Samstag, 31. März 2012

Karl May zum 100. Todestag

Karl May

Vor 100 Jahren, am 30. März 1912, starb der deutsche Schriftsteller und Erzähler Karl May in Radebeul in Sachsen. May war stets mehr als ein Abenteuer-Erzähler: er war ein großer Geschichtenerfinder, er schrieb fesselnde Reisegeschichten über ferne Welten, in die er seine Leser mit viel Phantasie entführte. Schauplatz seiner spannendnen und phantasiereichen Abenteuerromane sind die amerikanischen Indianergebiete, Mexiko und der Nahe Osten.

Seine Romane waren stets Verheissung auf eine abenteuerliche Welt. Karl May erzählte so packend von Indianern und Siedlern im Mittleren Westen und von den Völkern im Orient des 19. Jahrhunderts, dass er den Leser zu fesseln wusste und zum Erfolgsautor wurde. Die meist jugendlichen Leser nahmen seine Abenteuergeschichten begeistert auf und machten Karl May zum erfolgreichen Bestsellerautor. Bekannt wurde er vor allem durch seine sogenannten Reiseerzählungen, die vorwiegend im Orient, in den Vereinigten Staaten und im Mexiko des 19. Jahrhunderts angesiedelt sind. Besondere Berühmtheit erlangten die in drei Bänden zusammengefassten Geschichten um den Indianer Winnetou.

Für Generationen deutscher Leser war Karl May der treueste Begleiter, der große Erzähler aus Radebeul in Sachsen, der aus seinem muffigen Arbeitszimmer die weite Welt bereiste und in seienn Romanen festhielt. Er wurde viel geschmäht, fast immer unterschätzt - ein Trivialautor aus Großvaters Mottenkiste. Spannender noch als seine Romane war nur sein Leben selbst. Er landete als Kleinkrimineller und Hochstapler im Gefängnis, wo er viele seiner Abenteuer-Romane zu schreiben und seine Figuren zu erfinden begann. Erst im hohen Alter kam er dazu, seine von ihm beschriebenen Lanschaften und Indianerreservate im Mittleren Westen, über die er in seinen Abeenteuer-Romanen begeistert erzählt hatte, auch zu bereisen, um sich ein Bild zu machen.

Karl May wurde mit einer Gesamtauflage von 200 Millionen Bänden zum meistgelesenen Schriftsteller der deutschen Literatur. Zu seinen Hauptwerken gehören »Winnetou« (1893 ff.), »Old Surehand« (1894 ff.), »Der Schatz im Silbersee« (1896). Seine Werke faszinieren und beschäftigen seine Leser bis heute und sind nach wie vor aktuell und zeitlos. Karl May ist längst zum Kult-Schriftsteller geworden.

»Ein fliehendes Pferd« von Martin Walser

Ein fliehendes Pferd
»Ein fliehendes Pferd«

Den Schriftsteller Martin Walser muss man von seiner Herkunft verstehen. Er wurde stark durch die alemannisch-schwäbische Bodenseeregion geprägt. Dies wird deutlich in dem autobiografisch gefärbten Roman »Ein fliehendes Pferd«, in dem Walser sein mittleres Lebenalter literarisch verarbeitet.

Walser erzählt in seiner Novelle »Ein fliehendes Pferd« eine muntere Beziehungsgeschichte zwischen zwei Paaren im mittleren Alter, die auf einer zufälligen Urlaubsbegegnung am Bodensee beruht. Walser stellt zwei Männer in deren Lebensmitte dar, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Der eine angepasst, fast spießbürgerlich - jedenfalls aber vergangenheitsverhaftet und kopflastig. Der andere lebensfroh bis zum Exzess, auch wenn es nur Kulisse bzw. Fassade ist.

Helmut Halm, Lehrer und Mittvierziger hat sich mit seinem Leben abgefunden, dass ohne jede Überraschung und Raffinesse vor sich hin plätschert. Nur nichts ändern, das bringt nur Mühe oder gar Stress und führt zu nichts, scheint seine Devise. Seit Jahren fährt er mit seiner Frau Sabine zum Urlaub an den Bodensee, dort möchte er seine Ruhe genießen und Lesen. Jede sportliche aber auch sexuelle Aktivität ist ihm ein Gräuel.

Als unversehens Helmuts alter Schulfreund Klaus mit seiner attraktiven Frau Helene am Urlaubsort auftaucht, ist es jedoch mit der Ruhe dahin. Voller Energie und Tatekraft nötigt er Helmut und Sabine eine Unternehmung nach der andren auf. Halm ahnt, diese Quälgeister wird man in diesem Urlaub nicht mehr los. Klaus Buch, außer sich vor Freude über das unverhoffte Wiedersehen mit seinem alten Studienfreund, beginnt, die Urlaubsplanung zu übernehmen. Klaus scheint den Stein des Glücks gefunden zu haben und genießt offenbar jede Minute seines Lebens. Dennoch beneidet er auch den gut situierten Helmut.

Die muntere Beziehungsgeschichte gipfelt bei Walser im Symbol des fliehenden Pferdes: Während eines Ausflugs der beiden Paare fängt Klaus übermütig ein durchgegangenes Pferd ein und führt es zu seinem Besitzer zurück. Helmut sieht hier seine eigene Situation gespiegelt. Er fühlt sich von der aufdringlichen, aktiven Art Klaus’ bedroht und fürchtet, von diesem in seiner wahren Identität erkannt zu werden. Ihm entgeht, dass sich auch Klaus hinter einer Fassade verbirgt. Erst als dieser Helmut während der gemeinsamen Segeltour drängt, sich seinem eigenen Lebensstil anzuschließen, wird offenbar, dass beide sich gegenseitig etwas vorgemacht haben.

Die stark von seiner Herkunft geprägte Beziehungsgeschichte gilt als Walsers erfolgreichstes und gelungenstes Werk. Die Novelle von 1978 wurde von Lesern und Kritikern gleichermaßen begeistert aufgenommen.

Literatur:

Ein fliehendes Pferd
»Ein fliehendes Pferd«
von Martin Walser

Montag, 26. März 2012

Walt Whitman 120. Todestag

Walt Whitman

Walt Whitman starb vor 120 Jahren am 26. März 1892 in Camden, New Jersey. Walt Whitman war ein berühmter amerikanische Dichter. Er gilt als einer der Begründer der modernen amerikanischen Dichtung und daher als einer der einflussreichsten amerikanischen Lyriker des 19. Jahrhunderts. Sein berühmtestes Werk ist sein Lebenswerk »Leaves of Grass« (»Grashalme«).

Er arbeitete als Dorfschullehrer, Zimmermann, Schriftsetzer, Drucker, Journalist, Häusermakler, Sekretär im Innenministerium und freiwilliger Lazaretthelfer während des Sezessionskriegs. Er gilt als Begründer der modernen amerikanischen Dichtung. Sein berühmtestes Werk ist sein Lebenswerk »Leaves of Grass« (»Grashalme«). Der merikanische Dichter Walt Whitman wird seit 1855 für seine »Grashalme«, sein lyrisches Hauptwerk, gefeiert.

Grasblätter Gesamtausgabe
Grasblätter Gesamtausgabe
 
Von heute an erkläre ich mich unabhängig von allen Schranken und eingebildeten Fesseln: Ich gehe wohin ich will, völlig und ganz mein eigener Herr, ich höre wohl auf die anderen, ich bedenke wohl, was sie sagen, ich warte, ich suche, ich empfange, ich überlege, aber sanft und unerbittlich löse ich mich los von allen Banden, die mich halten wollen.

Walt Whitman ist ein Vertreter der naturnahen Lyrik. Seine Lyrik ist sehr volksverbunden und macht die Bedeutung der Masse, der Demokratie und der Natur deutlich und verherrlicht diese. In Gedichten wie »Gesang von mir selbst« wird eine Verherrlichung des Ichs als seelisch-sinnliche Ganzheit deutlich, die den demokratischen Mensch verkörpert. Andererseits ist er Dichtern wie Shakespeare, Macpherson, Homer, der Bibelsprache und orientalischer Literatur und Philosophie verpflichtet.


Ein stimmgewaltiger Barde war er - poetischer Verkünder der Neuen Welt und ihrer Menschen, einer selbstbewussten amerikanischen Nation, frei, demokratisch, voller Ideen und Ideale. Whitman war ferner vom Pantheismus beeinflusst und von dem Gedankengut der Transzendentalisten geprägt. Seine Dichtung drückt eine Auffassung der „prophetischen Sendung des Dichters“ aus.

Im Sezessionskrieg war Whitman 1862 als freiwilliger Sanitätshelfer in Lazaretten in Washington D.C. tätig. Unter dem Eindruck des Krieges entstand der Gedichtband »Drum Taps« (»Trommelschläge«), der 1865 veröffentlicht wurde. Im selben Jahr wurde Whitman im Innenministerium angestellt, später jedoch vom Innenminister wegen „Unsittlichkeit seiner Dichtung“ entlassen.


Während die frühen Werke von unbrechbaren Optimismus strotzen, finden sich in späteren Werken auch triste Todeserfahrungen aus dem Sezessionskrieg. Whitman hat der Dynamik und dem expansiven Menschheitsglauben Amerikas einen gültigen Ausdruck verliehen. Seine Dichtung wirkte auch stark auf Europa und wies der Lyrik neue Aussage- und Ausdrücksmöglichkeiten.

Literatur:

Grashalme
Grashalme
von Walt Whitman

Sonntag, 18. März 2012

John Updike 80. Geburtstag

John Updike

John Updike wurde vor 80 Jahren am 18. März 1932 in der Stadt Reading im Bundesstaat Pennsylvania geboren und gilt als einer der erfolgreichsten amerikanischen Schriftsteller des 20. Jahrhunderts.

Updike arbeitete von 1955 bis 1957 als Redakteur für die Literatur-Zeitschrift "The New Yorker". Danach zog er sich aufs Land zurück und verbrachte die nächsten 20 Jahre als freier Schriftsteller in Ipswich / Massachusetts.

1968 hatte er seinen ersten grossen Romanerfolg mit »Ehepaare«. In den Jahren darauf folgten zahlreiche literarische Auszeichnungen, darunter der Pulitzer-Preis 1982. Er gilt als ein Vertreter der „Great American Novel”.


John Updike gehört zu den grossen Chronisten des amerikanischen Mittelstandes und der hedonistischen Gesellschaft. Bekannt wurde er später als Autor satirischer Romane über den amerikanischen Mittelstand. Er galt als scharfer Beobachter, der vor allem den Mittelstand und seine Lebenslügen portraitierte.

Sein internationales Ansehen errang der Pulitzer-Preisträger Updike mit satirisch-gesellschaftskritischen Romanen, die fast ausschließlich in der Mittelschicht angesiedelt sind. In seinen Romanen beschreibt er Charaktere der amerikanischen Gesellschaft, der er den Spiegel immer wieder vorhält. Zu seinen literarischen Themen gehören die Bestsellerthemen Frauen, Sex, Ehebruch und Intrigen.

Die Welt von Gestern. Erinnerungen eines Europäers.  In Zeiten des abnehmenden LichtsDie Nacht der Erinnerungen Der Friedhof von Prag Der Traum des Kelten

Sein Hauptwerk ist die Roman-Tetralogie um den Aufsteiger Rabbit Angstrom (1960-1990). In ihr schilderte Updike den Lebensweg des amerikanischen Antihelden Angstrom, der sich gesellschaftlichen Zwängen und Verantwortung privat und im Beruf zu entziehen versucht.


Große Popularität errang auch Updikes Roman »Die Hexen von Eastwick«, der 1987 verfilmt wurde. Weitere Romane des amerikanischen Erfolgsschriftstellers sind »Das Gottesprogramm« und »Brasilien«.

Dienstag, 13. März 2012

"Emilia Galotti" 1772 uraufgeführt

Das bürgerliche Trauerspiel "Emilia Galotti" von Gotthold Ephraim Lessing (1729-1781) wurde am 13. März 1772 im Herzoglichen Opernhaus in Braunschweig uraufgeführt.

Die Premiere erntete viel Beifall. "Emilia Galotti" war das erste deutsche "Bürgerliche Trauerspiel" und sollte eine deutsche, an Shakespeare orientierte Dramentradition begründen.

In seinem Stück erzählt Lessing die Geschichte eines Prinzen, der sich in "Emilia Galotti" verliebt. Die Bürgerstochter will aber einen Anderen heiraten. Um Emilia zu bekommen, inszeniert der Prinz einen Überfall auf deren Bräutigam, der dabei zu Tode kommt. Emilias Vater will sie vor dem Prinzen schützen und tötet sie auf ihren eigenen Wunsch.

Die historisch und örtlich entrückte Darstellung des Konflikts zwischen den bürgerlichen Galottis und dem absolutistischen Prinzen sorgte während der Aufklärungsepoche für Kontroversen.

Weblink:

Bürgerliches Trauerspiel - Exkurs - www.uni-essen.de/literaturwissenschaft-aktiv

Sonntag, 11. März 2012

Douglas Adams zum 60. Geburtstag

Douglas Adams wurde vor 60 Jahren am 11. März 1952 in der Universitätsstadt Cambridge geboren und gilt als einer der erfolgreichsten englischen Autoren und als Kultautor des Science-Fiction-Romans.

Douglas Adams

Der englische Schriftsteller, der vor seiner Karriere als Kultautor als Radioproduzent, Leibwächter und Krankenhausportier tätig war, verdankt seinen Ruhm in erster Linie seiner in den Jahren 1978 und 1979 veröffentlichten Hörspiel- und Buchreihe »Per Anhalter durch die Galaxis« (»A Hitch Hiker’s Guide to the Galaxy«).

Per Anhalter durch die Galaxis
Mit der weltweit einzigen Trilogie in fünf Bänden erlangte er einen regelrechten Kultstatus - und zwar nicht nur unter SF-Fans. Der Science-Fiction-Roman ist heute noch Kult, denn sein Hauptdarsteller Arthur Dent - ein Engländer am Rande des Nervenzusammenbruchs - befindet sich plötzlich auf einer unglaublichen Odyssee im Weltall. Mit einer gelungenen Kombination aus Science-Fiction und Klamauk schien der Autor den Zeitgeschmack voll getroffen zu haben.

Auch das Londoner Theater zeigte eine erfolgreiche Bühneninterpretation der mit typisch englischem Humor gespickten Science-Fiction-Story.

Aus dieser erfolgreichen Romanreihe schuf Douglas Adams dann die verschiedensten Adaptionen seines Erfolgs-Comics in ganz unterschiedlichen Genres: Radiosendungen, Romane, eine TV-Serie, Computerspiele, Theaterstücke, Comicbücher und Badetücher. Dazu schrieb er die Dirk-Gently-Romane und diverse Sachbücher.

 Die Welt von Gestern. Erinnerungen eines Europäers.  In Zeiten des abnehmenden LichtsDie Nacht der Erinnerungen Der Friedhof von Prag Der Traum des Kelten

Weltweit hielt der englische Science-Fiction-Schriftsteller Vorträge und war aktives Mitglied des »Dian Fossey Gorilla Fund« und von »Save the Rhino International«.

Andere erfolgreiche Werke des Kultautors sind »Der elektrische Mönch« (1987) und »Die Letzten ihrer Art« (1990).

Douglas Adams starb am 11. Mai 2001 49-jährig überraschend in Santa Barbara an einem Herzinfarkt. Nach seinem Tod kam 2005 endlich die Kino-Version von »Per Anhalter durch die Galaxis« auf die Leinwand.

Weblinks:

www.douglasadams.com - Die offizielle Douglas-Adams-Seite

www.panix.com/~wlinden/adams.html - Douglas Adams-Fanpage mit vielen Links (Englisch)

Samstag, 10. März 2012

Friedrich Schlegel 1772 geboren

Friedrich Schlegel

Am 10. März 1772 wurde der deutsche Philosoph und Schriftsteller Friedrich Schlegel in Hannover geboren. Schlegel war ein deutscher Kulturphilosoph, Schriftsteller, Literaturkritiker, Historiker, Altphilologe.

Friedrich Schlegel war neben seinem Bruder August Wilhelm Schlegel einer der wichtigsten Vertreter der "Jenaer Frühromantik". Schlegels philosophische Ideen hatten starken Einfluss auf die deutsche Frühromantik.

Nach dem Studium von Jura, Philologie, Geschichte und Philosophie in Göttingen und Leipzig gab er mit seinem älteren Bruder August Wilhelm die Zeitschrift "Athenaeum" heraus. Zusammen mit seinem Bruder August Wilhelm veröffentlichte er 1798 das Journal »Athenäum«, das nach zwei Jahren im Jahr 1800 bereits wieder eingestellt wurde.

Friedrich Schlegel war ein bedeutender Literaturtheoretiker und -kritiker der Romantik. Er schrieb auch kritische und historische Abhandlungen sowie programmatische Essays, z.B. über Lessing. Er ist der Verfasser des Romans »Lucinde« (1799).

Friedrich Schlegel lehrte 1801 kurzzeitig als Privatdozent an der Universität Jena, ging jedoch 1802 zum Sanskritstudium nach Paris.

1808 veröffentlichte er seine Studie "Über die Sprache und Weisheit der Indier". Das Werk gilt als der erste Versuch der Beschäftigung mit den indischen Sprachen und als Beginn der vergleichenden Linguistik.

Weblinks:

Friedrich Schlegel-Biografie - Biografien-Portal - www.die-biografien.de

Friedrich Schlegel-Zitate - Zitate-Portalwww.die-zitate.de