, hermetisch werdenden Prosastücke, Gedichte und Dramolette der Berner Zeit, die dem Umfang nach den größten Teil von Walsers Werk ausmachen.

In der Berner Zeit radikalisierte sich Walsers Stil. In immer stärker verdichteter Form schrieb er „Mikrogramme“ (so genannt nach der winzigen, schwer zu entziffernden Bleistiftschrift, die Walser zur Niederschrift benutzte), das heißt Entwürfe zu Gedichten, Prosastücken, Szenen und einen ganzen Roman (Der Räuber), von denen er nur einen Teil auch mit der Feder in Reinschrift ausführte, um sie Redaktionen zum Abdruck einzureichen. In diesen Texten verdichtete er seinen sprachspielerisch subjektiven Stil zu noch höherer Abstraktion.

Robert Walser wurde am 15. April 1878 in Biel, Kanton Bern geboren.


Literatur:

Der Spaziergang
Der Spaziergang
von Robert Walser

Jakob von Gunten
Jakob von Gunten
von Robert Walser

Freitag, 23. Dezember 2016

Heimito von Doderer 60. Todestag


Heimito von Doderer

Heimito von Doderer starb am 23. Dezember 1966 in Wien. Heimito von Doderer war ein österreichischer Schriftstellerund ein umstrittenes Genie, dessen Werke in der Mitte des 20. Jahrhunderts populär waren, der aber in einer sich wandelnden Welt keine rechte Anerkennung finden wollte.

Der Nachfahre des Dichters Nikolaus Lenau studierte 1920 nach seiner Rückkehr aus russischer Kriegsgefangenschaft Geschichte in Wien und veröffentlichte 1923 sein erstes Werk, den Gedichtband »Gassen und Landschaft«. 1930 erschien sein erster Roman »Geheimnis des Reiches« und 1938 der Roman »Ein Mord, den jeder begeht«.

Im Zweiten Weltkrieg wurde der Dichter, der 1933 für kurze Zeit begeistertes Mitglied der NSDAP war, zur Luftwaffe eingezogen.

Als Doderer nach dem Krieg mit einem dreijährigen Schreibverbot belegt wurde, konnte er dies kaum glauben. Er hatte seine Mitgliedschaft seit 1938 ruhen lassen und fühlte sich als Außenseiter der Nazi-Gesellschaft, der nun ein Recht auf Anerkennung habe.

Einen "barbarischen Irrtum" hat Doderer seine Mitgliedschaft in der NSDAP genannt. Diese war auch der Grund dafür, daß er später nicht den Literaturnobelpreis erhalten hat, obwohl immer wieder als heisser Anwärter gehandelt wurde.

Mit den Romanen »Die Strudlhofstiege« (1951) und »Die Dämonen« (1956), zwei episch breiten, sozialkritischen Sittengemälden der österreichischen Gesellschaft zu Beginn des 20. Jahrhunderts, begründete er seinen Ruhm als Schriftsteller.


Die Strudlhofstiege


»Die Strudlhofstiege« ist ein epochaler Großstadtroman über Wien in den Jahren 1910/11 und 1923 bis 25. Im Mittelpunkt des Geschehens steht der Amtsrat und Major a. D. Melzer, dessen Leben irgendwie immer an ihm vorbeiläuft, bis er endlich doch zu sich selbst findet. Ein Großstadtroman mit der Aura des Lebens, »so, wie es ist«. Heimito von Doderers Werk ist schwere, wenn auch nachhaltige Kost aus einem Wien das es so nicht mehr gibt.

1951 erschienen »Die erleuchteten Fenster« und »Die Strudlhofstiege oder Melzer und die Tiefe der Jahre«. Im selben Jahr nahm Doderer nach mehr als zehnjähriger Pause die Arbeit an den »Dämonen« wieder auf. Nach der Chronik des Sektionsrates Geyrenhoff erschien 1956 und wurde wiederum sehr positiv aufgenommen.

Doderer war eine recht merkwürdige Gestalt, die der deutschsprachigen Nachkriegsliteratur mehrere Mammutwerke von erstaunlicher Breite, Tiefe und Absonderlichkeit hinzugefügt hat. Sein bekanntestes Werk ist der Roman »Die Strudlhofstiege oder Melzer und die Tiefe der Jahre« (erschienen 1951), sein umfangreichstes »Die Dämonen« (1956).

Heimito von Doderer wurde am 5. September 1896 in Hadersdorf-Weidlingau, heute in Wien, geboren.


Weblinks:

Heimito von Doderer-Biografie - Biografien-Portal - www.die-biografien.de

Heimito von Doderer-Zitate - Zitate-Portal - www.die-zitate.de


Literatur:


Ein Mord, den jeder begeht



Tangenten. Aus dem Tagebuch eines Schriftstellers 1940 - 1950



Die Strudlhofstiege



Blog-Artikel:

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Georg Trakl 130. Geburtstag

Samstag, 17. Dezember 2016

Das abenteuerliche Leben des Santa Claus


Hierzulande hat sich längst herumgesprochen, dass in Amerika nicht der Weihnachtsmann den Kindern die Geschenke bringt und nicht das Christkind, und dass diese ihn Santa Claus nennen.

Dieser hat viele eigenartige Gewohnheiten und wenn man über ihn nachdenkt, stellen sich viele Fragen. Aber wer ist dieser Santa Claus eigentlich, wo wohnt er und wie kam er zu seinem Namen? Und warum reist er mit einem Schlitten, den Rentiere durch die Lüfte ziehen und wieso können die überhaupt fliegen?



Der Weihnachtsmann oder Das abenteuerliche Leben des Santa Claus

Lyman Frank Baum, der Schöpfer des Klassikers »Der Zauberers von Oz«, hat sich darüber auch Gedanken gemacht und schon Anfang des letzten Jahrhunderts diese abenteuerliche Märchen erzählt, das die vielen Geschichten und Mythen rund um Weihnachten mit einer eigenen Variante bereichtert.

Dieses Märchenbuch mit seinen gesammelten abenteuerlichen Weihnachtsgechichten ist ein Vorlesespass für die ganze Familie.

Freitag, 16. Dezember 2016

»Weihnachtszeit« von Heinrich Hoffmann von Fallersleben



O schöne, herrliche Weihnachtszeit!
Was bringst du Lust und Fröhlichkeit!
Wenn der heilige Christ in jedem Haus
teilt seine lieben Gaben aus.

Und ist das Häuschen noch so klein,
so kommt der heilige Christ hinein,
und alle sind ihm lieb wie die Seinen,
die Armen und Reichen, die Grossen und Kleinen.

Der heilige Christ an alle denkt,
ein jedes wird von ihm beschenkt.
Drum lasst uns freuen und dankbar sein!
Er denkt auch unser, mein und dein!

»Weihnachtszeit«

von Heinrich Hoffmann von Fallersleben (1798 - 1874)

Mittwoch, 14. Dezember 2016

»Der Geruch des Paradieses« von Elif Shafak


Der Geruch des Paradieses

Elif Shafak, in Straßburg geboren, gehört zu den meistgelesenen Schriftstellerinnen in der Türkei.
Ihr neuer Roman »Der Geruch des Paradieses« von Elif Shafak ist am 7. Oktober 2016 erschienen. Er erzählt vom Leben und Schicksal einer jungen Frau, die zwischen zwei Welten lebt.

Als Peri auf dem Weg zu einer Dinnerparty in Istanbul auf offener Straße überfallen wird, fällt ein Foto aus ihrer Handtasche ein Relikt aus ihrer Studienzeit in Oxford. Daraufhin wird sie von der Erinnerung an einen Skandal eingeholt, der ihre Welt für immer aus den Fugen gehoben hat. Elif Shafak verwebt meisterhaft Fragen der Liebe, der Schuld und des Glaubens und erzählt, wie der Kampf zwischen Tradition und Moderne die junge Frau zu zerreißen droht.

Zunächst begegnet der Leser der achtjährigen Peri in den 80er Jahren in Istanbul. Ihre Mutter ist streng gläubig. Ihr Vater ist skeptisch und stellt vieles in Frage. Dann sind da noch zwei Brüder die mit ihrer politischen Einstellung nicht weiter auseinanderliegen könnten. Peri fühlt sich zu ihrem Vater hingezogen und der bestärkt sie darin, Fragen zu stellen.


Peri lebt in Zwängen, die für westliche Wertvorstellungen manchmal nicht ganz einfach zu verstehen sind. Selbst in England sind diese Wertvorstellungen nicht einfach verschwunden. Sie hat hier zwei Freundinnen, die das Gefühl der Zerrissenheit sichtbar werden lässt. Peri muss Spannungen aushalten und Entscheidungen treffen.

Peris innere Zerrissenheit, die Zerrissenheit Istanbuls in einen europäischen und einen asiatischen Teil, die Innenansichten des türkischen Lebensgefühls, welches es so in seiner Einheit gar nicht geben kann, all dies skizziert Elif Shafak meisterhaft in ihrem Roman. Obwohl die Türkin, deren Romane in mehr als vierzig Sprachen übersetzt wurden, polarisiert, eint Elif Shafak ihre LeserInnen weltweit und in ihrem weltanschaulich zweigeteilten Heimatland auf nicht geahnte Art und Weise.

Das Buch hätte zu keinem besseren Zeitpunkt in Deutschland erscheinen können, als gerade jetzt, wo die Türkei bei uns so im Fokus steht.


Lieratur:


Der Geruch des Paradieses
von Elif Shafak

Samstag, 10. Dezember 2016

»Straße der Wunder« von John Irving


Straße der Wunder

»Straße der Wunder« heißt der neue Roman von John Irving, im englischen Original »Avenue of Mysteries«. Die Geschichte um den mexikanischen Waisenjungen Juan Diego enthält natürlich viele Wunder, Glauben, Erinnerungen und Träume, zugleich aber auch Irvings gekonnte Mischung aus Vergangenheit und Gegenwart und nicht zuletzt einen politischen Hintergrund. John Irving taucht tief ein in die Welt des mexikanischen Wunderglaubens.

Juan Diego und seine stumme Schwester Lupe sind Müllkippenkinder in Mexiko. Ihre einzige Überlebenschance: der Glaube an die eigenen Wunderkräfte. Denn Juan Diego kann fliegen und Geschichten erfinden, Lupe sogar die Zukunft voraussagen, insbesondere die ihres Bruders. Um ihn zu retten, riskiert sie alles. Verführerisch bunt, magisch und spannend erzählt: zwei junge Migranten auf der Suche nach einer Heimat in der Fremde und in der Literatur.


Juan Diego hat sein Leben als absoluter Underdog begonnen und doch seinen Weg gemacht, wenn auch hinkend. Seine Kindheit verbringt er, ein zapotekischer Mischling, gemeinsam mit der wilden, in unverständlichen Zungen redenden, geliebten Schwester Lupe, auf der Müllkippe des südmexikanischen Oaxaca, umsorgt freilich von den Jesuiten-Patres des „Hogar de los Ninos Perdidos“, des „Hauses der verlorenen Kleinen“.

Der Deponiechef Riveras - möglicherweise sein Vater - fährt ihm versehentlich mit seinem Pickup-Truck über den Fuß, so dass er sein Lebtag verkrüppelt bleibt. Dennoch rückt eine Karriere als Hochseilartist im Zirkus „La Maravilla“, der Wunderbaren, vorübergehend in seine Reichweite.

Durch eine Verkettung glücklicher Umstände – der Jesuitenkandidat Edward verliebt sich in die stämmige Transvestitin Flor, die beiden tun sich zusammen, um Juan Diego zu adoptieren – landet er schließlich am College von Iowa City im Herzen der USA. Dort entwickelt er sich, der sich schon auf der Kippe als zäher Autodidakt mit Büchern gebildet hatte, zum international angesehenen Schriftsteller. Jetzt folgt Juan Diego einem Gelübde, das er seinem sterbenden Freund, einem amerikanischen Hippie mit riesigem Jesus-Tattoo, gegeben hatte, und will das Grab von dessen 1945 auf den Philippinen gefallenen Vater besuchen. Und wenn ihm, dem weltfremden Einzelgänger, nicht sein alter Creativ-Writing-Schüler Clark sowie die beiden Geisterladys gewaltig unter die Arme griffen, wäre wohl nichts geworden aus dieser Mission.


»Straße der Wunder« heißt der neue Roman von John Irving, im englischen Original »Avenue of Mysteries«. Und von Mysterien und Wundern macht er reichlich Gebrauch, ganz im Stil des magischen Realismus, der manchen Autoren unentbehrlich scheint, sobald ihr Buch in den wärmeren Klimaten der Dritten Welt spielt. Insbesondere die Heilige Jungfrau zeigt sich eingreiffreudig und funkelt Juan Diegos Mutter, als diese deren riesige Statue in der Kirche abstauben will, wegen des allzu freizügigen Dekolletés so böse an, dass die arme Esperanza von der Leiter fällt und stirbt.

Dann jedoch weint das „Monster Maria“, wie sie bis zum Überdruss genannt wird, im Beisein von neun Zeugen wider haselnussgroße Tränen über Juan Diegos trauriges Schicksal, dass es nur so spritzt. Das alles klingt erst mal recht lustig; aber wie immer wird auch hier der Realismus von der Magie beschädigt, indem sie die Glaubwürdigkeit des Konstrukts insgesamt erschüttert und bewirkt, dass man sich auch echt schlimme Dinge (wenn etwa die Löwen im Zirkus die Schwester töten) nicht mehr so recht zu Herzen nimmt.


Irving aber braucht die Wunder: Sie sind das Einfallstor seiner ironischen Sentimentalität, und zugleich bahnen sie den sozialen Konstellationen den Weg, die man als unwahrscheinlich selbst dann bezeichnen muss, wenn man die Geisterbegegnungen abzieht. Das Grundmuster ist dem Leser vertraut seit »Garp und wie er die Welt sah«, dem Roman, der 1978 Irvings Ruhm begründete: Die schrillen Außenseiter tun sich zusammen – Transvestiten, Krüppel, Flagellanten, Zwerge, Eingeborene – und begründen durch ihre Solidarität eine besondere Art von Patchwork-Familie. Es sind kaleidoskopische Variationen auf das Motiv der Bremer Stadtmusikanten. Hier liegt der Kern von Irvings Erzählens: Es lässt als wahres Ereignis nur den Augenblick zu, in dem die Figuren einander finden und erkennen, von da an kann nichts mehr von Bedeutung geschehen. So viele groteske Wendungen Irving auch ins Spiel bringen mag, eine eigentliche Handlung entspringt nicht mehr daraus. Stattdessen ähnelt das Buch einem riesigen Tableau, auf dem der Scheinwerfer mal dieses und mal jenes Teil beleuchtet.



Die Geschichte um den mexikanischen Waisenjungen Juan Diego enthält natürlich viele Wunder, Glauben, Erinnerungen und Träume, zugleich aber auch Irvings gekonnte Mischung aus Vergangenheit und Gegenwart und nicht zuletzt einen politischen Hintergrund.

Mit Irvings Helden reist der Leser von Mexiko bis zu den Philippinen, begleitet ihn von der frühen Jugend bis ins Alter, begegnet zahlreichen grotesken Figuren, etwa der Transsexuellen Flor, amüsiert sich bestens mit Irvings tiefsinnigem Humor und lobt nicht zuletzt die dichte Atmosphäre dieses wunderbaren Romans.

Literatur: [ >> ]

Straße der Wunder
Straße der Wunder
von John Irving



»Reisen im Licht der Sterne« von Alex Capus


»Reisen im Licht der Sterne« von Alex Capus: Die Schatzinsel neu erzählt.

Mit seinem Roman »Reisen im Licht der Sterne« legt Alex Capus ein interessantes Stevenson-Porträt vor und verknüpft dies mit der spannenden Frage, ob nicht der Autor der Schatzinsel selbst den legendären Schatz entdeckt hat.

Im historischen Kontext stellt Capus das Leben des Robert Louis Stevenson, dessen Buch „Die Schatzinsel“ aus dem Jahr 1893 heute zu den Klassikern der Weltliteratur gehört, vor. Gut lesbar und faktenreich schildert der Autor den problematischen Gesundheitszustand, die für die Zeit außergewöhnliche Beziehung zu seiner Fr


Weblink:


Reisen im Licht der Sterne
von Alex Capus

Freitag, 9. Dezember 2016

Wolfgang Hildesheimer 100. Geburtstag

Wolfgang Hildesheimer


Wolfgang Hildesheimer wurde vor 100 Jahren am 9. Dezember 1916 als Sohn jüdischer Eltern in Hamburg geboren. Hildesheimer war ein deutscher Schriftsteller und Maler.

Seine Kindheit verbrachte er in Hamburg, Berlin, Nijmegen (Niederlande) und Mannheim. Nach einer Schreinerlehre in Palästina, wohin seine Eltern emigriert waren, studierte er von 1937 bis 1939 Malerei, Textilentwurf und Bühnenbildnerei an der Central School of Arts and Crafts« in London.

Nach dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs kehrte er nach Palästina zurück und arbeitete in Tel Aviv und Jerusalem als freier Grafiker und Maler. 1946 begann er eine Tätigkeit als Simultandolmetscher und Gerichtsschreiber bei den Nürnberger Prozessen. Er arbeitete danach als Schriftsteller und war Mitglied der »Gruppe 47«.

Für Aufsehen sorgte eine Rede, die Hildesheimer 1960 anlässlich der Internationalen Theaterwoche der Studentenbühnen in Erlangen unter dem Titel »Über das absurde Theater« hielt. 1980 hielt Hildesheimer die Eröffnungsrede der Salzburger Festspiele »Was sagt Musik aus«.

Neben seinen literarischen Werken verfertigte Hildesheimer auch Collagen, die er in mehreren Bänden sammelte.

Wolfgang Hildesheimer starb am 21. August 1991 in Poschiavo, Graubünden in der Schweiz.

Literatur:

Marbot
Marbot




Samstag, 3. Dezember 2016

»Cox oder Der Lauf der Zeit« von Christoph Ransmayr


Cox: oder Der Lauf der Zeit

»Cox: oder Der Lauf der Zeit« von Christoph Ransmayr ist ein farbenprächtiger Historienroman über einen maßlosen Kaiser von China und einen englischen Uhrmacher, über die Vergänglichkeit und das Geheimnis, dass nur das Erzählen über die Zeit triumphieren kann. Um Zeit und Wirklichkeit, um Zeit und Unendlichkeit geht es Christoph Ransmayr in seinem neuen Roman ebenso wie um Glück, Liebe und der Suche nach wirklichen Glücksmomenten. Der Roman ist ein wahres Kaisertum des phantasievollen Einfallsreichtums.

Qiánlóng, Kaiser von China, lädt den englischen Automatenbauer und Uhrmacher Alister Cox an seinen Hof. Der Meister aus London soll in der Verbotenen Stadt Uhren bauen, an denen die unterschiedlichen Geschwindigkeiten der Zeiten des Glücks, der Kindheit, der Liebe, auch von Krankheit und Sterben abzulesen sind. Schließlich verlangt Qiánlóng, der gemäß einem seiner zahllosen Titel auch alleiniger Herr über die Zeit ist, eine Uhr zur Messung der Ewigkeit. Cox weiß, dass er diesen ungeheuerlichen Auftrag nicht erfüllen kann, aber verweigert er sich dem Willen des Gottkaisers, droht ihm der Tod. Also macht er sich an die Arbeit.


Cox: oder Der Lauf der Zeit

Mitte des 18. Jahrhunderts reist der Londoner Uhrmacher Alistair Cox mit drei Mitarbeitern nach China. Kaiser Qianlong höchstpersönlich hat ihn eingeladen, nachdem er auf seine Handwerkskunst aufmerksam geworden war; Cox soll ihm eine Uhr bauen, wie es noch keine gegeben hat. So treffen Seelenverwandte aus zwei Hemisphären aufeinander: Hier der geniale Konstrukteur und Zeitmesser auf der Höhe seiner Kunst, dort der allmächtige, kunstsinnige Herrscher, der sich neben Himmel und Erde nun auch die Zeit untertan machen will, und das Werkzeug dazu soll Cox ihm an die Hand geben.

In leuchtenden Farben entsteht das Bild eines überaus fremden Landes, prächtig, geheimnisvoll und gefährlich, das so präzise wie ein Uhrwerk funktioniert und wo ein falscher Schritt, ein falscher Blick oder ein falsches Wort das Ende bedeuten können, des Lebens oder wenigstens der körperlichen Integrität, wie die Engländer gleich bei ihrer Ankunft anlässlich eines massenhaften Nasenabschneidens lernen müssen. Auch wenn sie sich des Kaisers Wertschätzung erfreuen und jeder Wunsch von ihren Augen abgelesen wird, ganz sicher können sie sich nie sein.

Christoph Ransmayrs Sprachkunstwerk ist ein historischer Reiseroman, exotisches Märchen und philosophisches Traktat über das Wesen der Zeit zugleich, irgendwie aus dieser gefallen und deshalb ganz einzigartig.


Literatur:

Cox: oder Der Lauf der Zeit
Cox: oder Der Lauf der Zeit
von Christoph Ransmayr

Cox oder Der Lauf der Zeit Rezension
Cox oder Der Lauf der Zeit Rezension«
von Joachim Weiser