Donnerstag, 16. Juni 2022

»Der Abend« von Joseph von Eichendorff



Schweigt der Menschen laute Lust:
Rauscht die Erde wie in Träumen
Wunderbar mit allen Bäumen,
Was dem Herzen kaum bewusst,
Alte Zeiten, linde Trauer,
Ach, es schweifen leise Schauer
Wetterleuchtend durch die Brust.

»Der Abend« von Joseph von Eichendorff



Video:

"Der Abend" von Joseph Freiherr von Eichendorff - Youtube

Samstag, 11. Juni 2022

Ben Jonson 450. Geburtstag

Benjamin Jonson


Ben Jonson, eigentlich Benjamin Jonson - wurde am 11. Juni (unsicher) 1572 als Sohn eines protestantischen Geistlichen in London Westminster geboren. Ben Jonson war ein englischer Bühnenautor und Dichter. Neben William Shakespeare gilt Ben Jonson als der bedeutendste englische Dramatiker der Renaissance.

Jonson sah sich als gelehrten Dichter und war in der Weiterführung der Renaissance ein glühender Verehrer der antiken, besonders der römischen Literatur, ohne damit jedoch in irgendeiner Weise eine Weltfremdheit zu verbinden oder auf die Entwicklung eines eigenen literarischen Profils zu verzichten. Ausgehend von der römischen Komödie begründete er vor allem eine neue Form der satirischen Sittenkomödie, die bis in das 18. Jahrhundert bestehen blieb.

Jonson verstand sich nicht nur als Dramatiker, sondern stets auch als Lyriker, der seine Dichtung auf der Grundlage antiker Gattungen wie Epigramm, Epitaph, Epistel oder Ode gestaltete. Dabei lehnte er den Stil der metaphysischen Dichter mit oftmals gesuchten oder ausufernden Metaphern (conceits) ab und legte großen Wert auf eine Klarheit der Form und Schlichtheit des Ausdrucks. Dadurch trug er maßgeblich zu der Entstehung des Ideals eines schlichten Stils (plain style) bei.

Die frühe Schaffensphase Jonsons als Dramatiker war durch seine Erfindung der comedy of humours als einer besonderen Spielart der comedy of manners geprägt. Dabei griff er die auf der antiken sowie mittelalterlichen Humoralpathologie fußende Theorie von den verschiedenen Körpersäften und vier Temperamenten des Cholerikers, Sanguinikers, Melancholikers und Phlegmatikers auf. Seine besondere Errungenschaft war es, diese Lehre metaphorisch zu nutzen, um die Exzentrizitäten und Affektiertheiten der Menschen im gesellschaftlichen Leben darzustellen. Die einzelnen Episoden dieser Variante der Komödie dienen dabei vor allem der Offenlegung der einzelnen humours; das Ziel des gesamten Geschehens ist vornehmlich auf die Heilung der humours ausgerichtet, die im Wesentlichen nur Übertreibungen grundsätzlich wünschenswerter Eigenschaften verkörpern.

Ben Jonson starb am 6. August 1637 in London.

Samstag, 21. Mai 2022

Fragment gebliebene Literatur deutscher Klassiker (K)


Fragment gebliebene Literatur deutscher Klassiker

Die Frühromantik erhebt das Fragment zur bevorzugten Denk- und Aussageform für kritische, philosophische, poetologische oder politische Äußerungen schlechthin. Eine abgeschlossene, griffige und verbindliche Theorie des Fragments wird man jedoch vergeblich suchen. Sie lässt sich allenfalls aus der Praxis und aus verstreuten, ihrerseits selbst fragmentarischen, funktionalen Aussagen erschließen. So bezeichnet etwa Friedrich Schlegel das Fragment als Mittel gegen geistige Fäulnis, als gedankliche Hefe (fermenta cognitionis), oder als Randglossen zu dem Text des Zeitalters", die ein ins Stocken geratenes Denken zum Gären bringen.

Das romantische Fragment

Der Begriff des Fragmentarischen nimmt in der Entwicklung des frühromantischen Denkens und Schreibens eine hervorragende Rolle ein. Und wiederum ist es Friedrich Schlegel, der die entscheidenden Impulse setzt. Ausgangspunkt seiner Überlegungen ist die Idee des Bruchstückhaften und des Unvollendeten als Zeichen und zugleich Werkzeug einer unendlichen Annäherung an das Absolute: "Die romantische Dichtung ist noch im Werden; ja, das ist ihr eigentliches Wesen, dass ewig nur werden, nie vollendet sein kann." Vor dem Hintergrund dieser postulierten Unendlichkeit ist jeder romantische Text, wie lang oder kurz, wie komplex oder einfach auch immer, vor vorneherein als fragmentarisch zu begreifen: Was nicht ausgeschöpft, nicht vollendet, nicht abgeschlossen kann, bleibt per se Fragment.

Darüber hinaus erhebt die Frühromantik das Fragment zur bevorzugten Denk- und Aussageform für kritische, philosophische, poetologische oder politische Äußerungen schlechthin. Eine abgeschlossene, griffige und verbindliche Theorie des Fragments wird man jedoch vergeblich suchen. Sie lässt sich allenfalls aus der Praxis und aus verstreuten, ihrerseits selbst fragmentarischen, funktionalen Aussagen erschließen. So bezeichnet etwa Friedrich Schlegel das Fragment als Mittel gegen geistige Fäulnis, als gedankliche Hefe (fermenta cognitionis), oder als Randglossen zu dem Text des Zeitalters", die ein ins Stocken geratenes Denken zum Gären bringen. Eine weitere sehr bekannte Definition gibt er im 206ten Athenaeums-Fragment: "Ein Fragment muss gleich einem kleinen Kunstwerke von der umgebenden Welt ganz abgesondert und in sich selbst vollendet sein wie ein Igel. Das Bild des Igels ist bewusst gewählt: Er steht für eine scharf konturierte, nach außen abgeschlossene Gedankeneinheit, die ihre kritischen Stacheln gegen die Außenwelt kehrt und zu eigenem Denken anstachelt. Novalis wiederum spricht von "literarischen Sämereien" und "Texten zum Denken", während der romantische Theologe Schleiermachen das Bild "kritischer Späne" bemüht, die das Feuer eigenen Denkens entfachen.

Zuletzt eignet sich das Fragment aufgrund seiner Pointiertheit, Kürze und Beweglichkeit vorzüglich dazu, die Vielstimmigkeit einer komplexen und oft auch widersprüchlichen Wirklichkeit immer wieder neu zu umkreisen und neu zu betrachten. Da für den romantischen Geist alles mit allem zusammenhängt, da jedes Teil zugleich ein Bruchstück "eines durchaus eigentümlichen Ganzen ist", repräsentiert das Fragment auch das Unendliche (den Weltgeist) im Endlichen (Form). Als kurze, knappe Aussage ist es zwar nach außen scharf abgeschlossen, im Inneren jedoch ist es ein Miniaturbild des unendlichen Universums. Damit entspricht das Fragment auch dem von Schelling beschriebenen rhythmischen Spiel antagonistischer Geisteskräfte, wobei eine "unausgesetzt beschränkende, formgebende" Kraft in andauernde Wechselwirkung mit einer schrankenlos setzenden, stoffgebenden Kraft tritt. Im 297. Athenaeumsfragment nimmt Schlegel diesen Gedanken auf, wenn er über seine Vorstellung des Kunstwerks im Allgemeinen spricht: "Gebildet ist ein Werk, wenn es überall scharf begrenzt, innerhalb der Grenzen aber grenzenlos und unerschöpflich ist, wenn es sich selbst ganz treu, überall gleich, und doch über sich selbst erhaben ist."

In den Heften des Atheneaum entfalten vor allem Schlegel und Novalis ein wahres Feuerwerk von locker gereihten, nicht hierarchisch gegliederten Gedankenblitzen und Erkenntniskeimen. Dabei weitet Novalis den Gedanken im Sinne der Sym-Philosophie, des für die Frühromantik zu typischen gemeinsamen Philosophierens, aus. Er will mit seinen Fragmenten ganz bewusst unfertige "Anfangssätze" und "Denkstöße" liefern, die der Leser als erweiterter Autor fortspinnt. Gerade weil es unfertig ist, wird das Fragment wird zum Anstifter eines Dialogs zwischen Autor und Leser, die als gleichberechtigte Partner gegenseitig ihre Erkenntnisfähigkeiten fördern. Dieser "wechselseitige Galvanism des Autors und des Lesers" mit beiderseitiger "Motion" und "Agilität" trägt dazu bei, "die geistige Gicht" zu überwinden.

Letztlich ist das Fragment damit nicht nur eine literarische Form oder ein erkenntnistheoretisches Werkzeug, sondern ein Modell für die Eigenart des romantischen Diskurses: Sie stehen "für das freie Mit- und Nebeneinander eigenständiger und eigenwertiger Ideen - entgegen jenen, den Leser bevormundenden Lehrsätzen fertiger, erstarrter Systeme." (Gerda Heinrich). Schlegel selbst formuliert das so: Fragmente sind "ein bunter Haufen von Einfällen", verbunden durch "jenes freie und gleiche Beisammensein, worin sich auch die Bürger des vollkommenen Staates, nach der Versicherung der Weisen, dereinst befinden werden; jener unbedingt gesellige Geist, welcher nach Anmaßung der Vornehmen nur in dem gefunden wird, was man so seltsam und beinahe kindisch große Welt zu nennen pflegt."


Für die Veröffentlichung der Fragmentsammlung »Blüthenstaub« in der Zeitschrift »Athenäum« wählte der romantische Dichter das Pseudonym »Novalis«.

Als er zu Ostern 1798 seine Fragmentensammlung »Blüthenstaub« für die Zeitschrift »Athenaeum« herausgab, stellte er sich unter dem Pseudonym Novalis, der Neuland Bestellende, vor.

Fragmente waren Novalis stets wichtiger als fertige Kunstprodukte, das Werden interessierte ihn mehr als das Sein. Den den bekanntesten Fragmentsammlungen gehören »Blüthenstaub«, »Heinrich von Ofterdingen« und »Die Lehrlinge von Säis«

Weblink:

Das romantische Fragment

Goethes Werther

Die Leiden des jungen Werthers, im Herbst 1774 anonym erschienen und als authentisches Konvolut von Briefen eines Selbstmörders aus Liebe sich gebend, mischen die literarische Szene der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts in bis dahin ungekannter Weise auf.



"Die meisten verarbeiten den größten Teil der Zeit, um zu leben, und das bisschen,
das ihnen von Freiheit übrig bleibt, ängstigt sie so, dass sie alle Mittel aufsuchen,
um es los zu werden."


Johann Wolfgang von Goethe, »Die Leiden des jungen Werther«


Und genau genommen nicht nur die literarische Szene, wird in der zeitgenössischen Erstrezeption dieses provokant über alle Konventionen sich hinwegsetzenden Textes seine Literarizität doch vielfach gerade übersprungen.

Hinter der in der Rezeption gefeierten, verdammten oder einfach nur als Wirkung erfahrenen Unmittelbarkeit des Werther, die auch Werther selbst in seinen Briefen nicht müde wird zu beschwören, steht ein aufs raffinierteste kalkuliertes Kunstwerk eines gerade einmal fünfundzwanzigjährigen Autors.

Walther von der Vogelweide und die mittelhochdeutsche Lyrik

Walther von der Vogelweide

Walther von der Vogelweide gilt als der bedeutendste deutschsprachige Lyriker des Mittelalters. Er dichtete in mittelhochdeutscher Sprache.

Das Werk von Walther von der Vogelweide ist nicht nur das umfangreichste, sondern auch das vielseitigste in der mittelalterlichen Lyrikgeschichte.


Walthers literaturgeschichtliche Besonderheit liegt darin, dass er alle in der mittelhochdeutschen Lyrik vertretenen lyrischen Genres aufgreift: Minnesang, Spruchdichtung, religiöses Lied, politische Dichtung und in jedem dieser Genres innovativ war.

Mittelalterliche Dichter scheinen sich an Gattungskonventionen gehalten zu haben, bzw. die Schöpfung einer neuen Gattung wurde bewusst vorgenommen und von den Zeitgenossen auch als solche wahrgenommen.

Walther von der Vogelweide gehört zu den Autoren des Mittelalters, die auch in der Moderne gut bekannt und geschätzt sind. Seine Liebeslieder und seine politische Lyrik gelten noch heute als aufregend "modern", gar "revolutionär". Sie sind "gewiß nicht nur Studierstoff, sondern poetischer Reizstoff, Leuchtstoff, Erregungsstoff, Wirkstoff" (Rühmkorf).

Paris - eine Stadt wie ein Roman

Paris - eine Stadt wie ein Roman. Seit dem Mittelalter spielt Paris oft selbst eine Hauptrolle bzw. ist Schauplatz in Büchern, Theaterstücken und Filmen. Die Vielfalt des Pariser Lebens, die Geschichte und Geheimnisse, das Flair und den Mythos der Stadt einzufangen und zu entschlüsseln, ist für Schriftsteller, Stückeschreiber, Drehbuchautoren und Filmemacher bis heute ein interessanten Thema.

„Paris ist wie ein veritabler Ozean. Man kann ihn ausloten,
so viel man will, und wird doch niemals herausbekommen, wie tief er ist.“


Honoré de Balzac (1799-1850), französischer Schriftsteller.

Für Balzac war Paris die „Stadt der hunderttausend Romane“ und für Hemingway „Ein Fest fürs Leben“. Die Geschichten spiegeln das Lebensgefühl der 1920er Jahre und des Pariser vie bohème wieder. Die schillernde und unkonventionelle Lebensart zog damals Künstler aller Genres nach Paris. In Cafés und Kellerkneipen des Viertels Saint-Germain-des-Prés, das zum legendären Kunst- und Literatenviertel wurde, traf man sich damals wie heute.

„Einer der Vorzüge der guten Stadt Paris besteht darin, daß man hier geboren werden, leben und sterben kann, ohne daß sich jemand auch nur im mindesten darum kümmert.“

In den Literaturgeschichten wird er, obwohl er eigentlich zur Generation der Romantiker zählt, mit dem 17 Jahre älteren Stendhal und dem 22 Jahre jüngeren Flaubert als Dreigestirn der großen Realisten gesehen.

Referenz:

https://beruhmte-zitate.de/autoren/honore-de-balzac/

Donnerstag, 19. Mai 2022

»Der Fremde« vor 80 Jahren erschienen

Der Fremde


»Der Fremde« von Albert Camus erschien am 19. Mai 1942 in Paris und erzählt die Geschichte von einem Mann, der zum Mörder wird, weil ihn die Sonne blendet. Albert Camus, sein Schöpfer, ist der Philosoph des Absurden, in das der Mensch hineingestellt ist, der Denker der Revolte, die den Menschen ausmacht – und immer der Anwalt der Einfachheit, die dem Algerienfranzosen das Grundgegebene unter der Sonne und zugleich das am stärksten Gefährdete war.

Meursault, ein kleiner Büroangestellter in Algier, erzählt seine Geschichte. Den Weg, den er im Roman zurücklegt, veranschaulicht seine Lebensweise. - Nach dem Tod seiner Mutter, der ihn nicht wirklich trifft, nimmt er sich zwei Tage frei, um an der Beerdigung teilzunehmen. Nach der Rückkehr beginnt er eine Liebesbeziehung mit seiner früheren Kollegin Maria. Sein Nachbar Raymond lädt ihn als Dank für eine Gefälligkeit zu einem Strandausflug ein, bei dem es zu einer Auseinandersetzung zwischen Raymond und einem Araber, dem Bruder seiner früheren Geliebten, kommt. Meursault, der Raymonds Waffe an sich genommen hatte, um Schlimmeres zu verhindern, trifft später allein auf den Araber und fühlt sich von dessen in der glühenden Mittagssonne aufblitzenden Messer so bedroht, dass er ihn erschießt.

Im anschließenden Mordprozess wird versucht, die moralische Verdorbenheit Meursaults anhand seines Verhaltens in den Tagen vor dem Mord zu beweisen. Seine Äußerung, er habe den Araber eigentlich gar nicht erschießen wollen, allein die Sonne sei Schuld daran gewesen, wird mit Gelächter quittiert. Die Tröstungen des Gefängnisgeistlichen, der ihm Hoffnung auf ein Leben nach dem Tod machen will, weist er zurück. Er ist nicht bereit, Reue zu empfinden oder sie zu heucheln, und wird verurteilt. Im Angesicht der Hinrichtung erkennt und akzeptiert er die Absurdität seines Daseins.

Der Fremde

Der Fremde

"Ich begriff, daß ich das Gleichgewicht des Tages, das ungewöhnliche Schweigen eines Strandes zerstört hatte, an dem ich glücklich gewesen war. Dann schoß ich noch viermal auf einen leblosen Körper, in den die Kugeln eindrangen, ohne daß man es sah. Und es waren gleichsam vier kurze Schläge an das Tor des Unheils."


Die Geschichte handelt von einem jungen Franzosen, Meursault, dessen Antriebslosigkeit keine Grenzen kennt. In seinem Persönlichkeitsprofil könnten fast autistische Züge vermutet werden. Sein Verhalten führt zu einem Mord, den er aus Notwehr begeht. Das richterliche Urteil führt aufgrund mehrerer sinnloser Schüsse, die er zusätzlich abgibt, seiner fehlenden Reue und der kompletten Gefühl- und Gottlosigkeit zur Todesstrafe. Selbst der Geistliche, der ihn am Abend vor seiner Hinrichtung aufsucht, wird Zeuge einer schockierenden Gleichgültigkeit gegenüber der Welt.

Und doch ist dieser Mensch kein gewissenloser Stein, kein Idiot und kein Ding. Zwar zeigt er keine Gefühle, fällt keine Urteile, demonstriert allumfassende Gleichgültigkeit, sieht keinen Grund, eine Handlung eher zu vollziehen, als sie zu unterlassen oder das Gegenteil zu tun, scheint nicht in der Lage, wirklich mit anderen Menschen in Kontakt zu treten. Und doch kennt er auch Glücksmomente: Sie sind nietzeanischer Natur und bestehen in der Erfahrung der direkten Zugehörigkeit zur Welt.

Die Geschichte eines jungen Franzosen in Algerien, den ein lächerlicher Zufall zum Mörder macht, wurde 1942 im besetzten Frankreich zu einer literarischen Sensation. Der Roman bedeutete den schriftstellerischen Durchbruch für Albert Camus und gilt heute als einer der Haupttexte des Existenzialismus.

»Der Fremde« des französischen Nobelpreisträgers Albert Camus erschien 1942 und wurde als Meisterwerk berühmt. Die Erzählung entstand parallel zu einer philosophischen Abhandlung des Schriftstellers über das Absurde.


Hohes Lob kam vom Gegner: „Er stellt in unserem Jahrhundert, und zwar gegen die Geschichte, den wahren Erben jener langen Ahnenreihe von Moralisten dar, deren Werke vielleicht das Echteste und Ursprünglichste an der ganzen französischen Literatur sind.", so Jean-Paul Sartre über den absurden Roman von Albert Camus.

Über den Mann, der sein Erzfeind war und den Sartre, der eine äußerst unrühmliche Rolle im politisch-philosophischen Streit dieser französischen Intellektuellen in den 50er und 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts gespielt hat, einmal als „algerischen Gassenjungen" bezeichnet hat.

Bis heute ist »Der Fremde« eine der berühmtesten literarischen Figuren der Welt. In dem frühen Meisterwerk verkörpert Camus seine Idee des Absurden in der Figur des »Anti-Helden« Meursault, dessen Einzelschicksal ins Symbolische überhöht wird.

Literatur:

Der Fremde

Der Fremde
von Albert Camus