Dienstag, 14. Februar 2017

»Jewgeni Onegin« von Alexander Puschkin

Jewgeni Onegin

»Jewgeni Onegin« von Alexander Puschkin ist ein Roman in Versen. Die Versdichtung erzählt die unglückliche Liebesgeschichte zwischen dem großstädtischen Dandy Jewgeni Onegin und der Schönheit vom Lande Tatjana Larina. Der Versroman erschien in den Jahren zwischen 1825 bis 1833. Eigens für diesen Roman wurde die so genannte "Onegin-Strophe" geschaffen.

Gelangweilt vom müßigen Leben in Petersburg macht sich der junge Adelige Jewgeni Onegin begierig auf Abwechslung und Abenteuer zum soeben, von seinem verstorbenen Onkel, geerbten Landgut auf. Dort lernt er den jungen Dichter Vladimir Lenski kennen, der ihm von seiner Jugendliebe Olga Larin erzählt.

Schon bald stellt er Onegin den beiden ungleichen Töchtern des benachbarten Gutsbesitzers Larin vor: Olga, die Besonnene, beeindruckt ihn wenig. Tatjana, die Träumerin, verliebt sich augenblicklich in Onegin und meint ihn ihm den ihr bestimmten und lang ersehnten Mann gefunden zu haben. In einem Brief gesteht sie ihm ihre Liebe: „Der Himmel will es, ich bin dein."

Mein Leben war dafür verpfändet, dass du mich triffst und löst es ein. Ich weiß es, Gott hat dich gesendet mein Hüter bis ans Grab zu sein." Der allem überdrüssige Onegin ist zwar gerührt von ihrer Offenheit, kann sich aber eine Ehe nicht vorstellen, denn: „So sehr ich sie auch liebte, bald ließ die Gewohnheit mich schon kalt."

Jewgeni Onegin: Roman in Versen
Jewgeni Onegin: Roman in Versen




Auf Tatjanas Namenstagsfeier beginnt sich die Situation zuzuspitzen: Onegin tanzt den ganzen Abend mit Olga, was Lenski als Provokation auffasst und Onegin zu einem Duell auffordert. Seine Eifersucht kostet Lenski das Leben. Onegin verlässt sein Langut und reist in die Welt. Nach Jahren begegnen sich Onegin und Tatjana zufällig wieder.

Die vier Hauptpersonen sind Typen, gleichzeitig aber auch unverwechselbare Individuen. Onegin ist ein junger Petersburger Dandy mit der „vor der Zeit gealterten Seele“ und unfähig, andere zu lieben. Eine Erbschaft macht ihn zum Gutsbesitzer. Lenski, sein junger Nachbar, ist ein romantischer Möchtegern-Dichter. Ihnen gegenüber zwei Frauen: Tatjana, naiv und verträumt, sie verliebt sich Onegin, und ihre bodenständige Schwester Olga.

Die Eifersucht Lenskis und sein sinnloser Tod im Duell mit Onegin beenden jäh die schöne, nicht ganz stimmige Vierer-Konstellation. Olga tröstet sich überraschend schnell, heiratet wieder. Auch Tatjana heiratet schließlich, einen General. Als sich Onegin jetzt in sie verliebt, ist es er, der abgewiesen wird, obwohl Tatjana ihn noch immer liebt.

Mit brillanter Ironie erzählt Alexander Puschkin die Geschichte des zynischen Dandys Eugen Onegin, der seinen Weltschmerz vergeblich mit flüchtigen Genüssen zu betäuben versucht. Dieser virtuose Versroman, dem wir den schönsten Liebesbrief der russischen Literatur verdanken, ist ein Meisterwerk, elegant und mit Leichtigkeit komponiert.

»Jewgeni Onegin« ist mehr als nur die unglückliche Liebesgeschichte zwischen dem großstädtischen Dandy Jewgeni Onegin und der Schönheit vom Lande Tatjana Larina: Es ist die erste umfassende Schilderung der russischen Gesellschaft und war Vorbild für Pjotr Tschaikowskis berühmte Oper.

Dieser einzigartige Versroman gilt als Puschkins wohl großartigstes Werk. Ihm gelingt jene Verbindung herzustellen, die ein Band schnürt zwischen jedem einzelnen Russen, um sich als ein Volk zu fühlen. Peter Tschaikowsky hat diesen Roman und dieses Puschkinsche Credo als Vorlage für sein Libretto seiner gleichnamigen grandiosen Oper gewählt.

Literatur:

Jewgeni Onegin: Roman in Versen
Jewgeni Onegin: Roman in Versen
von Alexander Puschkin

Eugen Onegin: Roman in Versen
Eugen Onegin: Roman in Versen
von Alexander Puschkin


Literatur:




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Freitag, 10. Februar 2017

Alexander Puschkin 180. Todestag

Alexander Puschkin

Alexander Puschkins Todestag jährt sich am 10. Februar zum 180. Male. Puschkin starb am 10. Februar 1837 in Sankt Petersburg an den Folgen einer Schussverletzung nach einem Duell. Puschkin gilt als russischer Nationaldichter und Begründer der modernen russischen Literatur und gilt für die meisten seiner Landsleute als der russische Nationaldichter . Der russische Nationaldichter gilt als Begründer der modernen russischen Kunstprosa. Er ist ein Wegbereiter des Realismus und war der westeuropäischen Literatur zugetan.

Puschkins unvollendetes Leben endete auf tragische Weise. Puschkin wurde im Duell mit Georges-Charles de Heeckeren d'Anthès tödlich verwundet, einem französischen Offizier, der dem Chevalier Guard Regiment diente, der versuchte, die Frau des Dichters Natalia Pushkina zu verführen.


Durch die aufdringlich zur Schau gestellte Verehrung eines Bekannten für Puschkins Frau entstanden Gerüchte, die deren eheliche Treue in Zweifel zogen. Puschkin schrieb einen beleidigenden Brief an den Adoptivvater Heeckeren, woraufhin d’Anthès seinen Schwippschwager Puschkin zum Duell forderte, das am 8. Februar 1837 ausgetragen wurde. Puschkin wurde durch einen Bauchschuss schwer verletzt und erlag zwei Tage später seiner Schussverletzung.


Als Lyriker und Schriftsteller war er zeitlebens provokant, seine Werke unterlagen der Zensur. Er ist einer der bedeutendsten russischen Schriftsteller, zu seinen bekanntesten Werken zählen u. a. Eugen Onegin, Boris Godunow und Die Hauptmannstochter.

Puschkin bereitete in seinen Gedichten, Dramen und Erzählungen der Verwendung der Umgangssprache den Weg; er schuf einen erzählerischen Stil, der Drama, Romantik und Satire mischte – ein Stil, der seitdem untrennbar mit der russischen Literatur verbunden ist und zahlreiche russische Dichter massiv beeinflusste. Seine romantischen Zeitgenossen waren Byron und Goethe. Er wurde beeinflusst von Voltaire und den Shakespeareschen Tragödien.

Während er sich unter der strengen Überwachung der politischen Polizei des Zaren befand, und er nicht in der Lage war, Bücher zuveröffentlichen, schrieb Puschkin sein bekanntestes Stück, das Drama »Boris Godunov«. Seinen Versroman, »Eugen Onegin«, schrieb er zwischen 1825 und 1832.

Alexander Puschkin wurde am 6. Juni 1799 in Moskau als Sohn eines adligen Gardeoffiziers geboren.

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Jewgeni Onegin: Roman in Versen
Jewgeni Onegin: Roman in Versen
von Alexander Puschkin

Erzählungen
Erzählungen
von Alexander Puschkin

Montag, 6. Februar 2017

Hans Fallada 70. Todestag

Hans Fallada

Hans Fallada, eigentlich Rudolf Ditzen, starb vor 70 Jahren am 5. Februar 1947 in Berlin. Hans Fallada war ein bekannter deutscher Schriftsteller der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Er gehört zu den großen, den bleibenden Schriftstellern des 20. Jahrhunderts.

Hans Fallada ist als "Schriftsteller der kleinen Leute" bekannt geworden, der große Prosa aus dem Leben der kleinen Leute gemacht hat. Er hat das Schicksal der kleinen Leute in der Weimarer Republik, in der Nazi-Zeit und bis nach dem Krieg anschaulich und voller Herz mit Büchern, die das Los der kleinen Leute beschreiben, erlebbar gemacht.Seine Erzählungen erschienen vor allen Dingen in der "Vossischen Zeitung".

Fallada schrieb ab 1920 Romane und stellte seine präzise Beobachtungsgabe und sein sagenhaftes Erzähltalent einem immer größeren Publikum unter Beweis. Seine Stoffe fand er im eigenen Leben, sie führen ins Milieu von Häftlingen, Gutsbediensteten, Bauern, Arbeitslosen und den Verlierern der Weltwirtschaftskrise.

Bereits mit dem ersten – 1920 veröffentlichten – Roman »Der junge Goedeschal« verwendete Ditzen das Pseudonym Hans Fallada. Es entstand in Anlehnung an zwei Märchen der Brüder Grimm. Der Vorname bezieht sich auf den Protagonisten von Hans im Glück und der Nachname auf das sprechende Pferd „Falada“ aus »Die Gänsemagd«.


Fallada war ein profunder Menschenkenner und genauer Beobachter, der sich auskannte in den Lebenswelten und im Alltag der Menschen. Er kannte die sozaielen Schichten, die Milieus, die Menschen und ihre Lebenssituation.Seine Werke sind ein Spiegel seiner Zeit und seiner Person. Sie sind stets auch Schilderungen seines bewegten Lebens. Berühmt wurde Fallada mit seinen Romanen »Bauern, Bonzen und Bomben«, »Wolf unter Wölfen« sowie »Kleiner Mann – was nun?«, dessen Stoff bis heute zum Repertoire vieler Bühnen gehört. Mit dem vielfach übersetzten Roman »Kleiner Mann - was nun?« (1932) wurde Fallada weltbekannt.

Fallada war die Stimme des kleinen Mannes. Seine Romane handeln von dem Mut der Menschen, sich mit der Lebensfeindlichkeit und den Widrigkeiten des Lebens auseinanderzusetzen. In allen Romanen beschrieb er die Probleme der kleinen Leute, vor allem in der Hauptstadt Berlin. Viele der Probleme, welche die einfachen Menschenin den 1930er Jahren in Berlin hatten, sind auch heute noch aktuell: das Wohnungsproblem und das Problem der zum Teil inkompetenten Verwaltung in der Hauptstadt sind immer noch Probleme, die der Lösung harren.

Rudolf Ditzen wurde am 21. Juli 1893 in Greifswald als Sohn eines hohen Justizbeamten geboren. Er besuchte, ohne es abzuschließen, das humanistische Gymnasium und absolvierte eine landwirtschaftliche Lehre. Zwischen 1915 und 1925 war er Rendant auf Rittergütern, Hofinspektor, Buchhalter, zwischen 1928 und 1931 Adressenschreiber, Annoncensammler, Verlagsangestellter.

In der Zeit des Faschismus lebte er als "unerwünschter Autor" zurückgezogen auf seinem Sechs-Morgen-Anwesen in Mecklenburg. 1945 siedelte er nach Berlin über und starb dort 1947.

Hans Fallada war eine rätselhafte und vielschichtige Gestalt. Vielleicht war dieser "Hans im Glück" eine stärkere Gestalt als er selber wusste. Er war als Schriftsteller sicherlich ein "Hans im Glück" und ein Glücksfall für die deutsche Literatur. Im Leben selbst war er jedoch nicht ganz so glücklich zu nennen, denn es war ihm infolge seines exzessiven Lebensstiles nur ein Alter von 53 Jahren beschieden.

Populär war Fallada schon immer, mittlerweile erkennt man seinen weltliterarischen Rang: Der Autor Hans Fallada wurde in den letzten Jahren noch einmal völlig neu entdeckt. Seine Romane und Erzählungen sind zeitlos und haben bis heute nicht an Aktualität verloren.


Literatur:

Kleiner Mann – was nun?
Kleiner Mann – was nun?
von Hans Fallada

Ein Mann will nach oben
Ein Mann will nach oben
von Hans Fallada

Bauern, Bonzen und Bomben
Bauern, Bonzen und Bomben
von Hans Fallada


Weblink:

Fallada - Im Rausch des Schreibens - www.srf.ch


Video:

Neue Biografie zum 70. Todestag von Hans Fallada | artour Video

Freitag, 3. Februar 2017

Georg Trakl 130. Geburtstag

Georg Trakl

Georg Trakl wurde vor 130 Jahren am 3. Februar 1887 als Sohn eines Eisenhändlers in Salzburg geboren.

Während seines Pharmaziestudiums in Wien begann er Gedichte zu publizieren und schloß 1910 die akademische Ausbildung ab; anschließend lebte er in Innsbruck. Im 1. Weltkrieg diente Trakl als Sanitätsfähnrich. Zerbrochen am Leiden seiner Zeit, wählte er Anfang November 1914 im Lazarett von Krakau den Freitod durch eine Überdosis Kokain.

Trakl gilt als einer der bedeutendsten Vertreter des österreichischen Expressionismus. Sein Gesamtwerk ist geprägt von Schwermut, Trauer und der Suche nach Gott. Tod, Verfall und der Untergang des Abendlandes sind zentrale Aussagen seiner tiefen Lyrik voller Symbole und Metaphern. Herbst und Nacht bilden die Leitmotive seiner Dichtung.

Georg Trakl war ein österreichischer Dichter des Expressionismus mit starken Einflüssen des Symbolismus. Der mit vielen literarischen Zeitgenossen befreundete Dichter gilt heute als einer der wichtigsten Vertreter des Expressionismus in der deutschen Literatur.

Die Gedichte von Georg Trakl faszinieren, sind aber für die meisten schwer verständlich. Es ist eben eine andere Wirklichkeit, auf die man sich einlassen muss. Wir können sie im Grunde mit dem Verstand nicht erfassen und Begriffe sind nicht hilfreich, denn was heißt schon Traum, Albtraum, Melancholie, Schwermut, Depression, Schizophrenie, Trauer, Trance, Rausch etc.

Es geht um die Schizophrenie der menschlichen Existenz, zwischen dem Schönen und dem Hässlichen, den zarten Empfindungen und den Wahnvorstellungen, dem Guten und dem Bösen, der Reinheit und der Schuld. Letztendlich geht es auch Trakl um geistige Erlösung, was man an manchen Stellen klar erkennen kann und die schöne, ästhetische Gestaltung der Sprache ist die kreative Erlösung des Dichters.

Georg Trakl starb am 3. November 1914 in Krakau, Galizien.



Weblinks:

Georg Trakl Lyrik-Portal - www.georgtrakl.at

Georg Trakl-Portal - www.georgtrakl.de

Biografie:

Georg Trakl von Gunnar Decker

Gedichte:

Georg Trakl - Sämtliche Gedichte

Donnerstag, 2. Februar 2017

Paul Auster 70. Geburtstag

Paul Auster

Paul Austers Geburtstag jährt sich zum 70. Mal. Er wurde am 3. Februar 1947 in Newark, New Jersey, geboren.Paul Auster ist ein amerikanischer Schriftsteller, zudem arbeitet er als Regisseur, Kritiker, Übersetzer und Herausgeber. Seine Werke sind in über vierzig Sprachen übersetzt worden. Auster gilt als einer der bekanntesten und vielseitigsten Autoren der Gegenwart. Paul Auster lebt in Brooklyn, New York, ist mit der Schriftstellerin Siri Hustvedt verheiratet und hat zwei Kinder.

Er studierte Anglistik und vergleichende Literaturwissenschaften an der Columbia University und fuhr danach als Matrose auf einem Öltanker zur See. In den Jahen 1971 bis 74 lebte er in Frankreich, hauptsächlich in Paris. Nach seiner Rückkehr in die USA nahm er einen Lehrauftrag an der Columbia University an und arbeitete zusätzlich als Übersetzer französischer Autoren (Blanchot, Bouchet, Dupin, Joubert, Mallarmé, Sartre) sowie als Herausgeber französischer Literatur in amerikanischen Verlagen.

Auster ist eine sehr vielseitige literarische Begabung - er ist u.a. ein Meister des Kriminalromans. Weltbekannt wurde Auster durch seine Serie experimenteller Kriminalromane, die gesammelt als »New-York-Trilogie« (1987) veröffentlicht wurden. Nach dem bescheidenen Erfolg seines Prosa-Debüts »Erfindung der Einsamkeit«, das einen Versuch der Annäherung an seinen verstorbenen Vater darstellt, wurde Stadt aus Glas zunächst von siebzehn Verlagen abgelehnt, gelangte dann aber auf die Nominierungsliste für den »Edgar Allan Poe Award«.

„Ich lebe mit meinen Romanfiguren durchschnittlich fünf Jahre lang,
ehe ich überhaupt zu schreiben anfange.
Sie verwandeln sich, und aus Geistgestalten werden richtige Personen..“

Zu seinen bekanntesten Werken gehören, »Stadt aus Glas« (1985), »Schlagschatten« (1986) und »Hinter verschlossenen Türen« (1986), »Im Land der letzten Dinge« (1992), »Mr. Vertigo« (1997). »Mond über Manhattan« (2012) , »Leviathan« (2012).

Die New-York-Trilogie
Die New-York-Trilogie

Die Trilogie enthält die Geschichten »Stadt aus Glas« (1985), in der es um einen Krimiautor geht, der im Laufe der Erzählung verschiedene Identitäten annimmt. »Schlagschatten« (1986) handelt von einem Detektiv namens Blue, der einen Mann namens Black für seinen Kunden White beobachtet. »Hinter verschlossenen Türen« (1986) ist die Geschichte eines Autors, der das Leben eines anderen Schriftstellers für eine Biographie aufarbeitet und dabei anfängt, dessen Leben zu leben.

Jeder der drei Romane wirkt zu Beginn wie eine klassische Kriminalgeschichte. Die Beobachtungen und Nachforschungen der Protagonisten münden jedoch nicht in der Aufklärung eines Kriminalfalles oder der Erledigung eines Auftrags, sondern sie reflektieren und veranschaulichen letztendlich ihr persönliches Schicksal und führen im weiteren Verlauf der Handlung zur Selbsterkenntnis.

Austers Kriminalromane sprengen den gewöhnlichen Rahmen dieses Genres. Die Form dient der Darstellung und Analyse existentieller Probleme und Fragen nach der menschlichen Identität.


Der 1947 in Newark, New Jersey, geborene US-amerikanische Schriftsteller Paul Auster hat zahlreiche Romane, Essays und Filmdrehbücher verfasst. In einem Interview mit der „Washington Post“ im Jahre 2003 zählte er u.a. Albert Camus, Franz Kafka, William Faulkner, Paul Celan und F. Scott Fitzgerald zu seinen literarischen Einflussgrößen. Sein umfangreiches, vielfach preisgekröntes Werk umfasst neben zahlreichen Romanen auch Essays und Lyrik sowie Übersetzungen zeitgenössischer französischer Lyrik.

In Paul Austers Werk gibt es starke Bezüge zu den amerikanischen Transzendentalisten des 19. Jahrhunderts, namentlich zu Nathaniel Hawthorne und Henry David Thoreau. Es finden sich Einflüsse des Poststrukturalismus im Sinne von Jacques Derrida und der Psychoanalyse von Jacques Lacan.

Mit seinem neuen Werk »4321« hat Paul Auster einen schwergewichtigen Roman, das Werk hat über 1.250 Seiten, vorgelegt. Das Buch ist weltweit pünktlich zum 70. Geburtstag des Autors am 03. Februar 2017 erschienen.

Literatur:

Die New-York-Trilogie
Die New-York-Trilogie
von Paul Auster

Im Land der letzten Dinge
Im Land der letzten Dinge
von Paul Auster

Goldrausch in Alaska, Erzählungen
4321
von Paul Auster

Mittwoch, 1. Februar 2017

»Die Geschichte eines neuen Namens« von Elena Ferrante

Die Geschichte eines neuen Namens
Die Geschichte eines neuen Namens

»Die Geschichte eines neuen Namens« von Elena Ferrante ist die Fortsetzung des Erfolgsromans »Meines geniale Freundin«. Mit »Die Geschichte eines neuen Namens«, dem zweiten Teil des literarischen Welterfolgs setzt Elena Ferrante den Zyklus der »Genialen Freundin« fort. Ende August war der erste Band der Neapolitanischen Saga »Meine geniale Freundin« von Elena Ferrante über die Kindheit und frühe Jugend erschienen.

Die unterschiedlichen Lebenswege der ehemals besten Freundinnen im Neapel Mitte des letzten Jahrhunderts laufen eine Weile parallel nebeneinander her, trennen sich, treffen aber immer wieder zusammen. Aus den jungen Mädchen sind nun Teenager geworden. Und das Leben beginnt, nun seine Weichen zu stellen. Welches der Mädchen kann mit seiner Entscheidung den erhofften Ausbruch aus der Armut erreichen?

Lila und Elena sind sechzehn Jahre alt, und sie sind verzweifelt. Lila hat noch am Tage ihrer Hochzeit erfahren, dass ihr Mann sie hintergeht – er macht Geschäfte mit den allseits verhassten Solara-Brüdern, den lokalen Camorristi. Für Lila, arm geboren und durch die Ehe schlagartig zu Geld und Ansehen gekommen, brechen leidvolle Zeiten an. Elena hingegen verliebt sich Hals über Kopf in einen jungen Studenten, doch der scheint nur mit ihren Gefühlen zu spielen.

Sie ist eine regelrechte Vorzeigeschülerin geworden, muss aber feststellen, dass das, was sie sich mühsam erarbeitet hat, in ihrer neapolitanischen Welt kaum etwas gilt. Trotz all dieser Widrigkeiten beharren Lila und Elena immer weiter darauf, ihr Leben selbst zu bestimmen, auch wenn der Preis, den sie dafür zahlen müssen, bisweilen brutal ist. Woran die beiden jungen Frauen sich festhalten, ist ihre Freundschaft.

Die Geschichte eines neuen Namens


Hinter den beiden Freundinnen liegt die gemeinsam verbrachte Jugend. Sie und ihre Freundin Lenú, die sich bereits als kleine Mädchen fest vorgenommen haben, dem Elend des Armenviertels Rione zu entfliehen, gehen unterschiedliche Wege, um ihr Ziel zu erreichen. Lila erhofft sich eine bessere Zukunft, indem sie ganz traditionell den aufstrebenden jungen Lebensmittelhändler Stefano heiratet.

Die erst 16-jährige Lila Cerullo - nun Signora Carracci - erlebt die Auswirkungen ihrer früh eingegangenen Ehe. Die weniger selbstbewusste Lenú will sich durch Fleiß und gute Noten in Schule und Studium hoch arbeiten - durchaus nicht selbstverständlich für ein Mädchen aus ärmlichen Verhältnissen.


In schlichter, einprägsamer Sprache, aber sehr eindrucksvoll in farbig, teils drastisch beschriebenen Episoden lässt Ferrante in der Fantasie des Lesers eine Zeit wiedererstehen, in der das Leben von Mädchen und Frauen noch sehr eingeschränkt und vom Willen der Väter und Ehemänner dominiert war, ihre Rolle festgelegt auf die der zukünftigen Ehefrau und Mutter, dem (Ehe-)Mann untergeben.

Die Autorin erschafft lebendige, authentische Charaktere, in die sich der Leser leicht einfühlen kann, und erzählt packend von den Schwierigkeiten, mit denen sich Lila und auch Lenú auseinandersetzen müssen, weil sich beide auf ihre Weise über gesellschaftliche Tabus hinwegsetzen. Eindrücklich und ohne zu beschönigen schildert sie eine Zeit wirtschaftlicher und sozialer Probleme, mafiöse Gesellschaftsstrukturen und den Aufstieg der Camorra, mit denen die Schicksale der Freundinnen verflochten sind.

Weblink:

"Die Geschichte eines neuen Namens": Elena Ferrantes sehnsüchtig erwarteter Fortsetzungsroman ist da - www.dw.com

Literatur:

Die Geschichte eines neuen Namens
Die Geschichte eines neuen Namens da
von Elena Ferrante

»Meine geniale Freundin« von Elena Ferrante
Meine geniale Freundin: Band 1 der Neapolitanischen Saga (Kindheit und frühe Jugend)
von Elena Ferrante



Blog-Artikel:

Meine geniale Freundin von Elena Ferrante

Inkognito der Autorin Elena Ferrante gelüftet

Samstag, 28. Januar 2017

»Statt etwas oder Der letzte Rank« von Martin Walser

Deutschland Schriftsteller Martin Walser in Nußdorf

Im März feiert Martin Walser seinen 90. Geburtstag und zieht jetzt schon mal eine Lebensbilanz. »Statt etwas oder Der letzte Rank« heißt sein neuer Roman - eine altersmüde Selbstreflexion. "Es geht mir ein bischen zu gut", sagt Walser einleitend in einer Betrachtung gegenüber den bereits verstorbenen Schriftstellerkollegen wie Gütner Grass.

Kaum zu glauben! Während weitaus jüngere Autoren regelmäßig von Schreibblockaden heimgesucht werden und lange auf ihre literarischen Meisterwerke warten lassen, bringt Martin Walser fast im Jahresrhythmus ein neues Buch heraus. Auf den Wüterich vom Bodensee ist Verlass. Weiterleben heißt für ihn: Weiterschreiben. Im März wird er 90 Jahre alt und sein neuer Roman variiert noch einmal alle Themen aus dem Walser'schen Universum - Einsamkeit, Liebe, Glaube.

Hier schreibt ein Erschöpfter, müde vom Leben. Walser mäandert durch seine Unsicherheiten. Scheinbar sind in seinen Augen alle talentierter, erfolgreicher, glücklicher als er. Niemand leidet mehr unter ihm als er selbst. Das Buch ist wie eine Selbstbefreiung.

»Statt etwas oder Der letzte Rank« ist ein Roman, in dem es in jedem Satz ums Ganze geht - von größter Intensität und Kraft der Empfindung, unvorhersehbar und schön. Ein verwobenes Gebilde, auch wenn es seine Verwobenheit nicht zeigen will oder sogar versteckt. Ein Musikstück aus Worten, das dem Leser größtmögliche Freiheit bietet, weil es von Freiheit getragen ist: der Freiheit des Denkens, des Schreibens, des Lebens. So nah am Rand der Formlosigkeit, ja so entfesselt hat Martin Walser noch nie geschrieben. Das fulminante Porträt eines Menschen, ein Roman, wie es noch keinen gab.

Es geht um die Bilanz seines Lebens und und Walsers persönliche Wahrheiten.

"Wenn er sich vorbereitete, den Fehler, den er das letzte Mal gemacht hat, zu vermeiden, passierte ihm ein ganz neuer Fehler. […] Er schien einfach einen unerschöpflichen Vorrat von höchst persönlichen Fehlern zu haben."

Doch Walser ist ein Meister darin, sich entblößend zu verbergen. In Wahrheit schwingt in seinen Sätzen die pure Verachtung für all jene Erfolgreichen mit, die er zu bewundern scheint. Und hinter seinem detailgenau ausgebreiteten Hadern spürt man die Koketterie eines immer noch sehr eitlen Schriftstellers.

"Bitte, wie stark musste ich sein, um mich so schwach nennen zu können!"

Das Buch hat bei Walser wieder zwei große Themen zum Inhalt: der Triumph über seine Feinde und die Liebe im Alter. Der Groll gegen seine Kritiker darf nicht fehlen ebenso wie seine Betrachtungen über die Liebe. Er stellt sich dabei die Frage: "Muss man seine eigene Frau lieben oder darf man Liebe von anderen Frauen empfangen?"

Martin Walser ist als streitbarer Schriftsteller bekannt, der polarisiert. Doch irgendwie ist die Lebenslust und die Streitfreude verloren gegangen. Keine Spur mehr von dem virilen Provokateur von einst. In den 1950er Jahren wurde Walser zusammen mit Günter Grass und Siegfried Lenz zum Kraftzentrum der literarischen Aufarbeitung. Autoren der "Gruppe 47" schrieben an gegen das Vergessen im Nachkriegsdeutschland.

Sie zeigten den Dreck hinter dem Glanz des Wirtschaftswunders. Walser verachtete zutiefst jene Saubermänner der Zeit, die ohne große Blessuren von der Nazi-Diktatur ins demokratische Nachkriegsestablishment glitten. Er setzte mit seinen Büchern dem schwankenden Kleinbürger, der immer wieder an den eigenen Ansprüchen scheitert, ein literarisches Denkmal.

Weblink:

Martin Walser "Statt etwas oder Der letzte Rank" - www.dw.com

Literatur:

Statt etwas oder Der letzte Rank
Statt etwas oder Der letzte Rank
von Martin Walser