Montag, 25. April 2016

Miguel de Cervantes 400. Todestag

Miguel de Cervantes

Miguel de Cervantes 400. Todestag jährt sich am 23. April. Der verarmte Edelmann aus Kastillien führte ein wechselvolles Leben, das Stoff für mehrere Abenteuerromane hergegeben hätte: Betrug, Duelle, Seeschlachten, zwischendurch auch mal fünf Jahre im Orient versklavt.

Seine Familie war auch nicht ganz ohne, mit der Ehrlichkeit und Wahrheit nahmen die es nicht so genau, obwohl - oder vielleicht gerade weil sein Großvater als Angestellter der spanischen Inquisition quasi im Staatsdienst war. Korrupte Beamte gab es halt schon immer.

Miguel de Cervantes

Cervantes war ein weitgereister fahrender Edelmann. Mit 22 Jahren musste Cervantes nach einem Duell aus Spanien fliehen. In der Seeschlacht von Lepanto zeichnete er sich durch Tapferkeit aus, doch seine linke Hand wurde zerschmettert. Er geriet in die Fänge von algerischen Piraten, versuchte viermal zu fliehen und wurde erst nach fünf Jahren Gefangenschaft losgekauft. Zurück in Spanien war er als Nachrichtenagent für König Philipp II. tätig, wurde des Mordes bezichtigt, kam erneut ins Gefängnis und wurde zweimal von der Kirche exkommuniziert.

Seinen berühmten Roman »Don Quijote« begann er im Gefängnis von Sevilla zu schreiben. Neben seinem weltberühmten Roman hat er mit seinen Novellen dieser Gattung zu ihrem Platz in der hohen Literatur verholfen.




»Die Kunst übertrifft niemals die Natur,
sondern sie vervollkommnet sie nur.«


Miguel de Cervantes-Saavedra,

(1547 - 1616), spanischer Schriftsteller

Miguel de Cervantes zählt neben Homer, Dante, Shakespeare und Goethe zu den fünf Großen der europäischen Literatur. Mit seinem Don Quijote hat er den modernen Roman erfunden und eine der herrlichsten Figuren der Weltliteratur geschaffen.

Fast jeder kennt die Abenteuer des Ritters Don Quijote und seines weltklugen Knappen Sancho Pansa. Wortreich und wunderbar absurd sind die Gespräche der beiden Helden, während sie sich von ihren Blessuren kurieren.


Weblink:

Miguel de Cervantes-Biografie - Biografien-Portal - www.die-biografien.de


Miguel de Cervantes: Ein wildes Leben
von Uwe Neumahr



Samstag, 23. April 2016

William Shakespeare 400. Todestag

William Shakespeare

William Shakespeares 400. Todestag jährt sich am 23. April. Als William Shakespeare 1616 starb, verließ eine Welt, die er zuvor auf ungeheuerliche Weise um Dramen und Sonette, um tiefste Welt- und Menschenkenntnis bereichert hatte.

William Shakespeare gilt als einer der bedeutendsten Dichter und Dramatiker des 16. Jahrhunderts. Der Dichter lebte in der kunstsinnigen Epoche der elisabethanischen Zeit in England.

Aus Anlaß des 400. Todestag von William Shakespeare finden zahlreiche Veranstaltungen und Aufführungen zu Ehren des großen englischen Dichters in Großbritannien und in der ganzen Welt statt.

Im April 2016 finden zahlreiche Veranstaltungen in Stratford-upon-Avon statt, Höhepunkt ist die »Shakespeare Birthday Celebrations Parade« am 23. April. Zahlreiche weitere Events werden in diesem Jahr das traditionelle Festprogramm erweitern.


Da kaum biographische Dokumente existieren, ist das Lebensbild Shakespeares nur unzuverlässig und bruchstückhaft zu rekonstruieren. Sein Vater war ein relativ wohlhabender Handwerker.

Shakespeare arbeitete zunächst als Schauspieler in kleineren Rollen und schrieb Schauspiele für seine Theatertruppe, an der er Teilhaber war. Seine Stücke waren offensichtlich sehr erfolgreich.

William Shakespeare

Den grössten Teil seines Lebens verbrachte er in London, wo er als Schauspieler und Theaterdichter wirkte. Er war Mitbegründer des »Globe Theater«. 1610 kehrte er als wohlhabender Mann nach Stratford zurück.

Als Schauspieler, Stückeschreiber, vor allem aber als kaufmännischer Teilhaber des Globe Theatre erwarb sich Shakespeare Vermögen und Einfluss.



Shakespeare war ein äußerst talentierter Stückeschreiber von weltmännischem Format. Er bediente sich bei den antiken Mythen und den Chroniken des Mittelalters und verwob sie mit eigenen Erfahrungen. William Shakespeare war ein des Lebens kundiger Dichter. Er hatte die Fähigkeit, Menschen in allen möglichen Situationen darzustellen.

Er brachte wie kein zweiter Autor die ganze Bandbreite menschlicher Gefühle zum Ausdruck. Seine Werke spiegeln im Zeitablauf häufig Phasen und Erfahrungen seines Lebens.




Mit 46 Jahren kehrte Shakespeare als reicher Mann nach Stratford zurück, und verbrachte dort seine letzten Lebensjahre, wobei er die Verbindungen zu seinen ehemaligen Kollegen nicht ganz abreißen ließ und bei einigen Theaterproduktionen als Mitautor beteiligt war.

William Shakespeare starb am 23. April 1616 im Alter von 52 Jahren in seinem Geburtsort Stratford und wurde in der Holy Trinity Church beigesetzt.

William Shakespeare wurde am 23. April 1564 in Stratford upon Avon geboren.

Weblinks:

William Shakespeare - – Leben und Legende - www.mdr.de

William Shakespeare-Biografie - Biografien-Portal www.die-biografien.de

William Shakespeare-Zitate - Zitate-Portal www.die-zitate.de

William Shakespeare - www.bbc.co.uk

William Shakespeare vor 450 Jahren gestorben


Literatur:

Shakespeare: Die Biographie
Shakespeare: Die Biographie
von Peter Ackroyd

Shakespeare: The Biography
Shakespeare: The Biography
von Peter Ackroyd


E-Book:


Hamlet - Prinz von Dänemark - William Shakespeare
Hamlet
von William Shakespeare

Autor auf XinXii






Freitag, 22. April 2016

Charlotte Brontë 200. Geburtstag

Charlotte Brontë


Charlotte Brontë wurde vor 200 Jahren am 21. April 1816 als älteste von drei Schwestern in Thornton, Yorkshire, geboren. Schon als Kind begann sie zu schreiben, arbeitete jedoch zunächst einige Jahre als Lehrerin und Gouvernante, bevor sie sich ganz der Schriftstellerei widmete.

Die melancholische Landschaft im Norden Englands bestimmte ebenso wie die Familie das karge Leben der drei Schwestern, von denen so heute viel bekannt ist, weil Charlotte als die Chronistin ihrer Familie fungierte.






Um Französisch-Lehrerin zu werden, reiste Charlotte nach Brüssel und verliebte sich unglücklich in den Leiter des Pensionats Héger. Eine eifersüchtige Madame Héger und ein unbeeindruckter Monsieur Héger ließen ihre Herzenshoffnungen scheitern. Zurück in Haworth, veröffentlichte sie 1846 gemeinsam mit ihren Schwestern Emily und Anne Gedichte.

Sie versteckten ihr Geschlecht hinter dem Pseudonym Brüder Bell, um den Vorurteilen gegenüber Schriftstellerinnen zu begegnen. Die Kritik lobte, aber niemand kaufte. Charlottes Roman »Jane Eyre« hingegen zeitigte Ruhm, und Geld. Als aber herauskam, daß eine Dame vom Lande ihn geschrieben hatte, einen Skandal.



Erst spät wagte sich Charlotte hinaus in die literarischen Zirkel Londons. Obwohl sie weiterhin unter einem Pseudonym publizierte, war sie inzwischen als Autorin von »Jane Eyre« bekannt, ihrem ersten veröffentlichten Roman (1847). Die fiktive Biografie einer Gouvernante beruhte auf ihren eigenen Erfahrungen mit diesem Broterwerb, und diesen verdankt sich auch das psychologisch dichte Porträt seiner Protagonistin und ihrer zerquälten Seele.

Der Roman wurde zu einem Skandalerfolg im prüden viktorianischen Zeitalter, nicht zuletzt wegen der emanzipatorischen Ideen und erotischen Phantasien, die sich darin offenbaren. Für ihren bis heute populärsten Roman erhielt Charlotte das seinerzeit stolze Honorar von 500 Pfund.

Wie ihre Schwestern veröffentlichte sie ihre Werke unter einem männlichen Pseudonym. Die wahre Identität der Autorinnen gab sie 1850 in einem Vorwort zu Emily Brontёs »Wuthering Heights« preis. Neben »Jane Eyre« hinterließ Charlotte Brontё drei weitere Romane sowie einen gemeinsam mit ihren Schwestern publizierten Gedichtband.

Die Brontë-Schwestern haben in ihrer leider nur sehr kurzen Schaffensphase einige zeitlose Klassiker geschaffen, darunter Meisterwerke wie »Jane Eyre« oder »Sturmhöhe«. Charlotte Brontë wirkte als Chronistin ihrer Familie und als Kartografin der eigenen zerklüfteten Seelenlandschaft.


Charlotte Brontë starb am 31. März 1855 in Haworth, Yorkshire.


Weblinks:

Zum 200. Geburtstag von Charlotte Brontë: Im Herzen tobt ein Sturm - NZZ Feuilleton - www.nzz.ch

Zum 200. Geburtstag von Charlotte Brontë - www.deutschlandfunk.de

Literatur:


Jane Eyre
von Charlotte Brontë


Montag, 18. April 2016

»Endspiel« von Samuel Beckett

Endspiel
Endspiel


Samuel Becketts »Endspiel« ist ein dramatischer Einakter, der 1957 uraufgeführt wurde. Es geht in dem Stück um die Darstellung von Menschen in einer sinnentleerten Welt.

In »Endspiel« wird eine hoffnungslose Situation gezeigt: Für vier Menschen ist fast alles vorbei. Sie scheinen die letzten Überlebenden einer Rasse zu sein, die endlich an ihrer Hybris zugrunde ging.

Sie stellen in Karikatur auf die heilige Familie das ganze mögliche Elend des Menschseins dar, indem sie sich mal selbst qäulend,mal gegenseitig verfluchend ihr ohnehin schon elendes Leben das seinem nahen Ende zu geht-noch schwer machen.

Hat Beckett in dem Drama hier wohl seinen Pessimismus in Bezug auf die ewige conditio humana ausgedrückt? Jedenfalls ist seine dramaturgische Meisterschaft unzweifelhaft.

"Es gibt Bücher, durch welche man alles erfährt
und doch zuletzt von der Sache nichts begreift."


Johann Wolfgang von Goethe

»Endspiel« ist ein Stück, das nicht so berühmt wie »Warten auf Godot« wurde, das jedoch dennoch zu den bedeutendsten Werken Becketts zählt. "Wenn ich die Ratte nicht töte, stirbt sie". Es sind nicht nur diese Sätze, übrigens einer von vielen im Werk, die das Drama zu einem wahren Drama machen.


»Endspiel« ist Beckett's zweites großes Stück. Das es so unbekannt ist wird seiner visionären Kraft nicht gerecht.

Samuel Becketts Einakter »Endspiel« ist 1957 erstmals in Paris herausgegeben (unter dem Namen „Fin de partie") und im selben Jahr in London uraufgeführt worden.

Vier Jahre nach "Warten auf Godot" präsentiert Beckett in Endspiel" wieder Charaktere, die in einer Art Ödnis vor sich hinwesen und blödelnd auf das erlösende Ende warten. In "Endspiel" ist dieser Prozess allerdings noch drastischer dargestellt als in Becketts bekanntesten Stück.


Weblink:


Endspiel
Endspiel
von Samuel Beckett

Donnerstag, 14. April 2016

Simone de Beauvoir 30. Todestag

Simone de Beauvoir

Simone de Beauvoirs 30. Todestag jährt sich am 14. April. Simone de Beauvoir gilt als führende Repräsentantin des französischen Existentialismus in der Literatur und als eine der wichtigsten Vordenkerinnen der europäischen Frauenbewegung.

Noch während ihres Philosophie-Studiums an der Sorbonne lernte sie Jean-Paul Sartre kennen, dem sie bald Lebensgefährtin und geistige Weggenossin wurde. Für ihren großangelegten Schlüsselroman «»Die Mandarins von Paris» (rororo 10761), der die intellektuelle Elite im Frankreich der IV. Republik porträtiert, erhielt sie die höchste literarische Auszeichnung ihres Landes, den »Prix Goncourt«,




Ihre ursprünglich wohlhabenden Eltern lebten nach dem Ersten Weltkrieg aufgrund von Fehlspekulationen unter wenig üppigen Verhältnissen in der Rue de Rennes. Mit fünfeinhalb Jahren kam Simone an das katholische Mädcheninstitut, den Cours Désir, Rue Jacob. Als Musterschülerin legte sie dort den Baccalauréat, das französische Abitur, ab. 1925/26 studierte sie französische Philologie am Institut Sainte-Marie in Neuilly und Mathematik am Institut Catholique, bevor sie 1926/27 die Sorbonne bezog, um Philosophie zu studieren.

1928 erhielt sie die Licence, schrieb eine Diplomarbeit über Leibniz, legte gemeinsam mit Merleau-Ponty und Lévi-Strauss ihre Probezeit als Lehramtskandidatin am Lycée Janson-de-Sailly ab und bereitete sich an der Sorbonne und der École Normale Supérieure auf die Agrégation in Philosophie vor. In ihrem letzten Studienjahr lernte sie dort eine Reihe später berühmt gewordener Schriftsteller kennen, darunter Jean-Paul Sartre, ihren Lebensgefährten seit jener Zeit.

In den Jahren 1932 bis 1936 unterrichtete sie zunächst in Rouen und bis 1943 dann am Lycée Molière und Camille Sée in Paris. Danach zog sie sich aus dem Schulleben zurück, um sich ganz der schriftstellerischen Arbeit zu widmen. Den Durchbruch als Schriftstellerin gelang ihr mit den existentialistischen Romanen »Sie kam und blieb« (1943) und »Das Blut der anderen« (1945). Zusammen mit Jean-Paul Sartre hat Simone de Beauvoir am politischen und gesellschaftlichen Geschehen ihrer Zeit stets aktiv teilgenommen.


Sie hat sich, insbesondere seit Gründung des MLF (Mouvement de Libération des Femmes) 1970, stark in der französischen Frauenbewegung engagiert. 1971 unterzeichnete sie das französische Manifest zur Abtreibung. 1974 wurde sie Präsidentin der Partei für Frauenrechte, schlug allerdings die "Légion d'Honneur" aus, die ihr Mitterrand angetragen hatte. Am 14. Apruil 1986 starb sie 78-jährig im Hospital Cochin. Sie wurde neben Sartre auf dem Friedhof Montparnasse beigesetzt.

Simone de Beauvoir wurde am 9. Januar 1908 in Paris als Tochter aus gutbürgerlichem Hause geboren.

Weblink:


In den besten Jahren
von Simone de Beauvoir


Dienstag, 12. April 2016

Samuel Beckett 110. Geburtstag

Samuel Beckett

Samuel Beckett wurde am 13. April 1906 in Dublin geboren. Er zählt zu den bedeutendsten Schriftstellern des 20. Jahrhunderts und erhielt 1969 den Literaturnobelpreis.

Er gilt neben James Joyce und Franz Kafka als einer der bedeutendsten Schriftsteller des zwanzigsten Jahrhunderts. Geburt, Leben und Tod, die Grundmotive vieler Dichter in der europäischen Tradition, sind auch bestimmend für Becketts Werk.

Beckett ist dem breiten Publikum hauptsächlich durch seine Dramen, insbesondere sein Werk »Warten auf Godot« bekannt, verfasste aber auch Prosa und Lyrik.

Er war zwar ein irischer Schriftsteller, der aber als britischer Staatsbürger geboren wurde und ab 1937 ständig in Frankreich lebte.

Nach dem Abitur nahm er ein Romanistikstudiums am Dubliner Trinity College auf, an dem er später unterrichtete, bevor er sich auf europäische Wanderschaft begab.







Beckett war ein Schriftsteller auf der Suche nach Inspiration und besuchte in Deutschland Museen, Galerien und nahm Kontakt zu zeitgenössischen Künstlern und Kunstwissenschaftlern auf.

Er beobachtete dabei die Veränderungen durch das nationalsozialistische Regime und kommentierte dieses in seinen Tagebüchern »German Diaries« in scharfen Ton.

Warten auf Godot. Endspiel. Glückliche Tage: Drei Stücke

Warten auf Godot. Endspiel. Glückliche Tage: Drei Stücke


Hat das Leben einen Sinn? Die absurde, stumme Welt bleibt uns die Antwort auf diese Frage schuldig. Ebenso wenig scheint der Mensch dazu berufen, sein Leben mit Sinn zu füllen und nach seinen Vorstellungen zu gestalten. Doch wo sonst lässt sich dieser Sinn suchen?

Sein zentrales Thema ist die Erkenntnis der Sinnlosigkeit menschlicher Existenz. Ein weiteres Thema, das Samuel Backett immer wieder beschäftigt hat: der Zweifel an der Größe und Vollkommenheit des Menschen.

Die Mehrdeutigkeit und Widersprüchlichkeit seiner immer kürzer, immer lakonischer werdenden Theatertexte sind nach wie vor Hürden vor dem Zugang zu seinem Werk.






Zu seinen bekanntesten Werken gehört »Warten auf Godot« und der Roman »Glückliche Tage«. »Warten auf Godot« ist eine Parabel für das vergebliche Hoffen und Warten auf Gott.

Auf Anerkennung musste Samuel Beckett lange warten. Jahrelang suchte er für »Murphy« einen Verlag. »Warten auf Godot« kam erst fünf Jahre, nachdem es geschrieben wurde, auf die Bühne. Scheitern ist immer sein Thema geblieben.

Ab dem Ende der fünfziger Jahre war Beckett ein anerkannter und etablierter Autor. Seine Texte wurden rasch zum Druck angenommen und seine Stücke umgehend aufgeführt oder produziert.

Samuel Beckett starb am 22. Dezember 1989 in Paris in einem Heim.


Weblinks:

Samuel Beckett-Biografie - Biografien-Portal - www.die-biografien.de


Samuel Beckett-Zitate - Zitate-Portal - www.die-zitate.de


Warten auf Godot. Endspiel. Glückliche Tage: Drei Stücke
Warten auf Godot. Endspiel. Glückliche Tage: Drei Stücke
von Samuel Beckett

Sonntag, 10. April 2016

"Homo Faber" von Max Frisch

Homo faber

Der Roman "Homo Faber" gilt als Max Frischs bekanntestes Buch. "Homo Faber" ist eine Reiseerzählung. Der Erzähler berichtet notizen- und tagebuchartig von beeindruckenden Erlebnissen auf Reisen. Der aus der Ich-Sicht erzählte Roman enthält die Geschichte eines Menschen, der als rational denkender Mann die mehr oder minder latenten Widersprüche in seiner Seinsdeutung nicht bemerkt.

Im Mittelpunkt von Max Frischs berühmtesten Prosawerk steht Walter Faber, eine Anlehnung an den anthropologischen Begriff „homo faber“, was so viel heißt, wie „der schaffende Mensch“. Faber ist ein solcher: ein streng rationaler, technisch orientierter Ingenieur, dessen Weltbild klar durch mathematische Regeln geprägt wird. Dieses Weltbild jedoch gerät aus den Fugen, als Faber seine Tochter trifft, von deren Existenz er nichts ahnt und sich in sie verliebt. Eine inzestuöse Liebesaffäre beginnt. Ein sprachliches Meisterwerk voller Poesie und Menschlichkeit über das Wesen des modernen Menschen.

Walter Faber alias "Homo faber" ist ein rational denkender Mensch, der für alles eine weltliche Erklärung hat und den nichts aus der Ruhe bringt. Ein denkwürdiger Flug mit anschließender Notlandung setzt jedoch eine Ereignis-kette in Gang, für die selbst der kühle Faber keine richtige Erklärung findet. Plötzlich wird er mit einer Vergangenheit konfrontiert, mit der schon lange abgeschlossen hatte. Unglaubliche Zufälle rufen alte bekannte auf den Plan und bringen Fabers Weltbild beträchtlich ins Wanken. Faber scheint sich zu verlieben, doch seine junge Bekanntschaft ist ihm weitaus näher verbunden als Faber und ihr lieb sein kann. Menschliche Tragödien nehmen ihren Lauf während jahrelange Missverständnisse ans Tageslicht kommen.

Der Erzähler Walter Faber, ein UNESCO-Ingenieur, hat sich das rein rationale Weltbild eines puren Technikers zugelegt. Mit Kunst, die ja der Ratio zuwider läuft, kann er nichts anfangen und Gefühle sind für ihn die großen Schwächen des Menschen; folgerichtig sieht er in emotionslosen, aber perfekt funktionierenden Maschinen sein Daseinsideal verkörpert. Doch im Laufe seines Berichts zeigt sich, dass Faber mit diesem Ungenügen sich selbst verleugnet, denn zu zwischenmenschlichen Beziehungen ist er nicht in der Lage.


Homo faber

In seinem Roman "Homo faber" bearbeitet Frisch ein aktuelles Phänomen der 1950er Jahre: die fortschreitende Technisierung der westlichen Welt und den damit einhergehenden Glauben an die völlige Erklärbarkeit und Durchschaubarkeit des Lebens. In diesem Roman trifft Schicksalshaftigkeit und reine Technikgläubigkeit sowie Ratio auf Gefühl.

Mit seinem Protagonisten Walter Faber zeigt Frisch einen solchen handlungsorientierten Menschen, in dessen durchweg rationalem und technokratischem Weltbild Schicksalsgläubigkeit keinen Platz hat. So wird er zum Opfer seiner eigenen Rationalität und Weltsicht . Die besondere Tragik des Romans und seines Protagonisten ist, dass das Leben des Selbstsicheren durch eine Reihe von schicksalhaften Zufällen in Situationen, denen er nicht mehr gewachsen ist, zerstört wird. Walter Faber begegnet schicksalhaft einer Welt, an der er Scheitern wird und seine Technikgläubigkeit bestimmt die Fallhöhe.

Homo faber

Der Erzähler Walter Faber, ein Ingenieur, hat sich das rein rationale Weltbild eines puren Technikers als Selbstverständnis zugelegt. Mit Kunst, die ja der Ratio zuwider läuft, kann er nichts anfangen und Gefühle sind für ihn die großen Schwächen des Menschen; folgerichtig sieht er in emotionslosen, aber perfekt funktionierenden Maschinen sein Daseinsideal verkörpert.

Max Frisch Homo faber

Doch im Laufe seines Berichts zeigt sich, dass Faber mit diesem Ungenügen sich selbst verleugnet, denn zu zwischenmenschlichen Beziehungen ist er nicht in der Lage. Erst die Beziehung zur jungen Sabeth reißt ihn wieder hinein ins Leben; er beginnt, Dinge wieder zu erleben, Spontaneität auszuleben und ist auch zur Liebe fähig. Doch diese Liaison birgt ein verhängnisvolles und folgenschweres Geheimnis in sich, das Fabers Versagen zum Ausdruck bringt. Die vorherrschende Technikfreundlichkeit der 50er Jahre führt den Ingenieur an seine Grenzen.

Der "Homo faber" wird Opfer seines rationalen und technokratischem Weltbildes, führt sein Bericht doch die Zweifelhaftigkeit dieses eingeschränkten Weltbildes offen vor Augen. In dem Roman bestimmt das Schicksal den Lauf der Handlung und dennoch ist er keine Geschichte über das Schicksal an sich. Sie zeigt vielmehr in ihrer Verkettung unwahrscheinlichster Ereignisse die Realitätsferne des rein technischen Weltbildes.

Max Frischs Roman ist keine Geschichte über das Schicksal. Sie zeigt vielmehr in ihrer Verkettung unwahrscheinlichster Ereignisse die Realitätsferne des rein technischen Weltbildes. Faber durchläuft in seinem Bericht eine gewaltige Entwicklung, so dass er am Ende Erzähltes nivellieren muss: "Alle Zeugnisse von mir wie Berichte, Briefe, Ringheftchen, sollen vernichtet werden, es stimmt nichts. Auf der Welt sein: im Licht sein. Irgendwo (wie der Alte neulich in Korinth) Esel treiben, unser Beruf! - aber vor allem: standhalten dem Licht, der Freude (wie unser Kind, als es sang) im Wissen, dass ich erlösche im Licht über Ginster, Asphalt und Meer, standhalten der Zeit, beziehungsweise Ewigkeit im Augenblick. Ewig sein: gewesen sein."

Max Frischs Roman "Homo faber", der Bericht eines Ingenieurs, zählt mit Recht zu den besten deutschsprachigen Romanen des 20. Jahrhunderts.


In dem Roman "Homo Faber" macht der Autor allerdings denselben Fehler, die viele Schriftsteller und Geisteswissenschaftler machen: sie nehmen an, dass Rationalität und Technik mit Emotion und Einfühlsamkeit nicht vereinbar sind. Und wie das so üblich ist, erhebt er dann warnend den Finger.



Homo faber









"Homo faber" von Max Frisch


Suhrkamp-Verlag,
Taschenbuch, 1. März 1977,
8,00 EUR.

ISBN-13: 978-3518368540






Weblinks:

Homo faber - Erklärung und Deutung des Homo faber

Homo faber von Max Frisch - www.homo-faber.info

Homo Faber von Max Frisch - writer.germanblogs.de

Homo faber-Blog - www.hfaberblog.blogspot.com

Freitag, 8. April 2016

Schriftsteller Lars Gustafsson gestorben

Lars Gustafsson

Der schwedisch-amerikanische Schriftsteller Lars Gustafsson ist gestorben. Der Poet, Philosoph und Professor gilt als einer der größten Intellektuellen und erfolgreichsten Erzähler Schwedens. Er war eines das Aushängeschilder der Literatur aus Schweden.

Lars Gustafsson war ein Tausendsassa, der mit seinen Erzählungen das Bild von Schweden ebenso geprägt hat wie die Kinderbücher von Astrid Lindgren (1907-2002) oder die Krimis von Henning Mankell (1948-2015).


Mit Lars Gustafssons Tod am Sonntag verliert die Welt einen vielseitigen Autoren, der für die deutschen Leser neben den dunklen Krimis eines Henning Mankell und der populären Kinderliteratur Astrid Lindgrens das Bild eines authentischen Schwedens vervollständigte: Ruhig, aber nie verschlafen, immer um die zentralen Sinnfragen ringend, erzählen seine Romane von den großen Stationen und Schicksalsschlägen des Lebens.

Der Tod eines Bienenzüchters
Der Tod eines Bienenzüchters


Gustafsson gab sein erstes Buch mit 21 Jahren heraus, sein letzter Roman "Doktor Wassers Rezept" erschien 2015 auf Schwedisch. Ende 2015 wurde er mit dem "Thomas-Mann-Preis" ausgezeichnet.

Sein umfassendes Werk lässt an die Weite schwedischer Küsten denken: Von Essays über die großen Menschheitsentwürfe ("Utopien", 1970), die schwierige Koexistenz der Religionen in neuster Zeit ("Die Logik der Toleranz", 2007) bis zu einer Lyrik feinst beschriebener Alltagsphänomene wie Vogelgesänge oder das Geräusch einer Kaffeemaschine reicht sein literarisches Wirken.

Nicht am Schrecken der Welt, ihrer Vergänglichkeit und Gnadenlosigkeit, zu verzweifeln - das war immer der hehre Anspruch von Gustafssons Schreiben. Um all dem standzuhalten, feiern seine Texte das Erinnern als Prinzip des Widerstandes. "Erinnerungen, die taumelnd näher kommen / und mit den Flügeln gegen die Scheibe schlagen" (aus: "Das Feuer und die Töchter", 2014) sind der Ort des Bewahrens, ein Paradies, das nur die Fantasie gegen den allseits drohenden Tod offenhält.

Gustafsson war Mitglied der Berliner und der Mainzer Akademie der Künste und mit der "Goethe-Medaille" ausgezeichnet worden. Seine Romane und Gedichte wurden in viele Sprachen übersetzt.

Lars Gustafsson, Lyriker, Philosoph und Romancier wurde 1936 in Västeras/Mittelschweden geboren. Er studierte Mathematik und Philosophie in Uppsala und Oxford. Er lebte lange Zeit in Austin, Texas.

Weblink:


Der Tod eines Bienenzüchters
Der Tod eines Bienenzüchters
von Lars Gustafsson

Mittwoch, 6. April 2016

Imre Kertész: Literatur als Seelenrettung.

Imre Kertesz

Imre Kertész wurde 1929 geboren. 1944 wurde er nach Auschwitz deportiert, dann nach Buchenwald gebracht, wo er 1945 die Befreiung des Lagers erlebte. Den wesentlichen Teil seines Lebens hat er unter dem kommunistischen Regime in Ungarn verbracht.

Kertész begann Mitte der fünfziger Jahre zu schreiben. Zugleich toleriert vom Regime und sorgsam ferngehalten von der Öffentlichkeit, veröffentlichte er in äußerst überschaubaren Auflagen und kühl aufgenommen von der offiziellen Kritik Meisterwerke wie „Roman eines Schicksallosen“ oder „Der Spurensucher“. Erst mit dem Zusammenbruch des Ostblocks wurden seine Werke in aller Welt übersetzt und fanden internationale Anerkennung, gekrönt vom Literaturnobelpreis im Jahr 2002.


Imre Kertész erlebte das Grauen der Konzentrationslager als Jugendlicher. Diese Erlebnisse sollten sein Leben prägen und prägend für sein Werk werden. Er verarbeitete diese traumatische Erfahrung in seinen Büchern. Imre Kertész betrieb Literatur als Seelenrettung. Er schrieb gegen das Grauen des Lagers zum Trotz.

Roman eines Schicksallosen
Roman eines Schicksallosen


Er machte seine Seelenhölle des Konzentrationslagers und das erlittene Leid zu Literatur. Dem Holocaust und der Unfreiheit setzte er ein "Trotzdem" entgegen und hinterlässt ein einzigartiges, glänzendes Werk. Er schrieb, um dem "Trotzdem" des Lebens einen Sinn zu verleihen.

Wie Jorge Semprun verarbeitete er sein Lebenstrauma, den Holocaust, in seiner Literatur. 13 Jahre lang arbeitete Kertész an dem Roman, er zählt zu den eindringlichsten und schmerzlich-brutalsten Schriften über den Holocaust.

Sein autobiografisch gefärbter "Roman eines Schicksallosen" ist ein bewegender Erinnerungsroman.
Dem Leser entfaltet sich der ganze Horror der Todeslager. "Ich habe diesen Roman geschrieben, wie jemand, der sich in der Tiefe eines stockdunklen Kellers zum Ausgang hintastet", sagte Kertész über den "Roman eines Schicksallosen" einmal. Autobiografisch wollte er seine Literatur jedoch nicht verstanden wissen: "Was ich schreibe, bin ich nicht. Es ist nur eine Möglichkeit meines Ichs."

Die Menschen des Holocaust und der Unfreiheit der Gegenwart, des 21. Jahrhunderts, setzen auf Flucht um dem "Trotzdem" des Lebens einen Sinn zu verleihen. Doch finden sie eben so wenig Aufnahme, Gehör und wahre Abhilfe wie die Flüchtlinge des 20. Jahrhunderts.

Seine Bücher sind lesenswert und ein Auftrag an die Nachwelt, ganz ohne mahnenden Zeigefinger.


Weblink:

Imre Kertész: Der Retter seiner Seele - meta.tagesschau.de


Roman eines Schicksallosen
Roman eines Schicksallosen


Dienstag, 5. April 2016

Max Frisch 25. Todestag

Max Frisch


Vor 25 Jahren starb Max Frisch. Frisch war ein großer Erzähler, der es verstanden hat, aus seinem Leben Literatur zu machen: es war ein Leben auf der Suche nach sich selbst und seine Bücher waren seine Begleiter. In seinem gelebten Leben sind ihm nur 80 Jahre vergönnt gewesen, um daraus erzählen zu können.

Max Frisch gilt als einer der bedeutendsten und meistgelesensten Schriftsteller des 20. Jahrhunderts. Frisch war ein weltoffener und undogmatischer Schriftsteller. In seinem Schreiben war er selbstfeflexiv. Was immer er schrieb, war zuerst und zuletzt auf ihn selber bezogen; er sträubte sich gegen die Rollen, die der Erfolg jedem Autor aufdrängt.



Den Durchbruch als Schriftsteller schaffte er 1954 mit dem Roman »Stiller«. Es war sein erster "Bestseller" - erstmals durchbrach die Auflage eines von ihm geschriebenen Buches Buches die Millionengrenze. Dem Erfolg des Romans »Stiller« folgte der tiefe Bruch in seinem Leben: er trennte sich von seiner Frau und seinen Kindern.

Mit seinem Roman »Stiller« gelang dem Schweizer Max Frisch 1954 der Durchbruch als Romanschriftsteller. Nach dem Erfolg des »Stiller« trennte er sich von seiner Frau und seinen Kindern.

Anfang 1955 entschied er sich, sein Architektenbüro in Zürich zugunsten einer Laufbahn als Schriftsteller zu schliessen. Von da an war Max Frisch nur noch als Schriftsteller tätig und der Erfolg blieb nicht aus.

Der breite internationale Erfolg in den fünfziger und sechziger Jahren, den ihm einerseits die farbigen, facettenreichen Romane "Stiller" (1954) und "Homo Faber" (1957), andererseits die theaterkräftigen Politparabeln "Biedermann und die Brandstifter" (1958) und "Andorra" (1961) brachten, hat Max Frisch zu einer öffentlichen Figur gemacht, neben Böll zum angesehensten deutschschreibenden Autor seiner Generation.

Das Werk von Max Frisch ist zeitkritisch und gestaltet ohne Illusionen die geistige Krise der Gegenwart, ihre Gespaltenheit und Widersprüchlichkeit. Max Frisch hat seine Arbeit immer als "Erfahrung in eine Terra incognita hinein" verstanden, die man selber ist. Der Autor vermochte dabei, jede seiner Erfahrungen ins Literarische zu überführen.

Zentrale Kernthemen seines Werks sind der Konflikt zwischen persönlicher Identität und sozialer Rolle, die Kritik am modernen Menschen, die Bestimmung des Daseins durch Zufall oder Schicksal, den Gegensatz von Technik zu Natur und Mythos, die misslungene Beziehung zwischen den Geschlechtern und das verfehlte Leben.

Frisch ist dafür bekannt und berühmt, sich selbst in seinen Figuren widerzuspiegeln und diese autobiografisch zu prägen. Trotzdem sind seine Erzählungen alle fiktiv.

Homo Faber

»Homo faber« bezeichnet den »Mensch als Verfertiger«, der sich mit Hilfe von Werkzeugen die Welt zu Nutze macht. Mit seinem Protagonisten Walter Faber zeigte Frisch beispielhaft einen solchen handlungsorientierten Menschen, in dessen durchweg rationalem und technokratischem Weltbild Schicksalsgläubigkeit keinen Platz hat. Tragischerweise wird das Leben des Selbstsicheren durch eine Reihe von schicksalhaften Zufällen zerstört.


Max Frisch

Will man Max Frisch Leben begegnen, dann braucht man nur seine Werke zur Hand zu nehmen, sie sind sein Literatur gewordenes Leben. Seine Bücher handeln von der Suche nach der eigenen Identität in der modernen Zeit aus beweisbarer Wissenschafts- und Faktengläubigkeit. Max Frisch hat immer unterschiedliche Identitäten angenommen, um erzählen zu können.

Max Frisch liebte die Schweiz, wie nur ein Kritiker das Objekt seiner Kritik lieben kann: tief und innig.

Der Patriot Frisch erfuhr damals nicht nur Ablehnung durch das Pack von der Bundesanwaltschaft. Er wurde praktisch von der ganzen bürgerlichen Schweiz ausgegrenzt, nicht zuletzt vom Zentralorgan dieser bürgerlichen Schweiz, der «Neuen Zürcher Zeitung». Auch das schmerzte ihn.

Und auch da ist zu fragen: Weshalb eigentlich? Das kultivierte Bürgertum in aller Welt las ihn, schätzte ihn, verehrte ihn. Was bedeutete da die miefige Antipathie des provinziellen Schweizer Establishments, das Elite zu nennen sich ja ohnehin ver- bot – und bis heute verbietet?

Max Frisch ist noch immer das Aushängeschild der Literatur aus der Schweiz, auch ein Vierteljahrhundert nach seinem Tod. Er beschäftigte sich mit bedeutenden Fragen der Zeit. Den leidenschaftlichen Zeitgenossen trieb bis zuletzt die Frage um: "Wie bleibt das Individuum lebendig – und wie ein Staat?"

Max Frischs Frage ist heute drängender denn je: "Wie bleibt das Individuum lebendig?" Denn im digitalen Zeitalter ist unser Erleben längst vorgefertigt und konditioniert. Wir werden von fremden, künstlichen Bildern und Daten zugeschüttet. Da wird es für den Einzelnen immer schwieriger, lebendig zu bleiben.

Weblinks:

Die Kunst, lebendig zu bleiben: Zum 25. Todestag von Max Frisch - www.srf.ch/kultur




Max Frisch-Biografie - Biografien-Portal - www.die-biografien.de



Montag, 4. April 2016

Graham Greene 25. Todestag


Graham Greene 25. Todestag jährt sich am 3. April. Graham Greene starb am 3. April 1991 in Vevey am Genfer See. Graham Greene war ein berühmter britischer Schriftsteller und Erzähler des 20. Jahrhunderts.

Jagd im Nebel

Greene selbst unterteilte seine Werke lange in "novels" (die ernsten Romane wie »Schlachtfeld des Lebens«, 1934) und "entertainments" (die Unterhaltungsromane wie »Jagd im Nebel«, 1939), gab diese Unterscheidung aber später auf, weil er ebenso wie viele Leser entdeckte, dass die "entertainments" wie »A Gun For Hire« zu seinen besten Romanen gehören.

Besonders in seinen frühen Romanen herrscht eine schäbige, triste Atmosphäre, in der die Menschen Erlösung suchen.

In seinen späteren Romanen, etwa ab »Die Reisen mit meiner Tante« (1969), verband er seine traditionellen Themen wie Religion und Verbrechen zunehmend mit einem grotesken, makabren Sinn für Humor.

Seine zum Teil außerordentlich erfolgreichen Romane thematisieren immer wiederkehrend zentrale Punkte der human condition wie Schuld, (Un-)Glaube und Verrat im äußeren Gewand von Abenteuergeschichte, Spionage-Geschichte und Krimi.

Graham Greene

Graham Greene selbst wurde von dem ewigen Gefühl der Langeweile getrieben, dem er entkommen wollte - wie er in seiner Autobiographie »Ways of Escape« erzählt. Das führte ihn zum Alkohol (der in vielen seiner Romane eine große Rolle spielt, so beim "Schnaps-Priester" in »Die Kraft und die Herrlichkeit« und in der entscheidenden Szene von »Unser Mann in Havanna«), in alle Krisengebiete seiner Zeit, in viele Affären und zu einer erstaunlichen Produktivität:




Außer als Romancier und Journalist arbeitete er als Dramatiker (sein erstes Stück, »The living-room«, war ein großer Erfolg) und Drehbuchautor (z.B. bei »Der dritte Mann« und »Die Stunde der Komödianten«).

Der dritte Mann

»Der stille Amerikaner« thematisiert die Verstrickungen des amerikanischen Geheimdienstes im Vietnam der 50er Jahre. Seine weltweite Beliebtheit zeigt sich auch an den zahlreichen Verfilmungen fast aller seiner Romane durch Regisseure wie John Ford, Otto Preminger, Joseph L. Mankiewicz, Neil Jordan und Carol Reed (»Der dritte Mann«, »Unser Mann in Havanna«).

Geheimnisse und zwielichtige Figuren bevölkern Graham Greenes Romane. Ihm ging es immer um das gewöhnliche Böse in den Menschen. Greene war gläubiger Katholik und Entertainer mit ausgeprägtem Hang zu Täuschungsscherzen.

In seinen späten Jahren wurde Greene zu einem scharfen Kritiker der US-Außenpolitik und unterstützte die Politik von Fidel Castro. Er wurde von François "Papa Doc" Duvalier, dem Staatschef von Haiti, nach dem kritischen Buch »Die Stunde der Komödianten«, in dem Greene das Terrorregime der Tontons Macoutes dargestellt hatte, mit Verleumdungen verfolgt (so bezeichnete Duvalier Greene in einer Broschüre als "Folterer").

Greene war unter anderem ein vehementer Kritiker des Kolonialismus und seiner Auswüchse.

So präsent wie Greene in der Öffentlichkeit über 40 Jahre lang auch war, liebte er es doch, sich möglichst geheimnisvoll und bedeckt zu geben, was sein eigenes Privatleben betraf. Das führte dazu, dass auch nach seinem Tod heftige Diskussionen über ihn geführt werden, etwa was die Frage betrifft, ob er seine Arbeit für den Geheimdienst wirklich nach dem Zweiten Weltkrieg beendet hatte.

Die Stunde der KomödiantenDer dritte Mann

Zu den bekanntesten Werken des grossen Romanciers gehören »Jagd im Nebel« (1939), »Der dritte Mann« (1950), »Unser Mann in Havanna« (1958), »Die Stunde der Komödianten« (The Comedians, 1966).

Graham Greenes Erzählung um den gutgläubigen Schriftsteller Rollo Martins und seinen kriminellen Jugendfreund Harry Lime war als Vorlage für ein Filmskript ursprünglich »nicht geschrieben, um gelesen, sondern um gesehen zu werden«, wie der Autor selbst im Vorwort berichtet.

Der Autor und Erzähler mit den meisten Nominierungen für den Literatur-Nobelpreis erhielt diese Auszeichnung aber letztendlich doch nie.

Graham Greene wurde am 2. Oktober 1904 in Berkhamsted (Hertfordshire) als Sohn eines Schuldirektors geboren.







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Der dritte MannDer dritte Mann von Graham Greene