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Donnerstag, 7. Mai 2026
Existenzialismus in den Romanen von Max Frisch
Die existenzialistische Philosophie ist für das Werk von Max Frisch von zentraler Bedeutung. Dabei zeigt sich, dass in verschiedenen Phasen seines Schaffens jeweils andere existenzialistische Strömungen im Vordergrund standen.
Wenn von Existenzialismus im Werk von Max Frisch die Rede ist, so denkt man dabei wohl in erster Linie an den Stiller , der durch sein Kierkegaard - Motto am eindeutigsten auf existenzialistisches Gedankengut Bezug nimmt. Die entschei dende Frage scheint dann zu sein, inwieweit Frisch den religiösen Implikationen in Kierkegaards Denken folgt bzw. ob der Roman überhaupt so eng auf dieses beziehbar ist, wie es das Motto nahe zu legen scheint.
Außer Acht gelassen wird dabei, dass Frisch sich bereits in seinem frühen, erstmals 1943 erschienenen Roman Die Schwierigen (überarb. Fassung 1957) aufexistenzialistisches Gedankengut bezogen hat, sich dabei jedoch stärker auf Nietzsche als auf Kierkegaard gestützt hat. Vor diesem Hintergrund ist die entscheidende Frage nicht, welche Rolle die Kierkegaard - Rezeption für Frischs Romane der 50er Jahre spielt, sondern wie es dazu kommen konnte, dass Frisch nach; seinen konsequent nicht - metaphysischen Anfängen auf diesen dezidiert religiösen Denker zurück - gegriffen hat.
Dieser Frage soll im Folgenden nachgegangen werden, ehe in einem zweiten Schritt auf die Diskussion um die Kierkegaard - Rezeption in Frischs späteren Werken ein gegangen wird. Daran anschließen werden sich Überlegungen zur möglichen Bedeutung anderer existenzialistisch ori - entierter Denker für Frischs Werk, ehe auf die Bedeutung von Frischs Existenzialismus - Rezeption für d en Gesamtzu sammenhang seines Werkes sowie – in einem umfassenderen Sinn – für die Untersuchung der Beziehungen zwischen Literatur und Philosophie eingegangen wird.
Betont werden muss zunächst, dass sich Kierkegaard und Nietzsche zwar in der Beantwortung der Frage nach der Möglichkeit und Bedeutung des christlichen Glaubens radikal voneinander unterscheiden, dass aber die Fragwürdigkeit des Glaubens für beide ein – im Falle Kierkegaards der – zentrale Impuls ihres Denkens war. Von Karl Jaspers wird Kierk egaard denn auch "neben Nietzsche gestellt" (Richter 1960: 171) .
Ein weiterer Grund hierfür ist, dass beide (in Abgrenzung zu den Hegelianern) einen radikal auf die menschliche Existenz b ezogenen Neua nsatz des Denkens postuliert haben . Der Schritt vom ein en zu dem anderen Denker erscheint demnach auf der formalen Ebene weit weniger groß als auf der inhaltli - chen. Dennoch fällt – geht man von Passagen des Stiller aus, in denen etwa die Selbstannahme mit einem "Schritt in den Glauben" verknüpft wird (s.u.) – auf den ersten Blick vor allem der Abstand ins Auge, der die 3 lebensphi losophisch inspirierten Schwierigen von F rischs späteren Roma - nen trennt.
Weblink:
Existenzialismus in den Romanen von Max Frisch
https://rotherbaron.com/2016/04/10/existenzialismus-in-den-romanen-von-max-frisch/
Samstag, 2. Mai 2026
»Don Quijote« von Miguel de Cervantes

»Der sinnreiche Junker Don Quijote von der Mancha« von Miguel de Cervantes Saavedra ist ein 1605 bis 1615 entstandener Roman. Der erste Teil wurde 1605, der zweite 1615 veröffentlicht. »Don Quijote«, ein großer Roman über Weltfremdheit und ein längst ausgestorbenes spanisches Rittertum. Als Verkörperung der Ehre war die Figur für Camus der Inbegriff Spaniens. Der Roman ist ein wahres Königtum des phantasievollen Einfallsreichtums.
Er erzählt von einer längst vergangenen Zeit, als noch das fahrende Rittertum in Glanz und Glorie auf dem Erdenrund erblühte. Der Roman handelt über ein Traumgebilde als Hirngespinst und einen irrenden Helden. Der Autor hat eine ausführliche Parodie auf die so beliebten Ritterromane seiner Zeit verfasst.
Alonso Quijana hat zu viele Ritterromane gelesen und darüber den Verstand verloren. Bedrückt von all dem Unrecht, das er sieht, fasst er den Beschluss ein fahrender Ritter zu werden und für das Gute zu kämpfen. Er verwandelt sich in den edlen Ritter »Don Quijote de la Mancha«. Begleitet wird er von dem kleinen aber schlauen Bauern Sancho Pansa, der ihm als sein Knappe treu in jedes Abenteuer folgt. Don Quijote sieht die Welt mit anderen Augen.

Don Quijote
Mit grandiosem Einfallsreichtum erzählt Cervantes von den Abenteuern des verarmten Adligen, der in einer Traumwelt vergangener Ritterzeiten lebt, und seines treuen Waffenträgers Sancho Pansa. Ähnlich wie Goethes »Faust« für die Deutschen ist »Don Quijote« für die Spanier zum Sinnbild eines nationalen Genius geworden. Die Sympathie des Erzählers für seine Figuren und sein liebevoll-ironischer Ton machen Don Quijote zum wunderbarsten Antihelden der Weltliteratur.
Aus einer bescheidenen Abstammung macht er etwas Ruhmreiches, ist wohltätig und zeigt Mitleid, besonders dann, wenn er Rachte üben kann. Er lebt im innerene Exil und kämpft im Namen der Freiheit, obwohl seine Zeit eher Unterwürfigkeit bevorzugte.
»Don Quijote« kämpft, gibt aber niemals auf. »Don Quijote« ist eine Gestalt des Widerstands, nicht der Utnterdrückung. Er isrt Leitbild der Entrechteten und Verfolgten. Der Ritter von der traurigen Gesatlt ist der Ingbegriff von Widerstand und Zielstrebigkeit. Es ist bekannt, für wen das Herz des spanischen Ritters schlug: für die Entrechteten und Unterdrückten, für die Besiegten und Gedemütigten.
Die Abenteuer des Möchtegern-Ritters »Don Quijote von der Mancha« erschienen 1605 und 1615 in zwei Teilen. Cervantes begründete damit die neue Gattung »Roman« und machte sich und den verträumten Landadeligen Alonso Quijano mit seinem bäuerlichen Knappen Sancho unsterblich. Cervantes hat einen Ritter für die Ewigkeit geschaffen.
1605 ließ Miguel de Cervantes den ersten Teil erscheinen. Zehn Jahre später folgte der zweite. Gut 400 Jahre später steht außer Zweifel, dass es sich um sogenannte Weltliteratur handelt, um eine Literatur, die überall und jederzeit gilt, die jede Menge Inspirationspotenzial hat und dennoch - jenseits von Deutung oder Überinterpretation - für jede und jeden verständlich daherkommt.
Kaum ein Roman der Weltliteratur hat eine ähnlich anregende, fruchtbare kultur- und geistesgeschichtliche Wirkung gehabt und war gleichzeitig so vielen Deutungen und Missdeutungen ausgesetzt wie dieser. Ohne »Don Quijote«, dessen weltliterarische Bedeutung außerhalb Spaniens erst im 18. Jahrhundert zur Gänze erkannt wurde, ist der neue europäische Roman nicht denkbar.
Cervantes´ »Don Quijote« ist nicht nur Glanz und Gloria des Ritterromans, sondern ein zeitloses Meisterwerk, welches durch kolossale Sprachgewalt, köstlichem Humor und einem außerordentlichen Protagonisten, dem unvergleichlichen und unübertrefflichen Don Quijote von der Mancha, zum Leben erwacht.
Der Autor hat eine ausführliche Parodie auf die so beliebten Ritterromane seiner Zeit verfasst und wider jedem Erwarten spielen nicht nur Windmühlen eine eher untergeordnete Rolle, sondern es lassen sich in diesem potentiell verstaubt anmutenden Werk sogar einige moderne Ansichten wiederfinden.
Die Geschichte beginnt mit dem Vorhaben eines verarmten Adligen ein fahrender Ritter werden zu wollen. Er möchte auf diese Weise seinen großen Vorbildern aus diversen phantastischen Romanen nacheifern und durch sein einnehmendes Wesen überzeugt er auch seinen Nachbarn Sancho Panza von der Idee, der ihn daraufhin als treuer Knappe begleitet.
Die anschließende Bücherverbrennung durch Bekannte Don Quijotes, die seine Bücher eindeutig als Ursache seines Wahns erkannt haben wollen, ist für wahre Leseratten zwar schmerzhaft, aber durchaus auch eine gelungene Möglichkeit sich mit einigen der parodierten Geschichten vertraut zu machen.
Danach geht es auf der zweiten Fahrt so richtig los mit den bunten Abenteuern des fahrenden Ritters von der Mancha. Ab etwa der Hälfte des ersten Buches, wo sich einige Leute aus Don Quijotes Dorf aufmachen, um ihn zu heilen, änderte sich das aber und ich musste mich wirklich teilweise beim Schmunzeln und in seltenen Fällen sogar bei Lachen erwischen.
Vor allem das zweite Buch ist sehr philosophisch und psychologisch angehaucht und das Lesen hat mir große Freude bereitet. Ganz großartig fand ich auch diese von mir gewählte Ausgabe. Die Übersetzerin hat sich vor allem bei den Anmerkungen große Mühe gegeben und ich habe dadurch viel sowohl über das Leben im Spanien des 17. Jahrhunderts als auch über die Lebensumstände und Denkweisen des Autors gelernt.
Hintergrund.
Zu den beliebtesten Lektüren des späten Mittelalters zählten die Ritterromane, besonders der Roman Amadis von Gallien. Steigende Nachfrage der Leserschaft führte zu einer Flut neuer Fortsetzungen, in denen immer fantastischere, unglaubwürdigere Abenteuer geschildert wurden, die – nach Meinung der Gebildeten jener Zeit – die Gehirne der Leser vernebelten.
Hier setzt der Verfasser an. Sein Don Quijote soll nicht nur die Ritterromane parodieren, sondern auch vor Augen führen, wie deren übermäßige Lektüre den Verstand raubt. Die Geschichte selbst lässt Cervantes von einem fiktiven Erzähler, dem Cide Hamete Benengeli, berichten.
Weltliteratur, die man gelesen haben sollte:

Don Quijote von Miguel de Cervantes - Original-Don-Quijote-Roman

Don Quijote von Miguel de Cervantes

Don Quijote von der Mancha Teil I und II: Roman von Miguel de Cervantes
Weblinks:
Miguel Cervantes-Biografie - Biografien-Portal - www.die-biografien.de
Ein Ritter für die Ewigkeit - SN - www.salzburg.com
Klassiker der Weltliteratur: Miguel de Cervantes - "Don Quijote" | BR-alpha - Youtube - www.youtube.com
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