Montag, 15. September 2003

»Bleak House« von Charles Dickens

Bleak House
Bleak House

»Bleak House« ist ein Gesellschaftsroman von Charles Dickens, in dem der Gerichtsreporter Dickens als zeitgenössisches Thema einen Justizskandal an einem Londoner Gericht aufgreift. Der Roman, der in den 1820er Jahren spielt, erschien von März 1852 bis September 1853 in zwanzig Fortsetzungen.

Thema des Romans ist ein gewaltiger Gerichtsprozess, der schon viele unschuldige Seelen unglücklich gemacht hat, in dem er mit zermürbender Langsamkeit voranschreitet und Hoffnungen zerstört und über den ganz England spricht. Es ist der Erbgerichtsprozess "Jarndyce und Jarndyce". Dickens entführt an einem nebligen, trüben Novembertag in London in das vornehme Chesney Wold, das friedliche Bleakhaus, den düsteren Gerichtshof.

Dickens erzählt hierbei die Geschichte vieler Menschen, die direkt und indirekt mit dem Fall verbunden sind. Dabei werden in den vielen Erzählsträngen die Personen und Geschichten immer mehr miteinander verwoben. Gleichzeitig befasst sich der Autor noch mit der Vergangenheit einer der lieblichsten Frauengestalten der Literatur und deckt ein skandalöses Geheimnis auf, dass sämtliche Gesellschaftsschichten erschüttern wird.

»Bleak House« ist einerseits ein Gesellschaftsroman, der das Leben vor allem der englischen Oberschicht sowie ihrer Beziehungen zur Mittel- und Unterschicht im 19. Jahrhundert charakterisiert, andererseits eine satirische Abrechnung mit dem englischen Rechtssystem, insbesondere dem »Court of Chancery«, der unter anderem Erbschaftsstreitigkeiten regelte. In den letzten Kapiteln enthält das Buch auch Elemente eines Kriminalromans.

Dicken's Roman »Bleak House« mit seiner düsteren Atmosphäre vor einem anonymen Gericht gilt Literaturwissenschaftlern als wegbereitend für Kafkas »Prozess«.

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Bleak House
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von Charles Dickens