Dienstag, 29. April 2014

Walter Kempowski 85. Geburtstag

Walter Kempowski 85. Geburtstag

Der deutsche Schriftsteller Walter Kempowski wurde vor 85 Jahren am 29. April 1929 in Rostock geboren. Kempowski gehört zu den bedeutendsten deutschen Autoren der Nachkriegszeit.

Der aus einer Rostocker Reederfamilie stammende Kempowski war 1948 aus politischen Gründen von einem sowjetischen Militärtribunal zu 25 Jahren Zwangsarbeit verurteilt worden, kam aber nach acht Jahren Zuchthaus wieder frei.

Er studierte in Göttingen Pädagogik und ging als Lehrer aufs Land. Seit Mitte der sechziger Jahre arbeitete Walter Kempowski planmäßig an der auf neun Bände angelegten "Deutschen Chronik", deren Erscheinen er 1971 mit dem Roman "Tadellöser & Wolff" eröffnete und 1984 mit "Herzlich Willkommen" beschloss.

Die Arbeit an der neunbändigen "deutschen Chronik" begann er Mitte der 1960er Jahre. Kempowskis "Deutsche Chronik" ist ein in der deutschen Literatur beispielloses Unternehmen, dem der Autor das mit der "Chronik" korrespondierende zehnbändige "Echolot", für das er höchste internationale Anerkennung erntete, folgen ließ.

1971 erschien der erste Band "Tadellöser und Wolf" und beschlossen wurde die Reihe mit dem 1984 erschienen "Herzlich willkommen." Als sein Hauptwerk gilt "Das Echolot. Ein kollektives Tagebuch. 1.1. - 28.2.1943" (1993). Ein einmaliges, aber gelungenes Experiment und Zeitdokument - Beiträge aus Tagebüchern von Leuten aller Positionen und Schichten aus den Monaten in 1943, als die Schlacht in Stalingrad geschlagen war.

Kempowski ist ein von der Literaturkritik lange Zeit skeptisch betrachteter Autor. Man muß den Stil des Autors mögen und sich darauf einlassen, verschiedene Stränge der Erzählung ziehen sich wie ein roter Faden durch alle Bücher. Kempowskiwar ein großer Erzähler und seine Bücher sind ein Dokument der deutschen Geschichte lebensnah erzählt.

Der Autor wurde mit mehreren Preisen ausgezeichnet und geehrt. Walter Kempowski verstarb am 5. Oktober 2007 im Kreise seiner Familie.

Literatur:

Das Echolot. Ein kollektives Tagebuch. 4 Bände in Schuber.
Das Echolot. Ein kollektives Tagebuch. 4 Bände in Schuber.
von Walter Kempowski

Montag, 28. April 2014

Karl Kraus 1874 geboren

Karl Kraus

Karl Kraus wurde vor 140 Jahren am 28. April 1874 in Jitschin oder auch Gitschin, Böhmen, als Sohn des jüdischen Papierfabrikanten und wohlhabenden Kaufmanns geboren.

Karl Kraus war einer der bedeutendsten österreichischen Schriftsteller des beginnenden 20. Jahrhunderts, ein Publizist, Satiriker, Lyriker, Aphoristiker, Dramatiker, Förderer junger Autoren, Sprach- und Kulturkritiker - vor allem ein scharfer Kritiker der Presse und des Hetzjournalismus oder, wie er selbst es ausdrückte, der »Journaille«.

1892 begann Kraus ein Jurastudium an der Universität Wien. Ab April erschienen seine ersten journalistischen Beiträge in der Wiener Literaturzeitung. Daneben betätigte er sich als Dramatiker, Lyriker und Vortragskünstler.

Karl Kraus war zur Zeit des Ersten Weltkrieges Journalist und ein sehr akribischer und genauer Zeitungsleser. Er sammelte viele Artikel und die dazugehörenden Fotos und verarbeitete sie in seinem Drama über den Krieg - »Die letzten Tage der Menschheit«.
Die letzten Tage der Menschheit

Kraus gilt als einer der bedeutendsten und einflussreichsten Satiriker und Kritiker der Jahrhundertwende und der Zwischenkriegszeit. Mit seiner Zeitschrift »Die Fackel« (1899-1936) setzte er neue Maßstäbe, mit seiner Kritik am Krieg, an Korruption, politisch fragwürdigem Verhalten und phrasenhaftem Journalismus legte er sich mit mächtigen Institutionen an und schuf sich zugleich ein kritisches, ihm ergebenes Publikum.

In der Ersten Republik fiel Kraus eine Rolle zu, die weder vor noch nach ihm ein Schriftsteller in Österreich gehabt hatte oder haben sollte und die auch er vor 1914 nicht hatte. Seiner Anprangerung der Verantwortlichen für den Krieg, auch und gerade des Herrscherhauses, machten ihn im neuen Staat zur moralischen Instanz.

Auch wenn Kraus zeit seines Lebens Wert darauf legte, kein politischer Autor zu sein, war er seit 1914 immer wieder in Politik involviert. Die Wurzeln seiner Begeisterung für die Republik und für deren tragende Partei, die Sozialdemokratie, waren freilich apolitisch. Er hoffte auf eine moralische und kulturelle Erneuerung nach dem Abgang der Dynastie und der bisherigen Führungsschichten, Adel, Klerus, Offizierskorps und liberale Bourgeoisie. Selbst an ein Ende der Korruption in Politik und Wirtschaft glaubte er 1918/19.

Dass Kraus in der Republik viel mehr zum politischen Autor geworden ist, als er es vor 1914 gewesen war, hat vor allem mit diesem Glauben an und dieser Hoffnung auf Erneuerung zu tun, viel weniger mit Einsicht in die Gefahren, die von Rechts drohten.

Der seit seiner Jugend vom Theater faszinierte Kraus hat das Drama in sein Repertoire aufgenommen. Das formal höchst innovative, wie die »Fackel« auf Zitaten beruhende dokumentarische Drama »Die letzten Tage der Menschheit«, ein damals nie gespielter Schlüsseltext der Ersten Republik, war sein erstes Theaterstück.

»Die letzten Tage der Menschheit« ist eine „Tragödie in 5 Akten mit Vorspiel und Epilog“. Sie ist in den Jahren 1915-1922 als Reaktion auf den Ersten Weltkrieg entstanden. Karl Kraus sagte selbst über sein heute wohl berühmtestes Werk, es sei für ein Marstheater gedacht; für ein irdisches Theater hielt er es wohl für zu umfangreich.

Kaum jemand hat die Mächtigen seiner Zeit so herausgefordert wie Karl Kraus. Der Autor des sprichwörtlich gewordenen Dramas »Die letzten Tage der Menschheit« und Herausgeber der legendären Zeitschrift »Die Fackel« war eine der widersprüchlichsten und einflußreichsten Persönlichkeiten in der Literatur des 20. Jahrhunderts.

Der scharfsinnige Wiener Denker und Kulturkritiker mit pessimistischem Grundton machte sich Gedanken über seine Zeit, den herrschenden Zeitgeist sowie seinen bevorzugten Themen Kultur, Moral, Krieg, Sprache und Weib. Über diese Themen verfasste er zahllose Publikationen und Aphorismen.

Karl Kraus war ein Meister der Ironie, ein Medienkritiker aber auch ein Idealist. Sein großes Thema ist die Schein-Moral, die er in großen Essays wie »Sittlichkeit und Kriminalität« ihrer moralischen Minderwertigkeit überführte.

Nichts war ihm verächtlicher als „Journalisten“, nichts unerträglicher als die Verflechtung von Meinung und persönlichem Vorteil, nichts schaler als eine „Pressefreiheit“ für Meinungen, die keiner Freiheit bedürfen.
Der berühmte Kulturkritiker und Feuilletonist Karl Kraus starb am 12. Juni 1936 in Wien an einer Herz-Embolie.


Weblinks:

Karl Kraus-Biografie - Biografien-Portal www.die-biografien.de

Karl Kraus-Zitate - Zitate-Portal www.die-zitate.de

Karl Kraus - litkult1920er.aau.at


Literatur:


Die letzten Tage der Menschheit
Die letzten Tage der Menschheit
von Karl Kraus


Samstag, 26. April 2014

William Shakespeare und sein Einfluss bis heute

William Shakespeare

Der Dramatiker, Lyriker und Schauspieler William Shakespeare wurde vor 450 Jahren, im April 1564 im englischen Städtchen Stratford-upon-Avon geboren. Shakespeare gilt auch heute noch als größter Dramatiker aller Zeiten.

"Nach Gott hat keiner soviel geschrieben wie William Shakespeare", sagte Alexendre Dumas. 38 Theaterstücke hat William Shakespeare geschrieben und 154 Sonette. Seine meist historischen Werke nehmen einen bedeutenden Platz ein in der Weltliteratur, seine Komödien und Tragödien gehören zu den am meisten aufgeführten Bühnenstücken.

Wirklich gesicherte Fakten gibt es nur wenige, über das Leben von Englands berühmtestem Schriftsteller. Der überwiegende Teil der Shakespeare-Forscher ist sich heute einig, dass Shakespeare, der einfache Mann aus Stratford, die Werke tatsächlich selbst verfasst hat. Als sicher gilt aber, dass Shakespeare beim Schreiben Helfer hatte.

Der Dichter, Dramatiker und Theatermann William Shakespeare hat ein zeitloses Werk geschaffen, das so gewaltig ist, dass es die Zeiten bis heute überdauert hat. Er gilt nicht umsonst als einer der meistgespielten Autoren der Weltliteratur.

Shakespeares Einfluss auf die englische Sprache ist so gewaltig, dass Shakespeare mittlerweile überall drin steckt - auch in dahingeworfenen Sätzen wie "nicht alles, was glänzt, ist Gold", "es ist was Faul im Staate Dänemark", "das stinkt zum Himmel", "der Wahnsinn hat Methode".

Weblinks:

William Shakespeare-Biografie - Biografien-Portal www.die-biografien.de

Mittwoch, 23. April 2014

William Shakespeare vor 450 Jahren geboren

William Shakespeare

William Shakespeare wurde am 23. April 1564 in Stratford upon Avon geboren. William Shakespeare gilt als einer der bedeutendsten Dichter und Dramatiker des 16. Jahrhunderts. Der Dichter lebte in der kunstsinnigen Epoche der elisabethanischen Zeit in England.

Da kaum biographische Dokumente existieren, ist das Lebensbild Shakespeares nur unzuverlässig und bruchstückhaft zu rekonstruieren. Sein Vater war ein relativ wohlhabender Handwerker.

Shakespeare arbeitete zunächst als Schauspieler in kleineren Rollen und schrieb Schauspiele für seine Theatertruppe, an der er Teilhaber war. Seine Stücke waren offensichtlich sehr erfolgreich.





Den grössten Teil seines Lebens verbrachte er in London, wo er als Schauspieler und Theaterdichter wirkte. Er war Mitbegründer des »Globe Theater«. 1610 kehrte er als wohlhabender Mann nach Stratford zurück.

Als Schauspieler, Stückeschreiber, vor allem aber als kaufmännischer Teilhaber des Globe Theatre erwarb sich Shakespeare Vermögen und Einfluss.

Shakespeare war ein äußerst talentierter Stückeschreiber von weltmännischem Format. Er bediente sich bei den antiken Mythen und den Chroniken des Mittelalters und verwob sie mit eigenen Erfahrungen. William Shakespeare war ein des Lebens kundiger Dichter. Er hatte die Fähigkeit, Menschen in allen möglichen Situationen darzustellen.

Er brachte wie kein zweiter Autor die ganze Bandbreite menschlicher Gefühle zum Ausdruck. Seine Werke spiegeln im Zeitablauf häufig Phasen und Erfahrungen seines Lebens.


Mit 46 Jahren kehrte Shakespeare als reicher Mann nach Stratford zurück, und verbrachte dort seine letzten Lebensjahre, wobei er die Verbindungen zu seinen ehemaligen Kollegen nicht ganz abreißen ließ und bei einigen Theaterproduktionen als Mitautor beteiligt war.

William Shakespeare starb am 23. April 1616 im Alter von 52 Jahren in seinem Geburtsort Stratford und wurde dort in der Holy Trinity Church beigesetzt.

Weblinks:

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William Shakespeare-Zitate - Zitate-Portal www.die-zitate.de

William Shakespeare - www.bbc.co.uk

E-Book:


Hamlet - Prinz von Dänemark - William Shakespeare
Hamlet
von William Shakespeare

Autor auf XinXii

Dienstag, 22. April 2014

Magischer Realismus in der Literatur

Der magische Realismus ist eine künstlerische Strömung, die seit den 1920er Jahren vor allem im Gebiet der Malerei und der Literatur in einigen Ländern Europas sowie Nord- und Südamerikas vertreten ist.

Der magische Realismus vermischt die Grenzen zwischen Realität und Phantasie. Er versteht sich als Gegenbewegung zu dem künstlerischen Realismus.

Er kombiniert als Kunstform zwei Konzepte, die in den Industrienationen als gegensätzlich gelten: Realität und Mythologie/Phantasie/Magie – doch der Gedanke ist, dass diese beiden im Sinne eines Balanceakts sehr wohl nebeneinander existieren können und nicht zwangsweise im Konflikt stehen. Gegenstück des magischen Realismus ist der soziale Realismus.

Der magische Realismus als literarische Form tauchte Anfang bis Mitte des 20. Jahrhunderts in Deutschland, Italien und im Flämischen auf und hat mit dem Umweg über Paris und Spanien schnell einen großen Einfluss auf die Literatur in Lateinamerika ausgeübt.

Angewendet auf die lateinamerikanische Literatur wurde der Begriff erstmals 1948 von dem Venezolaner Arturo Uslar Pietri. Als eigentlicher Vater des magisch-realistischen Stils in Lateinamerika wird Miguel Ángel Asturias mit seinem Roman »Hombres de maíz« (»Die Maismenschen«) aus dem Jahre 1949 angesehen.





Sonntag, 20. April 2014

»Hundert Jahre Einsamkeit« von Gabriel García Márquez

Gabriel Garcia Marquez

»Hundert Jahre Einsamkeit« von Gabriel Garcia Marquez gilt als Hauptwerk des »Magischen Realismus« und erzählt die Geschichte von sechs Generationen der Familie Buendía, deren Stammvater, José Arcadio Buendía einen Mord begangen hat und sich mit Frau und Kindern sowie einigen weiteren Familien auf die Flucht vor dem Geist des Ermordeten begibt.

Der Roman erzählt eine Familiengeschichte über sechs Epochen, in der die Geschichte und Politik in Südamerika hineinreichen, so daß das Sittenbild einer Epoche entsteht. Es wird eine Familiengeschichte gespiegelt.

Im Dschungel gründet er das Dorf Macondo, wohin nur die Zigeuner immer wieder den Weg finden. Von ihren Zügen durch die Welt bringen sie die neuesten Erfindungen mit. Jedes Mal begeistert sich José Arcadio dafür und lässt sich von dem Weisen Melchiades die Apparate, Magnete und Chemikalien erklären. Er forscht und experimentiert und muss schließlich, dem Wahnsinn verfallen, an einen Baum gekettet werden.

Unterdessen entwickelt sich Macondo zu einem regelrechten Städtchen, das nach seinen eigenen Gesetzen lebt und prosperiert, bis eines Tages ein Landrichter auftaucht und Macondo unter staatliche Gewalt und Verwaltung gerät. In der Folge wird auch das abgeschiedene Urwalddorf in den Bürgerkrieg zwischen Liberalen und Konservativen gezogen. Kaum ist der Krieg beendet, tritt eine nordamerikanische Bananengesellschaft in Erscheinung und beutet die Einwohner Macondos aus.

Foto

Ein Arbeiteraufstand endet mit einem Blutbad, von dem alle behaupten, es habe nie stattgefunden. Vor einer Naturkatstrophe aber muss auch die Bananengesellschaft kapitulieren. Ein vier Jahre andauernder, sintflutartiger Regen lässt das Dorf verfallen, und während seine Bewohner in Apathie versinken, erobern die Pflanzen und Insekten des Dschungels das diesem abgetrotzte Terrain zurück.

Der letzte Buendía stirbt, nachdem seine Frau die Geburt des einzigen Kindes nicht überlebt hat. Während er seine Verzweiflung darüber in Alkohol ertränkt, wird das Neugeborene ein Opfer der Ameisen. Unmittelbar vor seinem Tod gelingt es Aureliano Babilonia die Pergamente des Melchiades endgültig zu entschlüsseln, und er erfährt, dass Melchiades die ganze Geschichte der Familie Buendía vorhergesehen hatte.

Obwohl die letzten Worte lauten: „…daß alles in ihnen geschriebene seit immer und für immer unwiederholbar war, weil die zu hundert Jahren Einsamkeit verurteilten Sippen keine zweite Chance auf Erden bekamen“, hat man doch das Gefühl, es mit einem ewigen Kreislauf der Geschichte zu tun zu haben und könnte gleich noch einmal von vorn beginnen, das Buch zu lesen, weil dies eben der Gang der Dinge sei.

Wer Familienepen und moderne Märchen mag, wer südamerikanische Literatur und Tragikkomik mag und über alles ein weises Augenzwinker legen kann, der ist in diesem magischen Werk des Realismus gut aufgehoben.

Literatur:

Hundert Jahre Einsamkeit
Hundert Jahre Einsamkeit
von Gabriel García Márquez

Weblink:

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Freitag, 18. April 2014

Gabriel García Márquez gestorben II

Gabriel Garcia Marquez

Der kolumbianische Schriftsteller Gabriel García Márquez ist im Alter von 87 Jahren gestorben. Er starb am Donnerstag in seinem Haus in Mexiko-Stadt.

Gabriel García Márquez hat ein umfangreiches erzählerisches und journalistisches Werk vorgelegt: Er gilt als einer der bedeutendsten und erfolgreichsten Schriftsteller der Welt. Márquez galt als einer der bedeutendsten spanisch-sprachigen Schriftsteller der Literaturgeschichte.

García Márquez wurde am 6. März 1927 in einer Kleinstadt Aracataca an der kolumbianischen Karibikküste geboren. García Márquez wird von vielen Kritikern als einer der bedeutendsten spanischsprachigen Autoren angesehen.

Mit seiner opulenten und bildgewaltigen Sprache machte er den Stil des "Magischen Realismus" populär, der magische Elemente in realistische Situationen integriert. Viele seiner Werke thematisieren die individuelle Isolation und die Isolation Lateinamerikas.

1982 wurde García Márquez mit dem Nobelpreis für Literatur geehrt, unter anderem wegen der Verknüpfung von einer "zutiefst schöpferischen Fantasie und der blutigen Geschichte eines ganzen Kontinents", wie der damalige schwedische Ministerpräsident Olof Palme bei der Verleihung damals sagte.

Weltruhm erlangte er mit seinem 1967 erschienenen Roman "Hundert Jahre Einsamkeit". Die Familiensaga, die über sechs Generationen in dem Urwalddorf Macondo spielt, wurde in 25 Sprachen übersetzt und erreichte eine Auflage von mehr als 50 Millionen Exemplaren. Bis zum Erscheinen seines bekanntesten Romans hatte sich Garcia Marquez mehr schlecht als recht durchgeschlagen.

Weitere erfolgreiche Romane waren "Chronik eines angekündigten Todes" und "Die Liebe in den Zeiten der Cholera". Viele seiner Bücher wurden auch verfilmt.

Weblinks:

Hundert Jahre Einsamkeit
Hundert Jahre Einsamkeit
von Gabriel García Márquez

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Gabriel García Márquez gestorben


Gabriel Garcia Marquez

Der kolumbianische Schriftsteller Gabriel García Márquez ist im Alter von 87 Jahren gestorben. Der berühmte kolumbianische Schriftsteller und Journalist starb am Donnerstag in seinem Haus in Mexiko-Stadt.

Gabriel García Márquez gilt als einer der bedeutendsten und erfolgreichsten Schriftsteller der Welt und einer der bedeutendsten spanisch-sprachigen Schriftsteller der Literaturgeschichte.

García Márquez wurde am 6. März 1927 in einer Kleinstadt Aracataca an der kolumbianischen Karibikküste geboren. García Márquez wird von vielen Kritikern als einer der bedeutendsten spanischsprachigen Autoren angesehen.

Mit seiner opulenten und bildgewaltigen Sprache machte er den Stil des "Magischen Realismus" populär, der magische Elemente in realistische Situationen integriert. Viele seiner Werke thematisieren die individuelle Isolation und die Isolation Lateinamerikas.

"Unser Leben ist nicht das, was geschah,
sondern das, was wir erinnern
und wie wir es erinnern."


Marquez hat sich stets mehr als Journalist und Geschichtenerzähler verstanden hat denn als literarischer Künstler. Dabei kreierte gerade er, der in seiner Heimat liebevoll Gabo genannt wurde, jenen besonderen Erzählstil, der realistische Detailgenauigkeit mit fantastischen und übersinnlichen Elementen würzt und als „magischer Realismus“ viele Nachahmer fand.

Journalismus war für ihn der "beste Beruf der Welt", eine Schule des Erzählens. Roman und Reportage empfand er, ganz im Sinne Hemingway, als "Kinder ein und derselben Mutter". García Márquez schrieb in den Fünfziger Jahren glänzende Glossen und immer noch lesenswerte Reportagen; aber seinen Weltruhm (und den Literaturnobelpreis 1982) verdankte er fast allein "Hundert Jahre Einsamkeit".

1982 wurde García Márquez mit dem Nobelpreis für Literatur geehrt, unter anderem wegen der Verknüpfung von einer "zutiefst schöpferischen Fantasie und der blutigen Geschichte eines ganzen Kontinents", wie der damalige schwedische Ministerpräsident Olof Palme bei der Verleihung damals sagte.

Weltruhm erlangte er mit seinem 1967 erschienenen Roman "Hundert Jahre Einsamkeit". Die Familiensaga, die über sechs Generationen in dem Urwalddorf Macondo spielt, wurde in 25 Sprachen übersetzt und erreichte eine Auflage von mehr als 50 Millionen Exemplaren. Bis zum Erscheinen seines bekanntesten Romans hatte sich Garcia Marquez mehr schlecht als recht durchgeschlagen.

Weitere erfolgreiche Romane waren "Chronik eines angekündigten Todes" und "Die Liebe in den Zeiten der Cholera". Viele seiner Bücher wurden auch verfilmt.

Gabriel García Márquez galt als großer Magier der Sprache. Nun ist der Magier und eine große Stimme der Literatur ist verstummt.


Gabriel García Márquez

Literatur:

Hundert Jahre Einsamkeit
Hundert Jahre Einsamkeit
von Gabriel García Márquez

Weblinks:

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Gabriel García Márquez-Zitate - Zitate-Portal www.die-zitate.de

Der Magier ist verstummt: Zum Tode des Literaturnobelpreisträgers Gabriel García Márquez - www.hna.de/kultur



Montag, 14. April 2014

»König Lear« von William Shakespeare

William Shakespeare

»König Lear« ist ein erschütterndes Drama über Größenwahn und menschliche Hybris und mit Abstand die schwärzeste, härteste und erschütterndste von Shakespeares Tragödien. Eine tiefe Erschütterung, die schon damals bis in das Mark des elisabethanischen Publikums ging.

»König Lear« erzählt die abgründige Geschichte um einen altersgreisen König, der seine drei Töchter einem perfiden Liebesbeweis als Treuetest unterzieht, um nach Erbringung dieses Beweises die Nachfolge seines Königreiches zu regeln.

Die Person König Lears und seine Geschichte basieren auf der Figur des König Leir (auch Llyr oder Lir), eines der legendären Könige Britanniens aus der vorrömischen Zeit. Die Sage von Leir und seinen Töchtern war zu Shakespeares Zeit in verschiedenen Fassungen überliefert und bereits in Erzählungen, Gedichten und Versen sowie zu Dramen verarbeitet. Ihre Grundstruktur findet sich in der »Historia Regum Britanniae «(um 1136) des Geoffrey von Monmouth aus Wales.

Im Elisabethanischen Zeitalter fand sie Eingang in alle bekannten historischen Darstellungen, so auch in Holinsheds »Chronicles of England, Scotland, and «(1577 und 1587), die Shakespeare als eine seiner wesentlichen Quellen für die englische Geschichte nutzte.

Das ist der Stoff, aus dem die mörderischen Träume sind. Der Kern des Stücks sind Schmeicheleien und falsche Versprechungen. Das Stück offenbart seine Abgründigkeit in dem seltsam entrückten Fehlverhalten des alten Königs Lear, der das Drama auslöst.

Der »Lear« ist Shakespeares grausigste, absurdeste und traurigste Tragödie. Die Guten müssen sich als Bettler und Wahnsinnige tarnen, um den Bösen zu entgehen, die sich wiederum am Ende des Stücks gegenseitig zerfleischen.

Gerade seine tiefe Abgründigkeit verhalf dem Stück zu großem Erfolg auf der Bühne. Seit seiner Uraufführung im Dezember 1606 am englischen Hof ist die düster-abgründige Tragodie um den im Alter hochmütig gewordenen Königs Lear eines der meistgespielten Theaterstücke der Welt.



Literatur:

King Lear
King Lear
von William Shakespeare


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»König Lear« von William Shakespeare
König Lear
von William Shakespeare

Samstag, 12. April 2014

»Hamlet« von William Shakespeare


William Shakespeare

Shakespeares »Hamlet« gilt als Höhepunkt seines dramatischen Schaffens. Das 1600 / 1601 entstandene und 1602 uraufgeführte Werk ist ein zeitloses Drama umd Liebe, Rachsucht, Tod und Vergänglichkeit.

»Hamlet« erzählt die Geschichte von dem gemeuchelten Dänenkönig, dessen Sohn der Mord durch einen nächtlich erscheinenden Geist offenbart wird. Der Stoff, aus dem die mörderischen Träume sind, bietet eine bunte Mischung aus Mord, Intrige, Verrat und Liebe und offenbart die tiefe Abgründigkeit des menschlichen Daseins.

William Shakespeare begeistert seit Jahrhunderten die Besucher der Theaterbühnen, dieser Welt mit diesem einmaligen Meisterwerk über Wahrheit, Liebe und Verrat. Das Werk hat einen festen Platz in der Weltliteratur und der Dramatik.


»Das unentdeckte Land,
von des Bezirk
Kein Wandrer wiederkehrt.«


William Shakespeare, »Hamlet«


Die Geschichte des in ein tintenschwarzes Wams gekleideten und ein Buch mit sich tragenden dänischen Prinzen gilt als eines der bedeutendsten Werke Shakespeares. Hamlet ist der selbstreflexive Zweifler, den vorher noch kein Drama und keine Bühne gesehen hatte. Er ergeht sich in Zweifeln und zögert zu handeln, um seinen gemeuchelten Vater zu rächen.

Das Shakespeare-Drama »Hamlet« behandelt einige der Abgründe, in die menschliches Handeln durch Skrupellosigkeit und Leidenschaft zu gelangen vermag.

Gerade seine tiefe Abgründigkeit verhalf dem Stück zu großem Erfolg auf der Bühne. Seit seiner Uraufführung um das Jahr 1602 ist die die Tragodie um den verzweilfelten dänischen Prinzen Hamlet eines der meistgespielten Theaterstücke der Welt.

Im Mittelpunkt des Dramas steht Prinz Hamlet, dessen Vater durch eine ruchlose Tat gemeuchelt wurde. Der Geist des toten Vaters erschien ihm in einer Nacht und kündete ihm von dessen gewaltsamen Tod. Doch Hamlet zögert, den Tod des Vaters zur rächen.

William Shakespeares »Hamlet« - kaum ein Werk wurde so häufig gespielt und dabei so unterschiedlich interpretiert, ob auf der Bühne, der Kinoleinwand oder als Gerüst für einen Serienplot. Manche Zitate gehören wie selbstverständlich zu unserem Wortschatz.


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Hamlet - Prinz von Dänemark - William Shakespeare
Hamlet
von William Shakespeare

Mittwoch, 9. April 2014

»Top Dogs« von Urs Widmer

Top Dogs

»Top Dogs« von Urs Widmer ist ein modernes Sozialdrama und eine visionäre Sozialsatire über die Leittiere der Wirtschaftswelt. Einst tauschten sie ihre Seele gegen Geld, Macht und Anerkennung. Aus Menschen wurden perfekte Wirtschaftskoordinatoren. Durchaus Zwiegespaltene Menschen: Menschlich meist belanglos, aber als Manager höchst produktiv. Ein Leben für die Firma - und nur für die Firma.

»Doch was geschieht, wenn diese Leute auf einmal ihren Job, ihr ein und alles, verlieren?« - Diese höchst dramatische Thematik greift Urs Widmer in seinem Buch »Top Dogs« auf und hat daraus eine bitterböse Sozialsatire im Stile einer Enthüllungsgeschichte gemacht.

Widmer siedelt die Handlung in einem sogenannten Outplacement-Unternehmen, einer Art Manager- Arbeitsagentur, an. Dort warten die 8 Protagonisten, 2 Damen und 6 Herren, auf ihre baldige Wiedereinstellung. Zum Programm eines Outplacement-Unternehmens gehört auch der Austausch mit den anderen in gemeinsamen Gesprächsrunden.


Zu Anfang noch darauf bedacht keine Schwächen zu zeigen, öffnen sich die ihrer Macht und ihres Einflussses entkleideten ehemaligen - nun vor die Tür gesetzten - Manager im Laufe der Geschichte immer mehr. Dabei kommen dann Traurige, desillusionierte weltfremde Persönlichkeiten ans Licht.

Schön die unfreiwillige Komik, die bei den Erzählungen der weltentrückten Ex-Manager aufkommt. Widmer gelingt der Spagat zwischen Schadenfreude und Mitleid hervorragend. Ansonsten zieht das Buch seine Stärken aus der Dramatik des Themas selbst.

Das soziale Drama »Top Dogs« hinterlässt Eindruck. Es zeigt offen wie vergänglich Macht und wie wertlos materieller Reichtum ist. In einer kapitalistischen Gesellschaft werden diese Werte heuzutage hoffnungslos überschätzt und wirken inhaltlich hohl und leer.

Die Charakterstudie »Top Dogs« zeigt aber auch: Manager sind auch nur Menschen - man sieht es ihnen nur nicht an. Ihr Charakter verschwindet unter gestärkten Oberhemden und in Einheitsanzügen. Einmal vor die Tür gesetzt beginnt bei Ihnen genauso das Lamentieren, Klagen, Jammern wie bei allen anderen Arbeitslosen. Allerdings erscheint ihr Sturz umso gravierender, da sie sich lange Zeit im Olymp, unangreifbar wähnten.

Schweizer Autor Urs Widmer gestorben

Urs Widmer

Urs Widmer, einer der erfolgreichsten Schweizer Schriftsteller, starb nach schwerer Krankheit. Er galt als würdiger Nachfolger von Max Frisch und Friedrich Dürrenmatt: . Der deutsche Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki bezeichnete ihn einmal als "Weltliteraten". Nun ist der international erfolgreiche Autor im Alter von 75 Jahren gestorben.

Der Schweizer Schriftsteller war ein liebenswürdiger Zeitgenosse mit schyzerdütschem Dialekt, der für sein Leben gern schrieb. Schreiben war für ihn Berufung und ein großes Vergnügen, für das er den Leser brauchte. Es war auch, mit dem Schatten seines Lebens umzugehen und eine Art schelmische Lausbübigkeit:


»Die Wahrheit war, daß ich alles tat,
um nicht erwachsen zu werden.
Ich wollte unbedingt ein Bub bleiben.«

Urs Widmer



Sein Debüt gab der in Basel geborene Dramatiker und Hörspielautor 1968 mit der Erzählung "Alois". Zu seinen wichtigsten Werken zählen die autobiografisch gefärbte Trilogie "Der Geliebte der Mutter" (2000), "Das Buch des Vaters" (2004) und "Ein Leben als Zwerg" (2006). Darin verknüpfte Widmer individuelle Schicksale mit der Geschichte des 20. Jahrhunderts.

2013 veröffentlichte Widmer die Autobiografie "Reise an den Rand des Universums", die allerdings lediglich seine ersten 30 Lebensjahre umfasst. Darin zeichnet er seine Kindheit und Jugend als Kind einer zur Schwermut neigenden Mutter und eines von der Literatur geradezu besessenen Vaters nach.

Samstag, 5. April 2014

»Reise an den Rand des Universums« von Urs Widmer

Schweizer Autor Urs Widmer

Im August 2013 hat der Schweizer Schriftsteller Urs Widmer seine Autobiographie »Reise an den Rand des Universums« veröffentlicht.

Seine Autobiografie ist ein Erinnerungsbuch über die ersten dreißig Jahre seines Lebens. Mit dem Satz "Kein Schriftsteller, der bei Trost ist, schreibt eine Autobiographie" führte er sein Vorhaben selbst ad absurdum und machte sich beherzt ans Werk.



"Kein Schriftsteller, der bei Trost ist,
schreibt eine Autobiographie."

Urs Widmer



Urs Widmer hat die eigene Warnung in den Wind geschlagen und ein großartiges Erinnerungsbuch verfasst. Mit dreißig begann sein Leben als Schriftsteller. Die Zeit davor - womöglich der "Rand des Universums" - bildet das Fundament seines Werks und ihr ist dieses Buch gewidmet, den Fakten und Erinnerungen, wie es für ihn "tatsächlich" war.

Im Jahr 1968 hört diese Autobiografie auf -just in dem Jahr, als er mit der Erzählung "Alois" sein Debüt als Schriftsteller feierte. Es ist bewusst keine Autobiografie in der die öffentliche Existenz gespiegelt wird, sondern es ist eine berührende Schilderung über das "Werden" eines Menschen, der zum Literaten wurde.

Widmer erzählt erzählt darin seine Geschichte über das "Menschwerden", bevor er 1968 im Alter von 30 Jahren zum Schriftsteller wurde. Urs Widmer erzählt darin seine persönliche Geschichte aus den für die Weltgeschichte so entscheidenden Jahren 1938 bis 1968.

Mit zahlreichen Episoden überrascht Widmer den Leser, die er offen und ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen aus der Erinnerung hervorholt. Diese Erinnerungen waren für ihn jedoch ein schwieriger Prozess, denn er bekennt: "Ich habe schon gewusst, dass das alles in mir gelebt hat. Aber das Bestürzende war, wie das durch das Niederschreiben der Autobiografie viel lebendiger wurde."

Da sich die Autobiografie auf die ersten dreißig Lebensjahre beschränkt, findet man sehr wenig Aussagen über Widmers literarisches Schaffen, denn »Reise an den Rand des Universums« endet damit, dass er sein erstes Manuskript vollendet. - Eine durchaus gelungene Zäsur in seinem literarischen Werden.

Weblinks:

Reise an den Rand des Universums: Autobiographie
Reise an den Rand des Universums: Autobiographie
von Urs Widmer



Donnerstag, 3. April 2014

Schweizer Schriftsteller Urs Widmer ist tot

Schweizer Autor Urs Widmer

Urs Widmer, geboren 1938 in Basel, zählt zu den bekanntesten deutschsprachigen Autoren der Gegenwart. Das Spektrum seines Schaffens ist groß: Erzählungen, Romane, Theaterstücke, Hörspiele und Essays. Jetzt starb er im Alter von 75 Jahren nach schwerer Krankheit. Urs Widmer hat maßgeblich die Literaturszene in der Schweiz mitgeprägt. Mit ihn verliert die Schweiz einen ihren großen Gegenwartsautoren.

Mit Widmer verliere Schweiz nicht nur einen großen Schriftsteller, schrieb die "Neue Zürcher Zeitung" in ihrer Online-Ausgabe: "Urs Widmer hat mit seiner heiteren Besonnenheit und seinem temperamentvollen Esprit das intellektuelle Leben hierzulande maßgeblich mitgeprägt und belebt."

Widmer zählte zu den bekanntesten deutschsprachigen Autoren der Gegenwart und war "einer der vielseitigsten und erfolgreichsten Schweizer Schriftsteller der Generation nach Friedrich Dürrenmatt und Max Frisch", wie es in der Mitteilung des Diogenes-Verlags heißt. Er galt als würdiger Nachfolger von Max Frisch und Friedrich Dürrenmatt.

Urs Widmer studierte Germanistik, Romanistik und Geschichte in Basel, Montpellier und Paris. Danach arbeitete er als Verlagslektor im Walter Verlag, Olten, und im Suhrkamp Verlag, Frankfurt. In Frankfurt rief er 1968 zusammen mit anderen Lektoren den »Verlag der Autoren« ins Leben. Erst mit 30 Jahren fing er an, zu schreiben.

Kurz nach dessen Gründung wurde er mit seinem Erstling, der Erzählung »Alois«, selbst zum Autor. Widmer lebte als Schriftsteller in Zürich. Zuletzt wurde er für sein umfangreiches Werk mit dem »Friedrich-Hölderlin-Preis« 2007 der Stadt Bad Homburg ausgezeichnet. Noch im August 2013 hat er seine Autobiographie »Reise an den Rand des Universums« veröffentlicht.

Weblinks:

Weltliterat - Der Schweizer Autor Urs Widmer ist gestorben - 3 Sat Kulturzeit - www.kulturzeit.de

Reise an den Rand des Universums: Autobiographie
Reise an den Rand des Universums: Autobiographie
von Urs Widmer





Mittwoch, 2. April 2014

»Das Leben ist anderswo« von Milan Kundera

Milan Kundera

Jaromil ist ein Dichter, glaubt seine Mutter, seitdem er die ersten Worte spricht. Er selbst glaubt es auch, und vielleicht würde es ihm gelingen - Talent, Phantasie und Sprachgefühl besitzt er - wäre er nicht ein Muttersöhnchen. - Und damit beginnt die Tragödie des Dichters Jaromil.

Milan Kundera erzählt in diesem Buch Das Leben ist anderswo die Geschichte von Jaromil - einem jungen Mann, der nicht erwachsen wird. Als Kind sonnt er sich in der uneingeschränkten Bewunderung seiner Mutter, die, selbst schon nicht beziehungsfähig, eine innige Symbiose mit dem Sohn eingeht, den sie als Stück ihrer selbst empfindet. Sie schüttet ihn zu mit ungeteilter Aufmerksamkeit, besitzergreifender Liebe und endloser Bewunderung. Streng bewacht sie ihn und ordnet ihm jedes eigene Interesse unter.

Ob sie damit ihre Schuldgefühle kompensiert, denn Jaromil war ein ungewolltes Kind, das sie in die Ehe mit einem ungeliebten Mann zwang, lässt der Autor offen. Im Verlauf von Jaromils Kindheit spielt der Vater keine Rolle, zumal er früh stirbt.

Jaromil wird als Heranwachsender von zweierlei getrieben: Der Suche nach Liebe und der Sucht nach Anerkennung. Liebe bedeutet für ihn jedoch Ausschließlichkeit. Das Objekt seiner Zuwendung und Begierde hat allein für ihn dazusein, hat seine familiären Bande zu zerschneiden und darf, außer für ihn, keinerlei Gedanken oder Gefühle hegen. Dabei treibt ihn seine Eifersucht sogar zum Verrat: Lieber verliert er die Geliebte ganz als dass er ein Quentchen ihres Herzens einem anderen überlässt.

Seine Sucht nach Anerkennung und Applaus treibt ihn dazu, sorgfältig diejenigen zu studieren, die anerkannt, beliebt und wortführend sind. Er kopiert deren Sätze, Gesten und Aussagen, um sie publikumswirksam bei passenden Gelegenheiten als eigene Gedanken zu präsentieren. Sobald er hinterfragt wird, widerlegt oder nur geringe Beachtung erfährt, stürzt er in ein Loch aus Verzweiflung.

Zwar weist er mehr und mehr die Kontrolle durch seine Mutter zurück, setzt sich selbst aber an deren Stelle und versucht, durch genaue Planung, Vorausdenken und Ausschalten möglicher Zufälle, die Situationen und Ereignisse schon im Vorfeld in den Griff zu bekommen. Der ständige Druck, sich auf dem in gemeinsamer Arbeit mit der Mutter errichteten Sockel zu halten, bestimmt sein Leben.

Jaromil wäre gern ein selbstständiger Denker und Vorreiter neuer umwälzender Ideen, doch auch sein politisches Engagement versickert in Mitläufertum und endet, wenn er nicht umjubelt wird. Das Verhalten seines Protagonisten öffnet Kundera die Pforte zur Kritik an der Politik seines Heimatlandes. Er bewertet nicht, er zeigt nicht mit dem Finger, er prangert nicht an; er lässt nur Jaromil agieren. Was aber reichte, um dem Roman in der ehemaligen Tschechoslowakei nicht veröffentlichen zu dürfen.






Weblinks:

Das Leben ist anderswo
Das Leben ist anderswo
von Milan Kundera

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Dienstag, 1. April 2014

Milan Kundera zum 85. Geburtstag


Milan Kundera

Milan Kundera wurde am 1. April 1929 als künstlerisch-ambitionierter Sohn eines Konservatorium-Professors im mährischen Brünn geboren. Kundera ist ein bekannter tschechisch-französischer Schriftsteller des 20. Jahrhunderts.

Der tschechische Schriftsteller wuchs in einem musisch begabten Elternhaus auf. Kundera lernte als Kind bereits früh Klavierspielen. Musik zieht sich als Motiv und Strukturelement durch sein ganzes Werk.


Nach dem Krieg war Kundera zunächst Arbeiter und Jazzmusiker. 1948 schloss er das Gymnasium ab, trat wie viele seiner Altersgenossen in die kommunistische Partei ein und begann an der Prager Karls-Universität Musik und Literatur zu studieren, wechselte aber nach zwei Trimestern an die Filmakademie, wo er als Hauptfächer Regie und Drehbuch belegte.


1975 erhielt er einen Ruf als Dozent an die Universität Rennes und emigrierte daraufhin mit seiner Ehefrau nach Frankreich. Nach seiner Emigration veröffentlichte Kundera zunächst Bücher weiter in tschechischer Sprache, später dann auch in französischer Sprache.

Sein 1978 entstandener Roman »Das Buch vom Lachen und Vergessen«, in dem Kundera erneut mit seiner kommunistischen Vergangenheit abrechnete, führte zum Entzug seiner tschechischen Staatsbürgerschaft.

Kundera zog 1978 in seine neue Wahlheimat nach Paris und nahm eine Dozentur an der »Ecole des Hautes Etudes« an - hier entstand seit 1982 der Roman, der ihn zwei Jahre später international bekannt machte: »Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins«.

Der Autor verfügt über eine Erzählkunst, wie sie nur selten bei anderen Autoren vorzufinden ist. Er füllt seine Figuren mit Leben und beleuchtet sie auf vielschichtige Weise.

1975 ging ins Exil nach Frankreich, wo er seither lebt und publiziert. Sein Werk wurde in alle Weltsprachen übersetzt und mit zahlreichen internationalen Preisen ausgezeichnet.


Weblinks:

Milan Kundera-Biografie - Biografien-Portal www.die-biografien.de


Milan Kundera-Zitate - Zitate-Portal www.die-zitate.de


Literatur:

Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins
Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins
von Milan Kundera

Der Scherz
Der Scherz
von Milan Kundera